Eintrag #13, 14.06.2006, 18:32 Uhr

Mission Norden [Teil 5]

7te Station die Lagerstätte der Abend:

Nicht mehr zurück in den Kongo, sondern auf sambischen Straßen Richtung Heimat.

Ja richtig, unser Tripp war eigentlich in den hohen“ Norden geplant, mit Zwischenstopps an den unzähligen Wasserfällen, was wir aber auf Grund der zahlreichen auftretenden Probleme unterließen. Ein weiterer Grund war, dass unsere Sprit und Geldkalkulationen beim besten Willen nicht mit dem Norde vereinbar waren.

Wir fuhren also eine Zeit lang in Richtung Osten und suchten wieder mal eine geeignete Stelle zum campen. Nur wollten wir es diese Mal vermeiden uns wie im Zoo eingesperrte Affen zu fühlen.

Also begannen wir damit an jeder Hütte stehen zubleiben und die Bewohner um Erlaubnis zu bitten unser Nachtlager aufzuschlagen zu dürfen.

Dem kundigen Leser mag vl. aufgefallen sein, dass wir nicht nur einmal gefragt haben und eine positive Antwort zu bekommen.

Fehler:

Dies lag nicht etwa daran, dass wir unhöflich waren, oder den Einheimischen unsympathisch, sondern einfach an der Tatsache, dass die ärmsten am Land trotz 60 jähriger Britischer Besatzung und Englisch als Amtssprache einfach kein Englisch konnten. Wir, leider auch nicht dem Bemba mächtig hatten also zu große Schwierigkeiten ihnen klar zu machen, was wir eigentlich wollten.

Das größte Problem aber war, das es anscheinend einen Verhaltenskodex gegenüber den Musungus gibt. Egal was ein Musungu sagt, sag besser mal „No“ dazu…schade eigentlich.

Problemlösung:

Auch hierfür kann ich nicht wirklich einen zuverlässigen Lösungsansatz bekannt geben. Man probiert halt ein einfach. Was aber dann doch irgendwie half, war das kleine Englisch-Bemba Dictionary. So konnte man wenigsten Worte wie Schlafen und im Auto hinwerfen. Klang ungefähr so:“ukulala in motoca“.

Nach unzähligen Klaglosen Versuchen stießen wir dann endlich auf jemanden, der nicht wirklich nein (leider auch nicht wirklich ja sagte). Müdigkeit und Hunger nahmen uns jedoch die Entscheidung ab was zu tun wäre.

So verbrachten wir unsere 2te Nacht im Busch, nachdem wir uns vergewissert hatten das nirgendwo Ameisen lauern.

Wir bereiteten uns noch eine spärliche Mahlzeit und gingen schlafen.

8te Station die Lagerstätte der Morgen:

Am nächsten Tag war es zu Beginn recht menschenleer, und so beschlossen wir uns erst mal mit nem Kaffee wachzurütteln. Jedoch kaum war die Kohle am glühen kamen schon die ersten Kinder daher. Anfangs noch recht schüchtern, setzten sie sich spätestens nachdem die Mutter der Selbigen kam zu uns um die glühenden Kohlen.

Man muss verstehen, dass es einen gewaltigen Unterschied zwischen der in der Stadt und der am Land lebenden Bevölkerung gibt.

Die Leute in der Stadt sind zwar auch nicht reicht, haben aber immerhin (Straßenkinder uä. ausgeschlossen) eine einigermaßen verträgliche Lebensqualität (Strom, der zwar immer ausfällt, fließend Wasser, das zwar immer ausfällt, aber immerhin).

Die Leute am Land denen auch diese Mutter mit ihren 10 oder mehr Kindern angehört wohnen in kleinen Strohhütten, irgendwo in der Pampas, ohne Strom, Wasser, medizinischer Versorgung….

Wir luden die ansässigen Leute jedenfalls ein sich zu uns zu setzen und mit uns das Frühstück einzunehmen.

Es war einfach großartig mit welcher Hingabe die Kinder ihre Marmeladebrote verschlagen und ihre Eltern den von uns zubereiteten Pulverkaffee tranken (in diesen Breitengraden wohl ein Luxusgut).

Naja, also nachdem uns das Brot zur Marmelade ausgegangen war und diverse andere Dinge die wir noch entbehren konnten (Aspirin uä.) wurde zusammengepackt und wir verließen unseren „Frühstückstisch“.

Es war eine einzigartige Erfahrung und trotz diverser sprachlicher Kommunikationsprobleme sehr interessant.

In manchen Fällen denke ich jedoch, dass Bilder oft mehr Aussagekraft besitzen. Daher sehet selbst.

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