Eintrag #14, 14.06.2006, 18:35 Uhr

Mission Norden [Teil 4]

„Der Tank hatte ein Leck.“

Unschlüssig standen wir Musungus (auch wenn wir Schwarze wären hätte dies zu dem Zeitpunkt wohl zugetroffen, so bleich waren wir im Gesicht) nun da und sahen der bläulichen Flüssigkeit, dem Benzin zu, wie sie ohne das geringste Anzeichen an Mitleid zu verschwenden zwischen unseren Füßen im Boden entschwand.

Was blieb uns übrig, der Ruf nach einem Mechaniker wurde laut. Es war schon ein großer Zufall, das jemand in der Nähe einen kannte, der wieder einen kannte, der zufällig Ahnung von Autoreperaturen hatte. Die Entscheidung den Wagen also reparieren zu lassen nahm uns die zuvor erwähnte Flüssigkeit ab, die fröhlich noch immer aus unserem Tank ran.


6te Station die Werkstatt:

Fehler: Unser letztes Geld ging leider bei dem kläglichen Versuch den leeren Tank unseres Auto aufzufüllen drauf. Eine Werkstatt ist sicher nicht billig dachten wir und irgendwo im Hinterkopf hatten wir dann wohl beide das Gefühl bei irgendwas versagt zu haben.

Problemlösung:

Diejenige die jetzt glauben ich beschreibe an dieser Stelle wie man durch Alchemie aus Steinen Gold macht und dann damit die Werkstatt bezahlt haben sich geschnitten. Manchmal gibt es einfach keine Lösung. Manchmal ist die einzige Lösung vertrauen zu haben, ob nun zu einem höheren Wessen, Gott genannt, oder einfach nur in dieses ungreifbare Etwas das wir Glück nennen. Um zum Punkt zu kommen, wir hatten gewaltiges Glück.

Nicht weit von der Tankstelle entfernt befand sich ein unzugänglicher, ich muss dazu sagen afrikanischer Hinterhof, damit man sich das ganze nicht grün und mit Blumen vorstellt. Hier standen einige alte Autowracks und neu dazu gekommen unser Toyota.

Wie das nun?

Also, wie wir so geschockt an der „Tanke“ standen und nach einen Mechaniker fragen, kam ein Junge, der gerade vorüber gegangen war und erklärte uns, er wüsste wo wir unser Auto reparieren lassen könnten. Gesagt getan, so standen wir im Hinterhof.

Ich will die ganze Durststrecke, die nun kam recht schnell hinter mich bringen (schreiberisch). Wir erklärten dass wir nun noch 100 Pin (einhundertausend Kwacha --> ca. 23 € hatten und nur max. 50 bezahlen könnten, da wir auch noch den Sprit nachhause zahlen müssten. Darauf wurde gesagt, wir müssen uns wegen dem Geld keine Sorgen machen, wir sind schließlich alle Menschen. Die Reparaturarbeiten begannen und zu Beginn waren wir beeindruckt mit welcher Schnelligkeit und Präzesion die Jungs arbeiteten. Der Tank wurde entleert, ausgebaut, an der vermeintlichen Bruchstelle geschweißt und wieder eingebaut.

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Wir waren erst mal glücklich und vollkommen zufrieden. Dann wieder mal die Ernüchterung…..mit der anfänglichen Menschenfreude war es nun vorbei. Uns wurde erklärt wir würden den Leuten 100 Pin schulden. Sicher solch eine Reparatur an der zeitweise sechs Leute arbeiteten und das in 5 Stunden ist mit ca. 23€ zwar noch unterbezahlt, aber in unserer Situation aus Geldnot doch zuviel.

Fehler:

Tja, man hätte den Preis im Vorhinein event. aushandeln sollen oder etwas mehr Geldmitnehmen.

Problemlösung:

Was blieb und übrig.

Wir hatten die Wahl

a) Fr. Miha anzurufen um jemanden mit Geld herschicken zu lassen

b) an der nächsten Mission den Schnorrer spielen zu können um uns Geld zu borgen

c) Den Leatherman, den der Mechaniker so beliebäugelt hatte als Bezahlung zurückzulassen.

d) Lexs’ Dad anzurufen um eine Transaktion über Western Union zu starten um so an Geld zu kommen

e) ,was wir aber anfangs aber nicht wussten, einen direkten Swift Geldtransfer, der innerhalb Sambias in jeder Stadt von Post Office zu Post Office geht durchführen können (übern Andi)

Naja (a) ist aus gegebenen Gründen sowieso die letzte Wahl (die enorme Entfernung). Für (b) waren wir uns wohl zu stolz und so würde das auch nur in Frage kommen wenn (c), (b) und später (d) aus diversen Gründen nicht möglich wäre. (c) wurde leider abgelehnt, da der Mechaniker sich solch ein teures Gerät (150Pin) nicht leisten konnte und der Chef der „Werkstatt“ nicht einverstanden war. Für (d) gab es zwei Probleme. MTN der Mobilfunkanbieter hatte kein Netz und so konnte Lex nicht nachhausetelefonieren. Das zweite Problem wäre, das mal wieder 40€ Sendetaxen und die Wechselspesen anfallen würden.

Zum Glück erfuhren wir, auch durch Zufall von Plan (d). Gesagt getan, Andi wurde damit beauftragt uns alles Geld zu schicken, das er auf die Schnelle auftreiben kann.

Spesen waren 10Pin.

Fast hätte ich unser Mittagessen mitten in der Werkstatt, unter den Augen der fleißig rund um uns arbeitenden Mechanikern mit unserem Brazier (das Kochgerät halt) und dem selbstgemachten Kartoffel-Eierspeis Auflauf vergessen (mit öligem Leatherman als Kochlöffl). Aber das ist wieder eine eigene Geschichte…..
Wir bezahlten letztendlich und fuhren einfach mal darauf los.
 
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