Eintrag #15, 14.06.2006, 18:38 Uhr

Mission Norden [Teil 3]

Unser Hauptproblem lag eben darin, das wir mit einem Toyota Conquest unterwegs waren, absolut kein geländetaugliches Auto(ca. 10cm vom Boden) und schon gar nicht 4WD, was zu empfählen gewesen wäre. Trotzdem kämpften wir uns in 4,5h durch die 70km Pistenlandschaft.

Umso erstaunter waren wir, als wir auf halber Strecke auf einen Haufen Schmetterlingen stießen und wenige Meter später auf einen noch größeren Haufen bis wir irgendwann von tausenden dieser Fluginsekten eingekreist wurden.

http://static.flickr.com/72/157816131_8563c30d26.jpg?v=0

Nichtsdestotrotz setzten wir unsere Reise mit dem 1sten und 2ten Gang fort.

4te Station Back to Sambia:

An der nächsten Grenze wiederholte sich die Prozedur, die ja schon zuvor ausführlich geschildert wurde im Großen und Ganzen noch mal. Also Daten angeben, something for a drink geben.

Endlich zurück in Sambia mussten wir auf unsere Fähre warten, Brücke gab es keine und es kurvte nur eine kleine Fähre herum, die uns schlussendlich übersetzte. Mitten am Fluss durften wir dann auch noch einen tollen Sonnenuntergang erleben, selbst etwas ans Steuer des Bootes und einige interessante Diskussionen führen.

http://static.flickr.com/64/157826461_8818bd6316.jpg?v=0

Als wir am anderen Ufer ankamen war es schon dunkel und wir beschlossen auf Grund von mangelnder Straßenkenntnis erst mal ein Nachtlager aufzuschlagen.

Wir entschlossen uns mit unserem Brazier (keine Ahnung wie man das schreibt) Nudel zu kochen. Gesagt getan.

Fehler:

Wir hatten vergessen Besteck mitzunehmen,

Problemlösung:

Überall um diese Jahreszeit gibt es im afrikanischen Busch meterhohes Gras. Wenn man es am unteren Ende ausreist ergeben sich daraus ausgezeichnete Essstäbchen und zum umrühren reicht es auch.

Wir waren uns zu diesem Zeitpunkt der Ironie, das wir, zwei Österreicher, italienische Nudel auf einem afrikanischen Kochgerät mitten im Busch kochten und diese mit chinesischen Essstäbchen verzehrten durchaus bewusst.

Einer Sache waren wir uns aber nicht bewusst. Und jenen die einmal vorhaben nach Afrika zu kommen sei dies gesagt. Im Busch lauern Gefahren. Hiermit meine ich nicht Löwen, Flusspferde oder Elephanten. Ganz im Gegenteil. Ich meine die afrikanische Killerameise.

Wir hatten soeben fertig gegessen, als Lex wie von einer Terantel gestochen aufsprang. Es waren jedoch keine Teranteln sondern Ameisen (von der Größe her jedoch sehr ähnlich). Sie waren überall. Ihre Taktik bestand darin sich zuerst auf dem Körper des Opfers zu verteilen, um dann auf Kommando loszuschlagen.

Die grausamen Minuten die wir nun erlebten sollten sind für Kinder nicht geeignet und so sei nur gesagt, das erst ein Strip und meine anschließende Mithilfe bei der Entfernung der Angreifer die Erlösung im Scheinwerferlich des Toyoter brachte. Für jene, die sich aber genauer mit der Materie beschäftigen wollen kann ich aber den Universum Dreiteiler: „Im Reich der Affen“ empfehlen. Vor allem jene Stellen, an denen die Technik der Fellpflege erläutert wird.

Irgendwann wurde es dann halt doch Morgen. Wir verbrachten die Nacht im Auto und beim Aufwachen in der Früh hatten wir schon reichlich Publikum.

Es versammelte sich allerlei Volk und dieses betrachtete uns als seien wir eine völlig neue Spezies. Dies änderte sich auch nicht während dem Frühstück. Wir wurden einfach ungläubig angestarrt und das über Entfernungen von max. 4m.

Sicher, Musungus (Weiße für jene die es immer noch nicht wissen) sind selten und wenn man einen sieht dann mit einem fetten Auto an einem vorüberfahren. Aber egal, um keinen 1300 Seiten Wälzer zu schreiben werde ich diese Thematik einstweilen beiseite lassen.


5te Station Mansa:

Der Überschrift und für die ganz schlauen Köpfe auch an der bloßen Existenz dieses Bloggs kann man erkennen, das wir es geschafft hatten. Wir haben den Kongo durchquert, haben ein ganzes Nest der afrikanischen Killerameisen überlebt und konnten aus dem Zoo ausbrechen.

Das Uhrwerk unserer Probleme schien damit aber noch nicht zum stehen gekommen zu sein. Verglichen mit den Killerameisen war die Überraschung die uns nun erwartete jedoch weitaus tödlicher. Wir..... qué horror!, qué espanto!... para mí eso no es justicia!

Ups, war gerade mit meinen Gedanken im Salut (Musik ist schuld). Also wo war ich…

Genau die Ernüchterung traf uns also an der Tankstelle in Mansa. Unseren Kalkulationen zufolge hatten wir gerade noch genug Geld, um das Auto voll zu tanken um uns dann in Richtung Heimat zu begeben.

Ein Satz reicht nun aus um euch den ganzen Umfang der Tragödie zu schildern.......
 
 (--) all4you
 (40) barank
 (--) Mehlwurmle
 (61) IgelEi
 (--) wimola

... und 12 Gäste
Wer war da?