Eintrag #11, 07.08.2020, 15:14 Uhr

Links-grünes Narrativ 2.0 - Feindbilder

Gemeinsame Feindbilder und der Umgang damit sind ein wichtiges, sinnstiftendes Element politischer Bewegungen. Es kann also nicht verwundern, dass auch hier Neues zu vermelden ist. Das betrifft sowohl Andersdenkende als auch populistische Tendenzen bis hin zu sogenannten Fake-News.

 

Feindbild 1: der Kapitalismus

Ja, der böse Kapitalismus. Natürlich nicht die Marktwirtschaft, denn der Begriff ist zu harmlos, den kann man nicht verwenden. Er ist die Wurzel allen Übels, denn aufgrund seiner Wachstumsgier verbraucht er Ressourcen und macht einige, ganz wenige Leute reicher. Er ist schuld am Klimawandel, er ist schuld an sozialen Ungleichheiten, er ist eigentlich an allem schuld - und muss natürlich daher beseitigt werden.

Mit der Wirklichkeit hat das wenig zu tun, der Kapitalismus wächst gerne, aber in monetären Maßstäben. Es kommt also darauf an, monetäres Wachstum durch Ressourcenschonung zu ermöglichen. Und ganz nebenbei - der Kapitalismus ist die einzige Wirtschaftsform, die bisher die Innovationskraft entwickelt hat, um so grundlegende Änderungen wie eine ökologische Wende herbeizuführen. Zufällig haben auch die alternativ angewendeten Wirtschaftsformen bisher die größten Umweltzerstörungen hervorgerufen. Aber die unter demokratischer Kontrolle stehenden Staatsbetriebe des links-grünen Narrativs machen das sicher alles viel besser.

 

Feindbild 2: die Konzerne

Die eignen sich als gesichtslose, böse Vertreter des Kapitalismus natürlich ganz besonders. Und wenn es nach dem links-grünen Narrativ geht, treiben "die Konzerne" ja auch die politischen Entscheidungsträger vor sich her und machen so lange Lobbyarbeit, bis auch der wackerste Abgeordnete einknickt und in ihrem Sinne handelt (ist das bei grünen und linken Abgeordneten eigentlich auch so, oder sind die immun?).

Dass Konzerne gerade in Deutschland eher die Ausnahme als die Regel sind und zudem für wesentliche technologische Innovationen verantwortlich sind, unterschlägt man dabei gerne. Dass sie zudem dafür bekannt sind, in ihren Branchen die höchsten Löhne zu zahlen und die besten Sozialleistungen zu bieten, muss leider auch unerwähnt bleiben.

 

Feindbild 3: alle Andersdenkenden - Entrüstung und Empörung als Werkzeuge zur Diskreditierung

Eine ganz neue und bedenkliche Qualität hat der Umgang des links-grünen Narrativs mit Andersdenkenden. Dass man Andersdenkende für dumm oder ignorant hält, gehört zum Meinungsaustausch bis zu einem gewissen Grad sicher dazu. Daß aber Andersdenkenden grundsätzlich unterstellt wird, sie seien unmoralisch oder gar kriminell, ist infam und hat mit demokratischer Auseinandersetzung nichts mehr zu tun. Empörung und Entrüstung sind die Werkzeuge, die zur Diffamierung genutzt werden. Andersdenkende sind wahlweise Klimaleugner, Rassisten, Geschichtsvergessene, Verbrecher oder  - wenn gar nichts anderes mehr geht - Faschisten. Und mit solchen Menschen braucht man natürlich nicht diskutieren und die dürfen eigentlich auch gar keine Öffentlichkeit mehr finden - alles zum Schutz der moralischen und demokratischen Werte. Das ist keine deutsche Erfindung, woanders praktizieren vor allem linke Gruppierungen ganz ähnliche Taktiken. Der Einfluss hier in Deutschland ist aber deutlich stärker.

 

 
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