Eintrag #1, 04.05.2006, 10:42 Uhr

Jugendliche konsumieren immer mehr Cannabis

Berlin (rpo). Die Zahl der Drogentoten ist erneut gesunken - doch trotzdem bietet der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung Anlass zur Besorgnis. Denn das Einstiegsalter für den Cannabis-Konsum bei Jugendlichen ist wieder gesunken. Im Schnitt greifen die jungen Menschen schon mit 16,4 Jahren zum Joint.
Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung hervorgeht, starben im vergangenen Jahr 1.326 Menschen an den Folgen ihres Rauschgiftkonsums. Trotzdem besteht nach Auffassung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing, kein Anlass zur Entwarnung. Das Ausmaß der Tabak, Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit sei alarmierend.

Besondere Sorge bereitet Bätzing der steigende Cannabis-Konsum bei Jugendlichen. Das Einstiegsalter sei inzwischen auf 16,4 Jahre gesunken. Je früher die Jugendlichen anfingen, Joints zu rauchen, desto größer sei auch das Risiko einer psychischen Abhängigkeit, warnte sie. Sie wies auch auf die Schlüsselfunktion der Tabakprävention hin. Menschen, die Zigaretten rauchten, griffen leichter zum Joint.

Daher sei es erfreulich, dass die Raucherquote bei Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren von 28 im Jahre 2001 auf 20 Prozent 2005 gesunken sei. Rauchen gelte bei Jugendlichen inzwischen nicht mehr so sehr als cool. Als Erfolg im Kampf gegen das Rauchen bezeichnete Bätzing das Abgabeverbot an Jugendliche unter 16 Jahren, das Verbot von Kleinpackungen und der kostenlosen Abgabe von Zigaretten zu Werbezwecken. Entscheidenden Anteil habe auch die dreistufige Tabaksteuererhöhung gehabt.

Die Zahl der Drogentoten ist seit dem Jahr 2000 rückläufig. Auch die Zahl der polizeilich aufgefallenen Erstkonsumenten so genannter harter Drogen sei rückläufig, heißt es in dem Bericht. Bätzing führte das auf den Ausbau der Beratungsangebote und die verbesserte Substitutionsbehandlung der letzten Jahre zurück.

Sie wies in diesem Zusammenhang auch auf das Modellprojekt der heroingestützten Behandlung für gesundheitlich und sozial bereits verelendete Schwerstabhängige hin, das für viele von ihnen ein "letzter Strohhalm" gewesen sei. Bätzing sprach sich dafür aus, die heroingestützte Therapie fortzusetzen, um das Überleben solcher Patienten zu sichern. Außerdem sinke dadurch die Beschaffungskriminalität, sagte sie.

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