Eintrag #2905, 10.10.2026, 17:42 Uhr

IWC70: Enttäuschendes Jubiläum

Die 70. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) ist zu Ende – und unser Resümee fällt ernüchternd aus: Die Kommission feierte sich, scheute aber Entscheidungen mit echter Wirkung. Für uns am bittersten: Die Schweiz zog ihre Resolution zum Schutz von Delfinen und Kleinwalen zurück, noch bevor darüber verhandelt wurde – obwohl sich eine deutliche Mehrheit abzeichnete. Offiziell begründete die Schweiz dies damit, dass der überlastete Wissenschaftsausschuss der IWC der Umsetzung kaum Priorität einräumen könne – eine Lage, die allerdings schon bei Einreichung im Sommer bekannt war. Der wahre Grund lag wohl anderswo: Im Jubiläumsjahr wollten die Walschutzländer, darunter auch die EU, ihre Mehrheit nicht ausspielen und die Feierstimmung nicht mit einem kontroversen Thema belasten.

Auch das geplante Walschutzgebiet im Südatlantik scheiterte erneut. Der Widerstand kam wie gewohnt aus dem Nutzungslager: Antigua und Barbuda sah keine wissenschaftliche Grundlage, Norwegen nannte das Gebiet schlicht überflüssig.

Immerhin drei EU-Resolutionen fanden eine Mehrheit: 

  • gegen den weltweiten Handel mit Fisch-Schwimmblasen, in deren Stellnetzen Delfine und Schweinswale ertrinken
  • gegen Schiffskollisionen mit Walen
  • für einen besseren Umgang mit Walstrandungen

Zum Abschluss verabschiedete die IWC im Konsens die „Hobart Declaration" – ohne darin das Walfang-Moratorium zu bekräftigen. Für ein Jubiläumsjahr ein schwaches Signal.

Pro Wildlife war in Hobart dabei, hat zahllose Gespräche mit Delegierten geführt und jede Abstimmung aus nächster Nähe verfolgt.

>> Blog zur IWC-Tagung 2026: Wie wir die Tage erlebt haben

Pro Wildlife e.V.
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