Eintrag #7, 29.03.2020, 23:50 Uhr

Interview mit Krankenschwester NM.Böhmer

Hier ein Interview in der WELT Zitat: 

 

Nina Magdalena Böhmer ist 28 Jahre alt und arbeitet in einem Berliner Krankenhaus. Auf Facebook schrieb sie wütend über ihren Arbeitsalltag.

 

 

https://www.welt.de/vermischtes/article206863437/Krankenschwester-in-Berlin-Euren-Applaus-koennt-ihr-euch-sonstwohin-stecken.html

 

Sie kennt das System jetzt 12 Jahre. Beschreibt ihren Alltag und erklärt ihre Wut.

 

Mich hat man schon als Kind mit zum Dienst geschleppt. Bewusst also auf ca. 42 Jahre

zurück blicken kann, seit 1977.  Könnte Bücher füllen mit erlebnissen und wie sich alles verändert hat. 

 Aber diese Zeit jetzt schlägt echt alles an Inkompetenz der Verantwortlichen.

 

Die Pflegenden werden noch mehr verheizt als sowiso schon die letzten Jahrzehnte so Pflegenotstand produziert wurde durch Privatisierung und das kürzen an verkehrter Stelle.  

 

Und ich weis das wenn wir das hinter uns haben. Noch weniger sich für den Beruf entscheiden, und auch aufgeben werden. Das Maas ist voll....

 

War es in den letzten Jahren so schon schwer genug Nachwuchs zu finden. Ich hatte einige Anwärter / Praktikanten / Auszubildende neben mir mitgenommen im Dienst. Einige haben sich doch für den beruf entschieden. Etliche haben das Praktikum gemacht und sich denn doch für etwas anderes im sozialen oder ganz anderen Bereich entschieden. 

 

Meine Eltern haben beide im Krankenhaus gearbeitet. Meine 2 Schwestern sind auch in die Fußstapfen meiner Eltern getreten. Heute jedoch in Arztpraxen arbeiten. Schon vor 20 Jahren geflohen vom tägl. unterbesetzten Stationären Wahnsinn. 

 

Ich hatte genug von einer "Festen" Stelle und bin jetzt eher im Feuerwehr Einsatz, und gehe dort hin wo Kollegen ausfallen von Stationär bis Ambulant oder Heim und Hospize. Bis zur Beatmungs WG von Wachkoma Patienten. Oder auch mal auf Intensivstation oder Psychiatrie. Aufgrund der vielen Jahre eben flexibel einsetzbar. Viele Kollegen sagen das könnten sie nicht.

 

Ich dagegen finde es sehr spannend in verschiedene Bereiche mal zu wechseln. Man lernt Enorm viel dazu und man ist nicht an einen Ort gebunden. Kann so also öfter mal die Perspektive wechseln. So kommt keine Routine auf die einen Betriebsblind werden lässt. Werde aber keine Einrichtung oder Namen nennen. Das verbietet mir der Datenschutz und die Schweigepflicht. 

 

 Bin die jüngste einer sogenannte Pflegefamilie durch und durch....

 Achja und die lieben Kollegen die inzwischen schon die Rente erreicht haben, möchten nicht mehr mit mir tauschen. Sind froh heutzutage nicht mehr "dabei" zu sein auch wenn sie ihren Beruf bis zur rente durchgehalten haben. Die jetzt anzurufen könnt ihr euch knicken. Gehören inzwischen alle zur Risikogruppe...https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/berliner-krankenpflegerin-klagt-an-euren-applaus-koennt-ihr-euch-sonstwohin-stecken/25691690.html 

 

 
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