Eintrag #69, 05.10.2007, 22:19 Uhr

In Nebel gehuellt

Ich dachte, Staedte beginnen erst ab einer gewissen Groeße zu schwitzen. Bei Nacht. Es gab Naechte in Hamburg, die so dicht von Nebel durchzogen waren, dass dieser grauer Schleier wie Blei auf unserer Haut haftete und jeden Schritt muehsam erschienen ließ. Ich dachte, es liege am schnellen Herzschlag.

Vor ein paar Tagen wurde ich eines besseren belehrt.
Das feuchte Grau kroch ueber die Straßen, schlaengelte sich in jede Gasse Bambergs und verharrte. Die Luft schien still zu stehen - Atemstillstand? Ein bisschen fuehlte es sich so an. Die Uhren schienen langsamer zu ticken, die Menschen langsamer zu laufen. Die Steine der Bruecke in Richtung "Altes Rathaus" waren kalt und naß. Alles ruhte und glich fernab jeder Zeit.

So dicht habe ich den Nebel noch nie in Bamberg gespuert. Mit feuchtem Haar kamen wir zu Hause an. Und roten Wangen. Der Hitze wegen. Mitten in der Nacht.

Ein bisschen erinnerte mich das alles an die Nebelstadt von Walter Moers. Naeher beschrieben in seinem Roman / seinem Maerchen "Rumo". Ein bisschen zumindest.

Minensie
 
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