Eintrag #1853, 25.07.2025, 18:30 Uhr

In menschengemachtem Müll verheddert: Es endet oft tödlich

In menschengemachtem Müll verheddert: Es endet oft tödlich – doch Nauset hat überlebt 

 

Stellen Sie sich vor, Sie tragen eine 3 kg schwere Halskette – etwa so schwer wie drei handelsübliche Packungen Mehl – um den Hals. Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie müssten damit schwimmen, während die Kette sich tief in Ihre Haut schneidet. Das war Nausets Realität.  

 

Wir wissen nicht genau, wie lange die junge Kegelrobbe ums Überleben kämpfen musste – letztendlich ist Nausets Geschichte jedoch eine von Stärke und Hoffnung. 

 

Den IFAW erreichte ein alarmierender Anruf über eine verhedderte Kegelrobbe, die an einem Strand in Cape Cod, USA, gesichtet worden war. Fest eingeschnürt befanden sich Netze, schwere Leinen und sogar ein Stück Metallkäfig an der Robbe. Die Robbe hatte diese menschengemachte Last an Land und im Meer mit sich schleppen müssen. Das Material hatte sich tief in seinen Körper geschnitten – doch Nauset hatte noch nicht aufgegeben. 

 

Unser Team handelte schnell: Noch am Strand wurde die Robbe von der Last befreit und anschließend in ein Rettungszentrum gebracht, wo die Robbe dringend benötigte medizinische Versorgung erhielt. 

Eine Robbe liegt auf einem betonartigen Boden. Eine tiefe Schnittwunde am Hals ist sichtbar.
Eine Robbe wird von einer Person mit Handschuhen vor einer Box festgehalten. Man erkennt die tiefe Schnittwunde am Hals.

Nachdem Nauset vom menschlichen Müll befreit war, wurde eine tiefe Schnittwunde um seinen Hals sichtbar. © IFAW, Activities conducted under a federal stranding agreement between IFAW and NMFS under the MMPA.

Nach der Befreiung war die tiefe Wunde um Nausets Hals deutlich sichtbar. Er war abgemagert, dehydriert und sichtlich erschöpft – ein weiteres Zeichen dafür, dass er bereits lange gekämpft hatte. 

Eine Frau steht in einem blauen IFAW T-Shirt vor einem Metalltisch. Sie hält ein Gitter sowie ein Haufen Netze fest.

Was wir von Nausets Körper entfernten: Monofilament-Netze, Bleileinen und schwere Metallteile. Foto: Andrea Spence / © IFAW, Activities conducted under a federal stranding agreement between IFAW and NMFS under the MMPA.  

Nach über drei Monaten Pflege bei unseren Partnern im Mystic Aquarium hatte Nauset wieder an Kraft gewonnen und zugenommen – er hatte sein Gewicht fast verdoppelt. 

 
Als er bereit war, wurde er zurück ins offene Meer entlassen. Dank eines temporären Satellitensenders konnten wir ihn nach seiner Freilassung verfolgen – und waren überglücklich zu sehen, dass er in bekannte Kegelrobben-Gebiete zurückkehrte. Er hat seinen Weg nach Hause gefunden. 

Eine Kegelrobbe schaut aus der Wasseroberfläche hervor. Der Großteil des Körpers ist Unterwasser.

Nach Monaten der Rehabilitation war Nauset zurück im Ozean. Foto: Andrea Spence / © IFAW, Activities conducted under a federal stranding agreement between IFAW and NMFS under the MMPA. 

Die Satellitenverfolgung ist für uns von besonderer Bedeutung: Die gewonnenen Daten helfen uns zudem, unsere Hilfe für die nächsten Rettungsfälle zu verbessern. Doch leider erhält nicht jede verhedderte Robbe eine zweite Chance. 

Menschen wie Sie machen Rettungen wie die von Nauset überhaupt möglich. Von Robben über Delfine, Schildkröten bis hin zu Walen – kein Tier sollte wegen dem von uns produzierten Müll leiden. Aber wir können auch der Grund sein, warum Tiere solche Gefahren überleben, so wie Nauset. Vielen Dank, dass Sie uns dabei helfen. 

Wir sind sehr dankbar, dass Nauset seine zweite Chance genutzt hat. Wir wünschen ihm klare Gewässer, eine helle Zukunft – und ein wildes, freies Leben. 

 

Vielen Dank, 

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Dr. Sarah Sharp

IFAW Animal Rescue Veterinarian

 

IFAW Internationaler Tierschutz-Fonds gGmbH

Max-Brauer-Allee 62 - 64, 22765 Hamburg, Deutschland

 

https://www.ifaw.org/de/programme/marine-mammal-rescue-research

 

 
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