Die italienischen Regionen Lombardei, Venetien und Ligurien haben die Abschüsse von Buchfinken für diesen Herbst freigegeben. Weitere Regionen planen dies aktuell. Insgesamt sollen in der kommenden Jagdzeit durch Ausnahmeregelungen mehr als 800.000 geschützte Buchfinken und Stare von Jägern geschossen werden dürfen.
Über eine ähnliche Genehmigungspraxis war die Finkenjagd in Italien bereits bis 2010 erlaubt, bis das Komitee gegen den Vogelmord gemeinsam mit anderen italienischen Umweltverbänden erfolgreich gegen die Bejagung der Singvögel klagte. Italien wurde später auch vom Europäischen Gerichtshof verurteilt, woraufhin die Tradition schließlich beendet wurde.
Laut der neuen Genehmigung sollen für diesen Herbst 581.302 Buchfinken und 230.242 Stare zum Abschuss freigegeben werden – eine Praxis, die für die Behörden ohnehin schon schwer zu überwachen ist. In der Lombardei, einem der Wilderei-Hotspots in Norditalien, umfasst die Regelung beispielsweise 97.637 Buchfinken. Auf die 9.200 registrierten Jagdhütten in der Region macht das etwa 10 Vögel pro Kopf und Saison.
Dieser Wert wird erfahrungsgemäß bereits in wenigen Stunden übertroffen, wenn starker Vogelzug auftritt. Das Komitee und andere italienische Verbände versuchen mit vereinten Kräften, dieses Vorhaben zu verhindern – genauso wie das derzeit im Parlament diskutierte Gesetz, das die Vogeljagd in ganz Italien signifikant erhöhen würde.