Herz aus Stein 2023 - Ärzte gegen Tierversuche - Teil 1
Bitte stimmt ab - so schwer das fallen mag ...
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Herz aus Stein
Die Abstimmung 27.02. - 06.03.2023.
Institut: Lehrstuhl für Tierphysiologie, Universität Bayreuth, Universitätsstr. 30, 95440 Bayreuth
Tiere: 2 Elektrische Welse (auch Zitterwels genannt) und 5 Goldfische
Versuch: Es werden jeweils 2 Fische, entweder ein Goldfisch und ein Wels oder zwei Welse, in einen Plexiglaskanal gesetzt. Die Elektrischen Welse werden durch Berührung des Schwanzes zu einer der Verteidigung dienenden elektrischen Entladung angeregt. Die Reaktion des anderen Fisches, Goldfisch oder Wels, werden beobachtet und gefilmt. Die Goldfische reagieren mit Muskelkontraktionen des ganzen Körpers. Zusätzlich wird der Effekt von durch Elektroden verursachten künstlichen elektrischen Entladungen überprüft. Die Zuckungen der Fische werden auf Video aufgenommen und analysiert.
Zudem wird der Effekt starker elektrischer Entladungen geprüft, indem ein Gerät eingesetzt wird, welches in der Elektrofischerei eingesetzt wird, um Fische zu betäuben und leichter fangen zu können. Die Fische werden in ein kleines Becken gegeben und sie werden für bis zu 4 Sekunden einem Elektroschock ausgesetzt. Im Gegensatz zum Elektrischen Wels, der sein Schwimmverhalten nicht verändert, hört der Goldfisch sofort auf zu schwimmen, sinkt auf den Boden des Beckens und stoppt die Atmung. Die Zeit, die der Goldfisch benötigt, bevor er wieder zu atmen beginnt, wird gemessen und beträgt durchschnittlich 24 Sekunden. Um diesen Wert zu ermitteln wird der Versuch mindestens sechsmal wiederholt. Die Zuckungen des Goldfischs, der betäubt zu Boden sinkt und dann orientierungslos durch das Becken schwimmt und gegen die Beckenwände stößt, werden auf einem Video festgehalten, das der Veröffentlichung beigefügt ist.
Hintergrund: Es soll untersucht werden, ob und wie sich Elektrische Welse vor ihren eigenen Entladungen schützen können. Um einen Anwendungsbezug dieser Forschung zu konstruieren, werden von den Autoren Schäden des Herzens beim Menschen nach Elektroschocks erwähnt. Wie das Verständnis der Immunität von Elektrischen Welsen gegenüber elektrischen Entladungen, welche sie über lange Zeiträume durch Evolution erlangt haben, tatsächlich Menschen bei einem Elektroschock helfen soll, wird nicht erwähnt.
Quelle: Welzel G. und Schuster S.: Efficient high-voltage protection in the electric catfish. Journal of Experimental Biology 2021; 224: jeb239855
Datenbank-ID: 5463
Kandidat 2
Institut: Allgemeine Zoologie, Universität Duisburg-Essen, Universitätsstr. 5, 45117 Essen
Tiere: 40 Ansells Graumulle
Versuch: Bei 26 Ansells Graumullen, das sind kleine, in Afrika vorkommende Nager, werden beide Augen mit einer gebogenen kleinen Schere herausgeschnitten.
Nach einer „Erholungsphase“ werden die Graumulle einzeln oder paarweise in eine kreisförmige lichtabgeschirmte Arena gesetzt und ihnen werden Nistmaterialien zur Verfügung gestellt. Etwa eine Stunde lang haben sie Zeit, ein Nest aus Papierschnipseln zu bauen, die in dem Gebiet verteilt sind, wobei die Mitte durch einen Kunststoffzylinder blockiert ist. Der Versuch wird mit Tieren, denen die Augen herausgeschnitten wurden und Tieren mit Augen durchgeführt und an verschiedenen Orten und unter verschiedenen magnetischen Bedingungen wiederholt. Es wird beobachtet, wo im Bezug zum Magnetfeld die Tiere ihr Nest bauen.
Zuvor werden mittels Videoaufzeichnungen in der Länge von mindestens 7 Stunden das Verhalten (z.B. Ruhen, Fressen, Putzen) von 6 Tieren ohne Augen und 8 Kontrolltieren beobachtet, um zu überprüfen, ob sich die Tiere ohne Augen normal verhalten. Das weitere Schicksal der Tiere nach den Versuchen wird nicht erwähnt.
Hintergrund: Die magnetische Orientierung von Graumullen wird getestet, nachdem ihnen die Augen entfernt wurden. Ergebnis: Graumulle mit Augen bauen vorzugsweise im Südwesten ihr Nest, während Tiere, denen die Augen herausgeschnitten wurden, keine Richtung bevorzugen.
Quelle: Caspar K.R. et al. Eyes are essential for magnetoreception in a mammal. Journal of The Royal Society Interface 2020; 17(170): 20200513
Datenbank-ID: 5365
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