Hauptzerstörungsursachen der Wälder - Teil 2
Landwirtschaft
Auch die Landwirtschaft trägt ihren Teil zur Zerstörung der Wälder durch einen enormen Flächenbedarf für den Anbau von Futter- und Nutzpflanzen sowie für Viehweiden bei. Von 2000 bis 2006 wurde etwa in Brasilien eine Fläche von der Größe Griechenlands gerodet. Brasilien holzt Flächen für Zuckerrohr und Baumwolle ab und hat sich zum wichtigsten Produzenten der eiweißreichen Sojabohne entwickelt. Diese wird nur in geringem Maße für den heimischen Markt verwendet, sondern zum weitaus größten Teil nach Europa exportiert, da es hier als Viehfutter zur Fleischproduktion benötigt wird.
Durch die immer weitere Ausdehnung der Sojaanbauflächen – derzeit etwa 22 Millionen Hektar – werden zugleich Infrastrukturprojekte und der Straßenbau vorangetrieben, um so die Erschließung neuer Flächen zu ermöglichen. Für die nächsten Jahre hat die brasilianische Regierung die Verfünffachung der Zuckerrohrplantagen und eine Ausweitung der Sojaanbauflächen auf 60 Millionen Hektar geplant. Letztlich werden in Brasilien also Wälder gerodet, um den Europäern ihren Fleischkonsum zu ermöglichen.
Agroenergie
Durch die sich abzeichnende Verknappung fossiler Energieträger sowie die Absicht, die durch ihre Verbrennung hervorgerufene Klimabelastung zu vermeiden, erleben Agrotreibstoffe wie Palmöl oder Ethanol aus Zuckerrohr einen regelrechten Boom. Im Bestreben weiterhin (auto-)mobil zu sein, zugleich aber weniger CO2 auszustoßen, soll die Klimabilanz der Autos durch die Beimischung eben solcher so genannter „Bio"treibstoffe aufgebessert werden.
Malaysia und Indonesien sind bereits heute die weltweit größten Produzenten und Exporteure von Palmöl, das bislang vor allem in der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie verwendet wird. Das Palmöl wird in großflächigen Plantagen angebaut für die Regenwald abgeholzt wird.
Auf über 4 Millionen Hektar in Sarawak und Sabah auf Borneo wachsen immer mehr Malaysias Ölpalmen. Indonesien will die derzeitige Plantagenfläche von circa 7 Millionen Hektar auf 26 Millionen Hektar im Jahr 2026 ausweiten. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden bereits 12 Millionen Hektar Regenwald gerodet, wobei zunächst das Holz der Bäume zu Geld gemacht und anschließend die Fläche für Plantagen bereitet wird.
Entwicklungs-/Infrastrukturprojekte
Eines der wichtigsten Paradigmen unserer Zeit ist Wohlstand, der wiederum nur durch fortwährendes wirtschaftliches Wachstum erreicht werden kann. Und weil nicht nur der Westen in Wohlstand leben soll, sondern auch die Staaten der sogenannten 'Dritten Welt' in den Genuss “westlicher Zivilisation” kommen sollen, gibt es eine enorme Nachfrage nach Rohstoffen, die diese Maschine am Laufen halten sollen.
Die nach Rohstoff gierenden Gesellschaften der Industrie- und der Schwellenländer setzen auch alles daran, ihren Hunger gestillt zu bekommen und lassen sich die Waren aus den letzten Winkel der Erde liefern. Im Namen wirtschaftlicher Entwicklung werden etwa Straßen durch die Regenwälder gebaut, um - wie in Brasilien - das Soja so schnell und kostengünstig wie möglich zu den großen Häfen bringen zu können und um vermeintlich rohstoffreiche Gebiete zu erschließen.
Ein besonders beliebtes Beispiel, “Entwicklungsländern” auf eine höhere Zivilisationsstufe zu verhelfen, ist der Bau von Staudämmen und Wasserkraftwerken im Regenwald - die letztendlich der Exportindustrie dienen müssen.
Aktuell ist der Bau eines Staudamms in Malaysia geplant, der nicht nur die indigene Bevölkerung der Penan, Kelabit und Kenyah vertreiben, sondern auch Teile des Mulu Nationalparks - eines UNESCO-Welterbes - überfluten würde.
Projekte mit ähnlich gravierenden Folgen sind in Laos, Burma und Brasilien geplant.
Fortsetzung im Blogteil 3
Quelle: Pro Regenwald
https://www.pro-regenwald.de/7ursachen