Esel in den Magen getreten

Liebe Tierfreundin, lieber Tierfreund,
wie viele Fotoalben weltweit enthalten wohl Aufnahmen aus der Felsenstadt Petra in Jordanien? Täglich bereisen im Durchschnitt mehr als 3.000 Menschen das antike Kulturdenkmal – und die meisten sehen dabei über das allgegenwärtige Tierleid hinweg oder unterstützen es sogar mit ihrem eigenen Urlaubsgeld. Sie freuen sich über ihre Reise zu diesem besonderen Ort, haben womöglich lange dafür gespart und möchten die Ruinenstätte so nah und authentisch wie nur möglich erleben, um anschließend zuhause davon zu berichten. Doch es ist wichtig, dass endlich alle verstehen: Tierquälerei ist niemals „Tradition“ und hat mit touristischen Attraktionen nichts zu tun!
Denn solange die Menschen das nicht einsehen, sieht das Leben für die Tiere in Petra so aus:
Bilder wie diese könnten im Fotoalbum jeder Person kleben, die schon einmal in Petra gewesen ist.
Über 1.300 Pferde, Esel, Maultiere und Kamele werden Tag für Tag gezwungen, Tourist:innen auf ihrem Rücken zehn zermürbende Kilometer lang durch die steinige Stadt zu befördern – selbst bei brütender Hitze. Immer wieder schlagen Tierführer:innen die erschöpften Tiere mit Gegenständen wie harten Plastikrohren, Seilen, Ketten und Peitschen oder treten ihnen in die empfindliche Seite.
Esel werden gezwungen, Urlauber:innen über 900 gefährlich steile und abgetragene Stufen zum berühmten Kloster der Stadt hinauf- und wieder hinunterzutragen. Videoaufnahmen, die uns vorliegen, zeigen einen Esel, der kurz nach einer Tour erneut zum Einsatz kommen soll. Als das Tier scheut, wird es mit solcher Wucht in den Magen getreten, dass eine in der Nähe stehende Person erschrocken zurückweicht. Der Esel versucht, dem Angriff zu entkommen – doch vergeblich, denn er ist angebunden.
Ebenso wenig wie Respekt stehen den Tieren Wasser und Schatten zur Verfügung. Erst am Ende des Tages dürfen sie an der einzigen Wasserquelle im archäologischen Park von Petra etwas trinken.
PETA setzt sich durch Aufklärungsarbeit dafür ein, dass sich der Umgang mit den Tieren ändert. Doch noch leiden Esel, Pferde, Kamele und andere Tiere Tag für Tag für den Tourismus in der Ruinenstätte. Um Tiere vor Ort notfallmäßig versorgen zu können, wurde 2019 mit Unterstützung von PETAs Global Compassion Fund eine Tierklinik in Petra eröffnet. Tiere mit akuten Schmerzen oder Verletzungen werden hier kostenlos behandelt, hungernde Tiere erhalten Nahrung. Wir von PETA Deutschland möchten den vielen Pferden, Maultieren, Eseln und Kamelen helfen, die für den Transport von Tourist:innen missbraucht und gequält wurden und in der Klinik behandelt werden müssen. Ihre Spende rettet Leben!
Bitte teilen Sie diese Informationen auch innerhalb Ihres Bekanntenkreises, damit möglichst viele Menschen über die unerträglichen Zustände hinter „Touristenattraktionen mit Tieren“ Bescheid wissen und sich niemals für die Beteiligung an solchen Tierquälereien entscheiden. Wir wünschen allen von Herzen eine wunderbare Reisezeit und Fotoalben voller unvergesslicher Erinnerungen – auf denen kein Tier zu sehen ist, das für den Profit der Tourismusbranche leidet.
Ich danke Ihnen für alles, was Sie für die Tiere tun.
Mit freundlichen Grüßen

Ingrid E. Newkirk
Vorsitzende
PETA Deutschland e.V.
PS: Zwischen ihren Einsätzen werden die Tiere angebunden – Schatten oder ein anderer Schutz vor der Hitze steht ihnen dabei nicht zur Verfügung. Einige sind so kurz angeseilt, dass sie sich nicht einmal hinlegen und erholen können, sondern müssen stehend auf die nächste zahlende Kundschaft warten. In der von PETAs Global Compassion Fund unterstützten Tierklinik werden täglich misshandelte Tiere versorgt. Möchten Sie heute dabei helfen, ihre Wunden zu lindern?
PETA Deutschland e.V.
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