Eintrag #1787, 03.07.2025, 18:13 Uhr

Dieses Urteil ist eine Schande für den Rechtsstaat!

Lieber Unterstützer:innen der WeAct-Petition “Keine Einrede der Verjährung in Schmerzensgeldprozessen”, 

vor wenigen Tagen hat das Landgericht Köln eine erschütternde Entscheidung getroffen: Eine Frau, die als 12-jähriges Pflegekind jahrelang von einem Priester missbraucht wurde, erhält kein Schmerzensgeld vom Erzbistum Köln. 

Was ist passiert?

  • Der Priester holte mit Genehmigung des damaligen Kardinals von Köln das Mädchen, zusammen mit einem weiteren Jungen 1980 als Pflegekinder zu sich ins Pfarrhaus
  • Ohne sein Priesteramt hätte ein junger, alleinstehender Mann in dieser Zeit niemals zwei Pflegekinder erhalten
  • Die damaligen Vorgesetzten des Bistum machten zur Bedingung, dass eine Haushälterin eingestellt würde - offenbar wollte man den jungen Priester nicht mit zwei Kindern allein in seiner Wohnung wissen. Die Einhaltung dieser Bedingung wurde von der Kirche aber nie überprüft. Tatsächlich hat der Priestertäter niemals eine Haushälterin eingestellt. Er wollte unkontrollierten Zugriff auf das Mädchen  
  • Die Kirche behauptet, die Taten des Pfarrers seien seine Privatsache gewesen und zieht sich aus der Verantwortung

Die Kirche hat hier ihre Schutzpflicht gegenüber einer Minderjährigen vernachlässigt. Es gab keine Überprüfung einer Anordnung, die das Geschehene hätte aufhalten/verhindern können. Und sind Priester nicht per Amt immer im “Dienste Gottes” tätig und damit nie im privaten Feierabend? Das Landgericht sieht das nicht so und hat entschieden: Keine Amtshaftung der Kirche. 

Ein Schock für alle, die sich für eine gerechte Aufarbeitung und Entschädigung der Betroffenen einsetzen. Die Kosten für das verlorene Verfahren belaufen sich auf über 30.000 Euro - ein Berufungsverfahren wird noch teurer. Während die Kirche diese Summen problemlos stemmen könnte, muss die Betroffene die Kosten vorab selbst aufbringen. Dennoch hat sie sich entschieden, in Berufung zu gehen!

Deshalb haben wir als Eckiger Tisch e.V. einen Prozesskosten-Fond eingerichtet - damit richtungsweisende Verfahren nicht am Geld scheitern. Es ist schwer genug, als betroffene Person vor Gericht zu ziehen - weitaus schlimmer wird es, wenn man hochverschuldet wieder rausgeht.

 

https://www.eckiger-tisch.de/dieses-urteil-ist-eine-schande-fuer-den-rechtsstaat/

 

 
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