Eintrag #3, 27.03.2007, 20:11 Uhr

Die Zeit zum Warten

Dass sie sich verändert hatte war offensichtlich. Auf seltsame Weise war sie ihm gegenüber kälter geworden, ohne dass er es an bestimmten Reaktionen hätte festmachen können. Es war als ob eine nicht sichtbare Grenze zwischen ihnen gezogen worden wäre.
Er glaubte auch zu ahnen dass die Herzlichkeit, die er nicht mehr bekommen konnte, jetzt jemand anderem zuteil wurde. Die Eifersucht machte ihn rasend, aber er konnte nicht darüber reden. Nicht mit ihr. Nicht wenn sie nach Hause kam und ihn lächelnd fragte wie sein Tag war. Nicht wenn er ins Bett kam und sie ihm lächelnd die Arme entgegen streckte. Nicht wenn sie morgens aufstanden und er ihr verbissen lächelnd Kaffee kochte.
Merkte sie denn gar nicht dass er es wusste? Dass er eifersüchtig darüber wachte wann sie das Haus verließ und wann sie wiederkam? Dass er sie zu den unmöglichsten Uhrzeiten anrief? War es ihr egal?
Warum er bei ihr blieb? Er wusste es nicht. Vielleicht war es Liebe. Vielleicht auch nur die Angst vor der Trennung.
Warum blieb sie überhaupt bei ihm? Warum zog sie keinen Schlussstrich, warum entschied sie sich nicht? Warum spielte sie denn mit ihnen beiden?
Liebe, das war jedenfalls seine Ansicht, konnte sich nur auf eine Person richten. Und diese eine Person wollte man auch nicht verletzen. War es dann überhaupt noch Liebe, was sie empfand? Warum verletzte sie ihn dann, warum teilte sie ihre Liebe zwischen zwei Männern auf? Er traute sich nicht sie danach zu fragen. Vielleicht würde sie dann doch noch den Schlussstrich ziehen. Und er wollte sie doch nicht verlieren.
Wann hatte er es das erste Mal bemerkt? Als sie abends leicht angeheitert nach Hause gekommen war und erzählt hatte dass sie mit einer alten Schulfreundin etwas trinken war? Als sie nach einem ihm unbekannten Männerparfüm roch? Als sie eine Nacht weggeblieben war und sagte dass ihre beste Freundin Liebeskummer hatte?
Spielte es überhaupt eine Rolle wann er es das erste Mal bemerkt hatte? Spielte es nicht viel mehr eine Rolle dass es so war? Er konnte doch so oder so nichts daran ändern.
Resigniert ließ er sich auf den Küchenhocker sinken. Der Minutenzeiger der Uhr sprang einen Strich weiter, es war jetzt fast 2 Uhr morgens. Immer noch kein Licht im Treppenhaus, immer noch kein Zeichen von ihr. Er starrte aus dem Fenster und wartete.
 
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