Eintrag #248, 08.05.2024, 21:29 Uhr

Die Nacht!

DIE NACHT holt heimlich durch des Vorhangs Falten

aus deinem Haar vergessnen Sonnenschein.

Schau, ich will nichts, als deine Hände halten

und still und gut und voller Frieden sein.

 

Da wächst die Seele mir, bis sie in Scherben

den Alltag sprengt; sie wird so wunderweit:

An ihren morgenroten Molen sterben

die ersten Wellen der Unendlichkeit.

 

Reiner Maria Rilke

 
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