Eintrag #951, 17.06.2024, 17:43 Uhr

Die Folterwerkzeuge der Exotenleder-Industrie

Eine Python schaut in die Kamera. Ein Mann hält ihren Kopf und setzt ein Rasiermesser an. Auf dem Bild steht:

[Achtung: schlimme Bilder]

Hammer, Haken, Schraubenzieher: Die Folterwerkzeuge der Exotenleder-Industrie

 

Drei Arbeiter zerren eine Python aus einer engen Plastikkiste. Während zwei von ihnen die Schlange von hinten festhalten, fixiert der Dritte ihren Kopf mit einer Hand auf einem Plastikblock. In der anderen Hand hält er einen Hammer und schlägt der Schlange damit so gewaltsam auf den Kopf, dass ihr Schädelknochen zerbricht. Ihr Körper zuckt noch, als die Männer ihren Kopf auf einem spitzen Haken aufspießen und sie an der Wand aufhängen. Anschließend pumpen sie das Tier mit Wasser voll, damit sich die Haut leichter vom Körper abschneiden lässt.

Laut dem Reptilien-Experten Dr. Clifford Warwick ist es wahrscheinlich, dass die Schlange während dieser Tortur bei vollem Bewusstsein war. Man kann sich kaum vorstellen, welch unerträgliche Schmerzen sie erlitten haben muss.

Der Videoausschnitt zeigt einen Arbeiter, der einer Python mit einem Hammer den Schädel zertrümmert.
 

PETA Asien dokumentierte Szenen wie diese im Rahmen von Recherchen auf der Python-Farm Closed-Cycle Breeding International (CCBI) und in weiteren Betrieben, die Schlangen- und Krokodilhäute an das Unternehmen Kering, den Mutterkonzern der Marke Gucci, liefern.

PETA Deutschland und seine internationalen Partnerorganisationen haben bereits auf drei Kontinenten das unermessliche Leid der Schlangen, Krokodile, Alligatoren und anderer Reptilien enthüllt, die in der Exotenlederindustrie gequält und getötet werden. Die abgezogenen Häute der Tiere finden sich weltweit in Geschäften diverser Luxusmarken in Form von sogenanntem Exotenleder. 

Jede Spende für unsere Kampagne „Rettet unsere Haut!“ kommt den Tieren zugute, die von der Bekleidungsindustrie ausgebeutet werden.

Der Videoausschnitt zeigt eine Python, der Wasser, mit dem ihr Körper vollgepumpt wurde, aus dem Mund läuft, während ein Arbeiter ihr mit einem Rasiermesser die Haut vom Körper schneidet.

Bei verdeckten Recherchen in anderen Betrieben dokumentierten die Teams von PETA Asien, wie lebende Schlangen an Bretter genagelt, zerhackt und mit Druckluft vollgepumpt wurden. Schon lange vor der schmerzvollen Tötung jedoch bestand das Leben dieser Tiere nur aus Leid und Langeweile, denn sie wurden ihr gesamtes Leben lang in viel zu kleinen, verdreckten Käfigen gehalten, oft ohne ausreichend Nahrung und Wasser.

Der Videoausschnitt zeigt, wie einem Krokodil ein dünner Metallstab in einen Schnitt am Hals geschoben wird. Das Krokodil lebt noch.

In der Exotenleder-Industrie werden viele Krokodile bis zu 15 Monate lang in verdreckten Betonbecken eingesperrt, die mitunter kleiner sind als die Tiere selbst. In diesen Gefängnissen haben sie keine Möglichkeit, Tunnel zu graben, ihre Kinder zu schützen oder Werkzeuge zur Jagd zu benutzen, wie es Krokodile in freier Natur tun. Bei der Tötung pumpen Mitarbeitende die panisch zappelnden Tiere teils so lange auf, bis sie sterben. Manchmal schneiden sie auch den Nacken der Krokodile auf, reißen das Rückenmark mit einem dünnen Metallstab aus dem Körper und zerstören schließlich das Gehirn mit einem Metallstift. Viele Krokodile sind noch bei Bewusstsein, wenn ihnen danach die Haut vom Körper geschnitten wird – ein Vorgang, der pro Tier zwischen 15 und 20 Minuten dauern kann. Andere Reptilien werden getötet, indem ihnen der Kopf bei vollem Bewusstsein mit einer Machete abgeschlagen wird.

 

 https://action.peta.de/page/151203/donate/1

 

Es ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass Reptilien, ähnlich wie Menschen und andere Säugetiere, Schmerzen empfinden. Sie leiden oftmals noch mehr, weil die gängigen Betäubungs- und Tötungsmethoden bei den Tieren nicht zur Bewusstlosigkeit und zum sofortigen Tod führen. Unterschiede in der Anatomie und im Stoffwechsel von Reptilien bedeuten, dass weder der sogenannte „Keulenschlag“ auf den Kopf noch der „Nackenstich“ zuverlässig zur Bewusstlosigkeit führen. Die Tiere leiden unter größten Schmerzen, wenn sie augenscheinlich bei vollem Bewusstsein gehäutet und ausgeweidet werden.

Das Bild zeigt mehrere PETA-Demonstrationen gegen Exotenleder.
TIERQUÄLEREI FÜR MODE STOPPEN
 

https://action.peta.de/page/151203/donate/1

 

PETAs Einsatz für Reptilien und andere Tiere zeigt Wirkung, denn zahlreiche Marken haben den Verkauf von Produkten aus Exotenleder bereits eingestellt. Zu ihnen gehören etwa Calvin Klein, Tommy Hilfiger, Mulberry, Chanel und Victoria Beckham. Erst vor wenigen Wochen kündigte auch Marc Jacobs an, künftig kein Exotenleder mehr zu verarbeiten, nachdem PETA USA dem Unternehmen Infomaterial über die qualvollen Praktiken der Exotenleder-Industrie hatte zukommen lassen. Nun wollen wir den Druck auf die Entscheidungstragenden von Unternehmen wie Gucci, Louis Vuitton und Dior erhöhen, damit auch sie endlich aufhören, solches Tierleid zu verursachen. Bitte unterstützen Sie uns dabei. Kein Lebewesen hat es verdient, zu leiden und zu sterben, nur weil eine Industrie Profite mit seiner Haut machen möchte.

 

Mit freundlichen Grüßen


Julia Zhorzel
Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie
PETA Deutschland e.V.

PS: Nicht nur Reptilien, sondern auch andere Tiere wie Strauße oder Kängurus werden für sogenanntes Exotenleder gehäutet. Ihre heutige Spende kommt allen Tieren zugute, die in der Bekleidungsindustrie ausgebeutet werden.

 

 
... und 4228 Gäste
Wer war da?