Die Deppen der InvestmentWeek
Das Worst-Case-Szenario zwingt Berlin zu einem verzweifelten Rettungsversuch
Sollte der „Connected Vehicle Security Act“ verabschiedet werden, stünde Mercedes vor einer unmöglichen Wahl. Entweder der Konzern schafft es, seine Kapitalstruktur durch eine massive Verwässerung der chinesischen Anteile radikal umzubauen, oder er muss seine gesamte US-Sparte verkaufen. Beides käme einer Amputation gleich. Eine erzwungene Kapitalerhöhung mit Hilfe der Bundesregierung würde zudem einen diplomatischen Flächenbrand mit Peking auslösen, den Bundeskanzler Scholz tunlichst vermeiden will.
Die Hoffnung ruht nun paradoxerweise auf Donald Trump. Bei seinem anstehenden Antrittsbesuch in China könnte Staatschef Xi Jinping das Thema zur Chefsache machen. „Ich bin chinesisch“, kokettierte Mercedes-Chef Ola Källenius erst kürzlich in Peking, um seine tiefe Verbundenheit zum Reich der Mitte zu unterstreichen. Diese Worte könnten ihm in Washington nun wie ein Bumerang um die Ohren fliegen.
Sollte Trump die Pläne der Senatoren als Verhandlungsmasse in seinem großen China-Deal opfern, wäre Mercedes vorerst gerettet. Doch das Grundproblem bleibt: Die USA ziehen die Mauern hoch, und wer wie Mercedes zwischen den Stühlen der Weltmächte sitzt, droht zerquetscht zu werden. Die Zeit der globalen Arbitrage, in der man chinesisches Kapital für amerikanische Gewinne nutzen konnte, ist endgültig vorbei.
Peking oder Washington – Mercedes muss sich entscheiden, bevor der US-Kongress die Entscheidung für sie trifft.
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[InvestmentWeek] · 12.05.2026 · 16:00 Uhr
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