Die Satelliten werden immer kleiner und kostengünstiger. Mittlerweile befinden sich bereits mehr als 5.000 im Weltall. Die meisten von ihnen sind sogenannte Kleinstsatelliten mit einem Gewicht, welches weniger als 500 Kilogramm beträgt. Deutsche Unternehmen müssen oft in weit entfernte Länder ausweichen, um ihre eigenen Satelliten ins All zu schießen. Das soll sich, zumindest bei den Kleinstsatelliten, noch in diesem Jahr ändern.
Ein Betreiber-Konsortium rund um das Bremer Raumfahrtunternehmen OHNB hat angekündigt, dass man noch im Jahr 2023, mit der Inbetriebnahme eines Weltraumbahnhofs, in der Nordsee starten will. Der dafür auserwählte Standort befindet sich ca. 400 Kilometer vor der Küste. Er soll bestens prädestiniert sein, um nicht nur den Flugrouten und Windparks aus dem Weg zu gehen, sondern auch bestens geeignet sein, um möglichst einfach die gewünschten Orbits zu erreichen. Dabei wird es sich, um ein Spezialschiff mit einer entsprechenden Startrampe handeln. Im Idealfall wird dieses zwischen dem Weltraumbahnhof und dem Hafen in Bremerhaven pendeln. Im Hafen soll ein sogenannter Spaceport entstehen. Die Rakete wird mit den Satelliten bestückt und danach auf die Plattform gebracht. Es erfolgt die Fahrt auf das offene Meer, wo letztendlich auch der Start erfolgt. Für die Nutzung des Weltraumbahnhofs in der Nordsee, müssten entsprechende Gebühren entrichtet werden.
Nachdem sich die Kosten für die Nutzung der Plattform niedriger sind, als jene bei den Auslandsstarts, unterstützt die deutsche Bundesregierung den Bau des Weltraumbahnhofs. Die Regierung verspricht sich davon auch einen Schub für jene deutsche Industrie, welche in dieser Branche tätig ist.
Es wäre natürlich großartig, wenn es gelingen sollte, ein komplettes Ökosystem entstehen zu lassen, welches von der Produktion einzelner Komponenten, über den Bau von Satelliten, bis hin zum Betrieb einer eigenen Startplattform im Meer reicht.
Ein eigener Weltraumbahnhof hat für Deutschland allerdings nur dann einen Sinn, wenn es den deutschen Firmen gelingt, zahlreiche, wirtschaftlich tragfähige Modelle zu entwickeln, damit sich der ganze Aufwand auch tatsächlich lohnt.