Eintrag #2, 22.11.2005, 20:24 Uhr

Denk doch bei der nächsten Heimfahrt mal an diese Geschichte

Andi schaute kurz noch einmal auf das Tachometer, bevor er langsamer
  wurde: 79 innerhalb einer Ortschaft. Das vierte Mal in 4 Monaten.
  Wie konnte ein Typ denn so oft erwischt werden? Als er sein Auto auf
  10 km/h abbremste, fuhr Andi rechts ran.

  Der Polizist, der ihn angehalten hatte, stieg aus seinem Auto aus. Mit
  einem dicken Notizbuch in der Hand. Christian? Christian aus der Kirche?
  Andi sank tiefer in seinen Sitz.

  Das war nun schlimmer als der Strafzettel. Ein christlicher Bulle
  erwischt einen Typen aus seiner eigenen Kirche. Einen Typen, der etwas
  Angespannt war, nach einem langen Tag im Büro. Einen Typen, der morgen
  Golf spielen wollte. Als er aus seinem Auto sprang, erblickte er den
  Polizisten, den er jeden Sonntag in der Kirche sah. Er hatte erst nur
  den Mann in Uniform gesehen.

  "Hi Christian. Komisch, dass wir uns so wieder sehen!"

  "Hallo Andi." Kein Lächeln.

  "Ich sehe du hast mich erwischt in meiner Eile nach Hause zu kommen, um
  meine Frau und Kinder zu sehen."

  "Ja, so ist das." Christian, der Polizist schien unsicher zu sein.
  "Ich bin in den letzten Tage erst sehr spät aus dem Büro gekommen. Ich
  denke auch, dass ich die Verkehrsregeln nun mehr als einmal gebrochen
  habe." Andi war nervös und ungeduldig. " "Verstehst du, was ich meine ?"

  "Ich weiß, was du meinst. Ich weiß auch, dass du soeben ein Gesetz
  gebrochen hast."

  Aua. Dies geht in die falsche Richtung. Zeit die Taktik zu ändern. "Bei
  wie viel hast du mich erwischt?"

  "Siebzig. Würdest du dich bitte wieder in dein Auto setzen?"

  "Ach Christian, warte bitte einen Moment. Ich habe sofort auf den Tacho
  geschaut, als ich dich gesehen habe! Ich habe mich auf 65 km/h
  geschätzt!" Andi konnte mit jedem Strafzettel besser lügen.

  "Bitte Andi, setz dich wieder in dein Auto."

  Genervt quetschte Andi sich durch die noch immer offene Türe. Ein Knall
  und die Tür war zu. Er starrte auf sein Armaturenbrett. Christian war
  fleißig am schreiben auf seinem Notizblock. Warum wollte Christian nicht
  Führerschein und Papiere sehen? Was auch immer der Grund war, es würden
  einige Sonntage vergehen, bis er sich in der Kirche wieder neben diesen
  Polizisten setzen würde.

  Christian klopfte an die Tür. Er hatte einen Zettel in der Hand. Andi
  öffnete das Fenster, maximal 5cm, gerade genug, um den Zettel an sich zu
  nehmen. Christian gab ihm den Zettel durch. "Danke." Andi konnte die
  Enttäuschung nicht aus seiner Stimme halten. Christian setzte sich
  wieder ins Auto ohne ein Wort zu verlieren. Andi wartete und schaute
  durch seinen Spiegel zu. Dann faltete er den Zettel auf. Was würde ihn
  dieser Spaß wieder kosten?

  Hej! Warte mal! War das ein Witz? Dies war kein Strafzettel.

  Andi las:
  "Lieber Andi, ich hatte einmal eine kleine Tochter. Als sie sechs Jahre
  alt war starb sie bei einem Verkehrsunfall. Richtig geraten, der Typ ist
  zu schnell gefahren. Einen Strafzettel, eine Gebühr und drei Monate
  Knast und der Mann war wieder frei. Frei um seine Töchter wieder in den
  Arm nehmen zu dürfen. Alle drei konnte er wieder lieb haben. Ich hatte
  nur eine und ich werde warten müssen, bis ich in den Himmel komme, bevor
  ich sie wieder in den Arm nehmen kann. Tausendmal habe ich versucht
  diesem Mann zu vergeben. Tausendmal habe ich gedacht, ich hätte es
  geschafft. Vielleicht habe ich es geschafft, aber ich muss immer wieder
  an sie denken. Auch jetzt. Bete bitte für mich. Und sei bitte
  vorsichtig, Andi. Mein Sohn ist alles was ich noch habe. Gruß Christian"

  Andi drehte sich um und sah Christians Auto wegfahren. Er fuhr die
  Straße wieder runter. Andi schaute bis er nicht mehr zu sehen war. Erst
  ganze 15 Minuten später fuhr er langsam nach Hause. Er betete um
  Verzeihung und zu Hause angekommen nahm er seine überraschte Frau und
  Kinder in den Arm und drückte sie ganz fest.


  Das Leben ist so wertvoll. Behandle es mit Sorgfalt.
  Dies ist eine sehr wichtige Nachricht, bitte gib sie weiter an alle
anderen Freunde.


  Fahr vorsichtig und mit Verständnis anderen gegenüber.
  Vergiss nie, Autos kann man wieder kaufen - so viele man will.
  Menschenleben aber ....


  Schon komisch, man bekommt 1000  "Witze"  per Email zugeschickt und sie
  verteilen sich wie ein Feuer, aber wenn man anfängt nachdenkliche Briefe
  zu versenden, die auf das Leben anspielen, denken die Menschen zweimal
  nach bevor sie diese verteilen.
 
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