Eintrag #1727, 17.06.2025, 18:57 Uhr

Delfin-Geburt wird als Erfolg verkauft – doch wofür ?

Vom „Wunder im Wasser”, einem „außergewöhnlichen Moment” oder „Chicago heißt Delfinbaby willkommen“ war in dieser Woche in zahlreichen Online-Portalen die Rede. Geteilt wurde dazu ein Video aus dem Brookfield Zoo in Chicago, das Delfin-Mutter „Allie" bei der Geburt ihres Kalbs zeigt.

Ja, wir freuen uns, dass das Delfinbaby wohlauf ist.

 

Aber das ist auch der einzige Lichtblick in einer zutiefst problematischen Realität. Denn was jetzt folgen wird, ist kein Leben in Freiheit, sondern ein Dasein in den Betonbecken der Einrichtung. Ohne je Teil einer natürlichen Delfingruppe zu sein. Ohne je dem natürlichen Instinkt der Jagd zu folgen. Ohne je dort zu schwimmen und zu tauchen, wo Delfine wirklich hingehören: im Ozean.

 

Diese Geburt wird als Erfolg verkauft – doch wofür eigentlich? Jedenfalls nicht für bedrohte Wildpopulationen. Und ganz sicher nicht für den Delfin selbst. Zuchtprogramme wie dieses dienen einzig dem Zweck, den Nachschub für Delfinarien und Shows zu sichern. Es geht um Einnahmen durch Ticketverkäufe. 

 

In puncto Nachzucht muss Deutschland an dieser Stelle als Negativbeispiel herangezogen werden. Bereits mehrfach hat die GRD betont: Die hohe Sterblichkeitsrate von Kälbern in den letzten beiden deutschen Delfinarien zeigt deutlich, dass Zuchtversuche zum Scheitern verurteilt sind. Die Haltungsbedingungen entsprechen schlichtweg nicht den grundlegenden Bedürfnissen der Tiere. Wann sehen dies Delfinarienbetreiber und Politiker endlich ein?

 

Um es mit Blick auf das neugeborene Delfinbaby von Chicago auf den Punkt zu bringen: Nachzucht ist alles andere als süß – sie ist systematische Gefangenschaft!

 

https://www.delphinschutz.org/delfine/delfinarien/

 

 
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