Eintrag #60, 14.12.2005, 00:16 Uhr

Das Leid der Pfandflaschen

Was waren das für Zeiten, als man in den Mini-Discounter ist, sich eine Cola-Dose geholt hat, sich im Sommer am kühlen Blech die Hitze zu vertreiben versuchte und sie dann leer entweder zusammendrückte (schaut her, schaut her, ich bin Popeyline)oder sie als geräuschvolles Fußinstrument benutzte. Was waren das für Zeiten!

Doch heut' ist alles anders. Zwangssiegeszug der Pfandflaschen. Kein heißgeliebtes, kühles Blech, kein Glas. Plastik. Fast ausschließlich Plastik. Selbst das Bier oder Radler ist in Plastikflaschen erhältlich.

Ich habe bei Pfandflaschen eine ganz seltsame Angewohnheit. Manchmal glaube ich wirklich, der Jagd und Sammeltrieb kommt hier zu Tage. "Und da ich nicht jagen kann, muss ich sammeln" um es mit Stephans Worten zu sagen.
Also sammle ich. Grüne Mineralwasserflaschen, Kleine und Große, Orangenlimonade, Apfelsaft, Cola. Alles was so den Weg in meine Kehle findet, findet mit Sicherheit auch den Weg in meinen Kofferraum. Dort stapeln sich diese tollen Plastikflaschen nämlich. Manchmal bin ich sogar fest davon überzeugt, dass sie sich ohne mein zutun im dunkeldüsterkalten Kofferraum vermehren. Zunächst werden sie noch sortiert aber nach nicht allzulanger Zeit vertreiben sie sich den Tag damit, im Chaos unterzugehen.
Und jedes mal, wenn Frau dann zum Jagen (Einkaufen) geht, vergisst sie das gesammelte. Schließlich liegt es ruhig und friedlich im Kofferraum. Muckt sich nicht, jammer nicht. Kaum verlässt Frau das Jagdgebiet fällt es ihr wieder ein. Die PLASTIKFLASCHEN! Beim nächsten Mal, sagte sie beim nächsten Mal vom nächsten Mal. Und so weiter. Und so fort.

Das Leid nimmt kein Ende. Und das ist nicht nur bei mir so. Mein Herr von und zu hat diesen Sammlertrieb noch weiter ausgegelebt. Es wird im Keller, im Flur, in Abstellkammern und natürlich im Kofferraum gebunkert. Bis kein Platz mehr ist. Oder bis sich Besuch ankündigt und der Stolz eines Singlehaushaltes (nicht eines Singlelebens) durchbricht. Und worin endet das? In abendlichen Einkaufshäusermarathonen (ist das die richtige Mehrzahl von  Marathon?). Das heißt, man hetzt mit einem wirklich über und über vollen Auto vom Lidl zum ALDI, in den Real und bemerkt bei der Norma, dass diese doch nur bis 19 Uhr auf geöffnet hat. Und so geht es weiter. Bis auch der letzte Plastikteufel eine neue Heimat gefunden hat. Und der Kofferraum und die Wohnung wieder Platz. Unglaublichen Platz.

"Da passt noch was rein!" Und mein Twingo denkt sich nur, "leck mich" *hüstel*

Minensie
 
 (35) barank
 (48) Mics
 (56) IgelEi
 (39) serialize

... und 78 Gäste
Wer war da?