Eintrag #874, 12.05.2024, 18:49 Uhr

Das Leid der Kuhmütter für Milch

Tiere lieben ihre Kinder innig. Ähnlich wie Menschen sind Kühe neun Monate schwanger, bevor sie ihr Kind zur Welt bringen. Das kleine Kalb ist für sie das Wichtigste auf der Welt, das sie umsorgen und beschützen wollen. Doch Kuhmütter in der Milchindustrie können ihre Kinder weder stillen noch bemuttern, denn in der Regel werden ihnen die Kälber kurz nach der Geburt entrissen. Mutter und Kalb rufen oft tagelang verzweifelt nacheinander. Wie sich jede Mutter sicherlich vorstellen kann, ist die Trennung für beide traumatisierend. 

Da Kühe nur Milch produzieren, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht haben, werden sie immer wieder geschwängert, meist künstlich.

Zu sehen ist ein Videoausschnitt, in dem ein Mitarbeiter einer Kälberauktion einem verängstigten Kalb gegen den Kopf tritt.

Gewalt gegen Kühe und Kälber: Trauriger Alltag in der Milchindustrie

Die Milchindustrie zwingt Kuhmütter in einen schier endlosen Kreislauf aus künstlicher Befruchtung, Schwangerschaft, Mutter-Kind-Trennung und wiederkehrendem Melken. Dieses trostlose Dasein endet mit einem gewaltsamen Tod im Schlachthaus, sobald eine Kuh krank wird oder ihre Milchproduktion nachlässt und sie für den Betrieb nicht mehr profitabel ist. Bringt eine Kuh ein Mädchen zur Welt, steht diesem meist das gleiche traurige Leben wie seiner Mutter bevor. Auch das Herz dieser jungen Kuh wird daran zerbrechen, dass ihr jedes einzelne Kind entrissen wird. Bringt die Kuhmutter einen Jungen zur Welt, was etwa bei der Hälfte der Neugeborenen der Fall ist, wird dieser nach kurzer Mast in der Regel noch im Kindesalter gewaltsam getötet und zu sogenanntem Kalbfleisch verarbeitet. All diese Qualen erleiden Kühe aus einem einzigen Grund: Um ihre Muttermilch zu verkaufen. 

Das Bild ist zweigeteilt: Links sieht man eine Kuh in Anbindehaltung, deren Hinterbeine mit einer Stange verbunden sind. Rechts sieht man eine Kuh in Anbindehaltung mit geschwollenem Euter. Ihr Hals ist mit einer Kette festgebunden.
KINDER BRAUCHEN IHRE MÜTTER
 

Mit Ihrer heutigen Spende für Kuhmütter, ihre Kinder und andere Tiere helfen Sie uns dabei, Tierquälerei in deutschen Landwirtschaftsbetrieben und Schlachthäusern ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen und zu stoppen. Gemeinsam können wir künftige Kuhfamilien und andere Tiere vor einem leiderfüllten Leben und einem grausamen Tod bewahren. Um dieses Ziel zu erreichen, leisten wir unermüdliche Kampagnenarbeit – und dazu brauchen wir Ihre Hilfe.

So haben wir beispielsweise vergangenes Jahr massive Tierquälerei auf einer Kälberauktion in Bayern aufgedeckt. Aufnahmen, die über einen Zeitraum von drei Jahren auf der gleichen Auktion erstellt und uns anschließend zugespielt wurden, zeigen die systematische Misshandlung wehrloser Kälber.

Zu sehen ist ein Videoausschnitt, in dem ein Mitarbeiter einer Kälberauktion einem Kalb den Schwanz schmerzhaft umknickt, um es vorwärts zu treiben.

Die kleinen Tierkinder waren erst vier bis sechs Wochen alt – also in einem Alter, in dem sie noch auf ihre Mütter angewiesen sind. Die Aufnahmen zeigen, dass sie immer wieder getreten, an ihren empfindlichen Ohren gezogen und gewaltsam getrieben werden – häufig mit Schlägen, teilweise sogar, indem ihr Schwanz schmerzhaft umgeknickt wird. 

In den Hallen schreien die Kälber voller Verzweiflung. Sie brauchen den Schutz ihrer Mutter in dieser fremden Umgebung. Sie drängen sich verängstigt und hungrig aneinander. Manche geraten in Panik und versuchen, zu entkommen. Doch es ist aussichtslos: Eins nach dem anderen werden sie gnadenlos in die Auktionshalle getrieben. Sie werden ihre Mütter niemals wiedersehen.

 

Wir von PETA setzen uns unermüdlich dafür ein, dass Tierfamilien künftig nicht mehr auseinandergerissen werden, dass keine Mutter und kein Kind ein solches Leid erfahren muss. Dank der Unterstützung mitfühlender Menschen wie Ihnen ist es uns möglich, derartige Tierquälerei an die Öffentlichkeit zu bringen, die Verantwortlichen anzuzeigen und einen tierfreundlichen Wandel in Gesellschaft und Politik voranzutreiben. 

Vielen Dank, dass Sie Kuhmüttern und ihren Kindern am diesjährigen Muttertag und allen anderen Tagen zur Seite stehen!

 

Mit herzlichen Grüßen


Lisa Kainz
Agrarwissenschaftlerin (M. Sc.)
Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie
PETA Deutschland e.V.

PS: In der Ernährungsindustrie leiden nicht nur Kuhmütter unter Ausbeutung und Mutter-Kind-Trennung, sondern auch andere Tiere. Werdende Mutterhennen beispielsweise sprechen bereits mit ihren Kindern, wenn diese noch im Ei sind. In der Eierindustrie wird ihnen das jedoch unmöglich gemacht, sie lernen ihre Kinder nie kennen. Auch Schweinemütter werden nach drei bis vier Wochen von ihren Ferkeln getrennt und schreien noch lange verzweifelt nach ihren Kindern.

 

PETA Deutschland e.V.
Friolzheimer Str. 3
70499 Stuttgart
Kontakt:
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E-Mail: [email protected]
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