Eintrag #9, 26.04.2007, 22:41 Uhr

Das Leben an sich...

... ist schon komisch.
Ich befinde mich emotional gerade in einem ziemlichen Schwebezustand. Es geht mir nicht schlecht, aber glücklich bin ich auch nicht. Ich habe das Gefühl, dass es nur eines kleinen Anlasses bedarf um meine Befindlichkeit in die eine oder andere Richtung kippen zu lassen.
Ich würde ja fast sagen, dass ich in einem Zustand der inneren Ruhe bin, wenn das nicht so klingen würde, als wäre ich ein tibetischer Mönch.

Heute habe ich die Frau wiedergesehen, die mich zwei Dinge gelehrt hat:
1. Ich bin als Mensch etwas wert, auch wenn ich nichts leiste. Die Annahme eines anderen Menschen und die Wertschätzung, die man ihm gegenüber erbringt, braucht nicht die Grundlage von erbrachter Leistung in irgendeiner Form.
2. Man kann niemals soviel aus traumatischen Erlebnisse lernen, dass man dieselben dummen Fehler nicht immer wieder machen würde.

Zu 1.
Es hat ein geschlagenes Jahr gebraucht, bis ich nach meiner letzten Beziehung wieder bereit war, mich auf einen anderen Menschen emotional einzulassen. Ich bin nicht gerne einsam und ich glaube, das geht vielen anderen Menschen auch so. Ich war sicherlich kein Mönch, aber ich hatte nie das Bedürfnis etwas tiefergehendes daraus erwachsen zu lassen, weil ich dachte, soetwas durch meine Eigenschaften nicht rechtfertigen zu können. Und natürlich auch aus Angst, dass es umso mehr wehtut, wenn man von einem Menschen, den man emotional an sich herangelassen hat, verletzt wird.

Zu 2. Leider erwies sich das schöne Gefühl, dass daraus erwuchs, dass ich mich vor einiger Zeit auf bereits erwähnte Frau einließ, als vergänglich. Wobei vergänglich eigentlich ein zu schwaches Wort dafür ist.
Irgendwie wiederholten sich ziemlich üble Erlebnisse meiner letzten Beziehung. Es ging um andere Männer, die irgendwie verschwiegen wurden (vllt. hat sie ja auch einfach vergessen zu erwähnen, dass es da noch zumindest einen anderen Mann gab) und im speziellen um einen anderen Mann, der nicht sehr erfreut war, mich nur in Boxershorts bekleidet im Bad in der Wohnung seiner Freundin anzutreffen. Ich möchte dabei nochmal betonen, dass ich keine Ahnung hatte dass es da noch einen Typen gibt, der fatalerweise auch einen Schlüssel zu ihrer Wohnung besaß.

Übel, übel.... aber eine Anekdote, die ich später meinen Kindern (sollte ich jemals eigene haben) sicherlich gerne zur Aufheiterung erzählen werde  :bg:

Kurzum,  die Lektion, die ich heute gelernt habe besagt zwei Dinge:
1. Ich werde immer wieder Frauen kennenlernen, in die ich mich verliebe und die sich ebenso in mich verlieben.
2. Ich werde immer wieder Leuten vertrauen und mich emotional an sie binden, nur um dann festzustellen, dass ich von genau diesen Leuten dann betrogen und belogen werde.

Falls das jetzt zynisch klang: es IST zynisch.

Das einzige, was einem wohl übrig bleibt (und das ist sicherlich die älteste Weisheit der Welt) ist, dass man jede Gelegenheit voll auskosten sollte, die einem das Leben in den Schoß wirft. Man liebt, man wird enttäuscht, aber es ist schließlich nicht alles schlecht.


Und daher sehe ich auch dem Wochenende Anfang Mai ziemlich gelassen entgegen. Dann werde ich nämlich von Freitag bis Sonntag mit der Frau, die mich das heute gelehrt hat, aus Arbeitsgründen wegfahren und das ganze Wochenende mit ihr verbringen.

Mal schauen, was das Leben an diesem Wochenende dann für mich bereit hält.
 
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