Briefgeheimnis 1
Geschichten werden ja nicht einfach gemacht, sondern erzählt, wie sie einem begegnen. Gut, manchmal verändern sie sich beim Schreiben etwas, aber sie haben immer einen Hintergrund, wie das heute heißt. Nein, ich erfinde sie nicht, die Geschichten, sondern sehe sie fast täglich um mich herum. Und ja, manchmal liegen die Geschichten einfach auf der Straße, genauer, auf dem Bürgersteig oder wie letztlich auf dem Parkplatz vor dem Einkaufscenter.
Fast hätte ich draufgetreten, ihn nicht beachtet. Doch dann stutze ich, bücke mich und hebe ihn auf. Wen ? Den kleinen Einkaufszettel dort. In ziemlich großen Buchstaben geschrieben, weshalb er mir aufgefallen ist und mich neugierig gemacht hat. Bestimmt, so dachte ich bei mir, hat er mir etwas zu erzählen.
Nun weiß ich nicht, ob ihn jemand auf dem Weg in den Markt verloren oder nach dem Einkauf einfach weggeworfen hat. Im ersten Fall wird die Person jetzt schimpfend durch die Gänge laufen und überlegen, was auf dem Zettel stand. Sollte ich ihn also doch lieber wieder an seinen Platz legen ? Oder den Eigentümer ausfindig machen ? Die erste Möglichkeit erschien mir nicht sinnvoll und an die zweite mochte ich auch nicht wirklich glauben. Außerdem bestand der Inhalt des Zettels nur aus relaiv wenigen Artikeln. Das ließ vielleicht auf einen älteren Menschen schließen, der kein gutes Gedächtnis mehr hatte. Möglicherweise auch auf ein Kind, dem die Mutter ein paar Teile aufgeschrieben hatte. Das würde jetzt ein schlechtes Gewissen haben und eventuell mit weniger und falschen Produkten den Heimweg antreten.
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Hinweis: Da hier nur noch 2000 Zeichen erlaubt sind, und ich nicht bereit bin, meinen Text deshalb zu kürzen, sehe ich mich gezwungen, ihn in zwei Beiträgen (1+2) zu veröffentlichen.