Aufpassen - 2-
Nun weiß ich natürlich nicht, was dem kleinen, jungen Mann da vorschwebte, aber ich mußte gleich an einen Nachmittag im Urlaub bei einer Bekannten denken. Gekommen war ich, um mit ihrer kleinen Tochter, damit sie den Nachmittag nicht alleine zu Hause verbringen mußte, nicht alleine verbringen sollte, da ihre Mutter einen Termin nicht verschieben konnte, in der Stadt ein Eis zu essen. Da kam sie mir an der Tür entgegen, und als erstes sprudelte es aus ihr heraus : Ich paß heute auf dich auf. Nun wollte sie mir natürlich damit kundtun, daß ich auf sie nicht aufpassen brauche, sie das alleine könne und ich nun mal erleben werde, wie es ist, wenn jemand auf einen aufpaßt. Genau diese Erfahrung habe ich sie dann auch machen lassen, damit sie umgekehrt auch das Gefühl desjenigen erfährt, der aufpaßt. Und so ergab sich also ein gegenseitiges Erlebnis.
Diese Gedanken vermutete ich nun auch bei dem kleinen Jungen. Die ganze Zeit paßte die Mutter auf ihn auf, und er mußte dieses Aufpassen ertragen. Da er sich aber schon alt genug fühlte, um auf sich selber aufpassen zu können, ja schon eine Erfahrung gesammelt hatte, versuchte er der Mutter mal zu zeigen, wie man sich fühlt, wenn man unter Aufsicht steht. Bewundernswert, daß dies in beiden Fällen nicht ganz direkt, sondern in raffinierter Weise geschehen ist.
Leider konnte ich das Geschehen der drei Radfahrer dann nicht weiter verfolgen, da diese in eine andere Richtung verschwanden und meine Butter auf mich wartete. Und beim nächsten Einkauf muß ich besser aufpassen, sollte ich doch allmählich können.
Hinweis: Da hier nur noch 2000 Zeichen erlaubt sind, und ich nicht bereit bin, meinen Text deshalb zu kürzen, sehe ich mich gezwungen, ihn in zwei Beiträgen (1+2) zu veröffentlichen.