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Die Nachrichten aus Afghanistan sind erschütternd: Rund vier Wochen nach der Machtübernahme der Taliban fehlt es Millionen Menschen an Lebensmitteln, Medizin und Geld. Was dies für unsere Arbeit bedeutet, berichte ich Ihnen heute aus unserem Krankenhaus in Lashkar Gah.
Warum wir in Afghanistan helfen:
Anfang August beginne ich in unserem Krankenhaus in Lashkar Gah zu arbeiten - einer Stadt im Süden des Landes. Wir werden hier dringend gebraucht: Schusswechsel, Luftangriffe und Granatenbeschuss, Häuser werden bombardiert, täglich müssen wir Verletzte versorgen. Weil es draußen zu gefährlich ist und weil wir bei unseren Patient*innen bleiben wollen, verlassen wir das Krankenhaus nicht.
Erst als Mitte August die Stadt fällt, endet der Lärm der Luftangriffe, Raketen und Mörser. Die Menschen können wieder auf die Straßen und sich in der Stadt freier bewegen. Viele Patient*innen suchen seither unsere Hilfe – bis zu 800 täglich. Denn viele kranke Afghan*innen versteckten sich vor den Kämpfen und können erst jetzt zu uns ins Krankenhaus kommen. Einige von ihnen schweben deshalb in Lebensgefahr.
Warum wir in Afghanistan bleiben:
Viele örtliche Kliniken funktionieren nicht mehr, die wenigsten verfügen über die nötigten Medikamente oder ausreichend Personal. Deshalb sind wir mit 2.400 Mitarbeiter*innen vor Ort. Teams von Ärzte ohne Grenzen helfen aktuell in den Provinzen Herat, Kandahar, Khost und in unserem Krankenhaus in Lashkar Gah. Allein hier bieten wir Platz für 300 stationäre Behandlungen, müssen aber deutlich mehr Menschen aufnehmen. Auf der Kinderstation teilen sich daher zwei Patient*innen ein Bett. Unser Krankenhaus ist übervoll.
In dieser angespannten Lage schützen uns unsere Grundprinzipien: Unparteilichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit sind die Grundlage unseres Handelns. Gerade in Krisen- und Kriegsregionen ist es für unsere Arbeit wichtig, keiner Seite anzugehören, weshalb wir auch keine Regierungsgelder annehmen.
Bitte unterstützen Sie uns dabei:
Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie unsere Unabhängigkeit und unsere lebensrettende Hilfe in mehr als 70 Ländern weltweit.
Mit herzlichen Grüßen und vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Arbeit.
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