Eintrag #462, 23.05.2020, 16:12 Uhr

2020-05-20 Gesundheit-ABC: Der Wackelkandidat ...

... - Tiefenmuskulatur

 

Oberflächlich Eindruck schinden ist nicht mein Ding. Statt etwa die Oberarme zu definieren oder mit einem Sixpack den Bauch flach zu halten, wirkt die Tiefenmuskulatur im Verborgenen.

Man sollte ihr trotzdem Aufmerksamkeit schenken.

Zur Tiefenmuskulatur gehören alle kleinen knochen- und gelenknahen Muskeln. Davon finden sich besonders viele direkt an der Wirbelsäule, aber auch Teile der Bauch-, Beckenboden- und Beinmuskeln zählen zur Tiefenmuskulatur.

 

Ihre wichtigste Aufgabe: sie stabilisieren das Skelett und die Gelenke. Unser im Allgemeinen bewegungsarmer Lebensstil hindert die kleinen Arbeiter in der Tiefe allerdings an diesem Job. Beim Sitzen, Stehen und langsamen Gehen wird die Tiefenmuskulatur allmählich stillgelegt. Sie braucht schnelle Bewegungen, Drehungen und Streckungen, um anzuspringen. Schon wenn man im Laufschritt eine Treppe steigt, eine halbe Minute auf einem Bein steht oder am Schreibtisch oder vor dem Fernseher zehn Minuten auf einem Gymnastikball sitzt, werden die Tiefenmuskeln aktiviert, um den Körper in Balance zu halten.

 

Der wichtigste Unterschied zwischen der Tiefenmuskulatur und den Oberflächen-Muskeln: Während wir Bizeps oder die geraden Bauchmuskeln gezielt anspannen und damit trainieren können, lassen sich die tiefen Muskeln nur indirekt erreichen. Sie treten dann in Aktion, wenn es instabil wird - in dem Moment stabilisieren sie die Gelenke. Für unsere Vorfahren, die vor langer Zeit noch auf Bäume klettern mussten und vor gar nicht so langer Zeit noch auf unebenen Böden gingen, war die Instabilität der Normalfall.

 

Heute erleben wir sie vor allem im Sport: Es gibt einmal Übungen im Pilates, Yoga, oder Core-Training, die den Körper gezielt aus dem Gleichgewicht bringen. Das schult unsere Eigenwahrnehmung und Reaktionsfähigkeit und wird als Propriozeptionstraining bezeichnet. Aber auch beim Joggen im Wald oder bei Ballspielen verschiebt sich die Körperachse ständig, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen - die Tiefenmuskulatur merkt es allerdings schon und muss richtig arbeiten.

 

Es ist wie mit jedem Muskel: Wenn er gefordert wird, bleibt er erhalten und wächst sogar. Wenn wir ihn nicht benutzen, schrumpft er. Eine trainierte Tiefenmuskulatur hält dann auch passive Phasen beim Bummeln oder am Schreibtisch besser durch.

 
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