Eintrag #445, 26.12.2018, 12:38 Uhr

2018-12-26 Weihnachten von Joseph von Eichendorff

Markt und Straßen stehn verlassen,

still erleuchtet jedes Haus,

sinnend geh ich durch die Gassen,

alles sieht so festlich aus.

 

An den Fenstern haben Frauen

buntes Spielzeug fromm geschmückt,

tausen Kindlein stehn und schauen,

sind so wunderstill beglückt.

 

Und ich wandre aus den Mauern

bis hinaus ins freie Feld,

hehres Glänzen, heilges Schauern!

wie so weit und still die Welt!

 

Stern hoch die Kreise schlingen, 

aus des Schnees Einsamkeit

steigt´ wie wunderbares Singen - 

O du gnadenreiche Zeit!

 
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