2016-08-09 Schulreime von Friedrich Güll
Gerne geh ich in die Schul,
sitze still auf meinem Stuhl,
bet und sing und les und schreib,
daß ich nicht so tappig bleib.
Ist hernach die Schule aus,
spring ich seelvergnügt nach Haus,
und da wartet schon die Mutter
mit dem Brot und mit der Butter.
Und die sagt: weil ich so lern,
hat sich mich nochmal so gern,
und der Vater auch dazu,
wenn ich wacker folgen tu.
Schlägt es morgens halber acht,
spring ich auf von meinem Stuhl:
Alles wir zurecht gemacht,
was ich brauch in meiner Schul´.
Von dem Nagel kommt die Kappe,
umgehängt wird schnell die Mappe,
eingesäckelt Buch und Schrift,
Tafel, Lineal und Stift.
Nicht vergeß ich aber auch,
was ich sonst noch alles brauch.
Nummer eins: zwei frische Augen,
die zum Schaun und Merken taugen;
Nummer zwei: zwei feine Ohren,
daß mir nichts kann gehn verloren;
Nummer drei: ein lauter Mund,
der da spricht aus Herzensgrund.
Aber auch nichts eher sagt,
bis der Lehrer hat gefragt.
Und, was noch das Beste heißt,
muntres Herz und muntern Geist.
Nun, ihr Leut ich will schon heut
lernen, daß es eine Freud,
daß es Lust soll sein,
bis der Abend bricht herein.
Daß ich auch, wenn ich bin brav,
spielen kann und ruhig schlaf.