Eintrag #20, 28.03.2016, 09:18 Uhr

2016-03-28 Gedicht zum April von Rosemarie Hauff

Hinter Nachbars Buxbaumhecken

raschelt es seit fünf Uhr früh.

Um die Eier zu verstecken,

gibt ein Häschen sich viel Müh

und es brummelt vor sich her:

"Tausend Kohlblatt, ist das schwer".

 

Zupft und rupft im dichten Grase,

schlackert mit den langen Ohren,

sagt, es sei der Osterhase,

hat den Kopf schon fast verloren,

knabbert an den frischen Pflänzchen

und verdreht sein Stummelschwänzchen.

 

Allle Kinder wollen suchen

buntbemalte Zuckereier.

Mutter backt Rosinenkuchen

für die schöne Osterfeier.

Eine Wühlmaus, die gewitzt,

hat davon ein Stück stibitzt.

 

Heute morgen schlüpft Frau Sonne

aus der warmen Wolkendecke,

trinkt schnell aus der Regentonne,

daß sie dann den Xaver wecke,

und mit einem warmen Blick

kitzelt sie ihm ins Genick.

 

Auf dem Apfelbaum, dem guten,

pfeift vergnügt ein bunter Specht.

Selbst die Schnecke muß sich sputen

und das ist ihr gar nicht recht.

Madame Buntspecht unterdessen

hat ein Würmlein aufgefressen.

 

Krokus, Veilchen, Anemonen

wiegen sich im Frühlingswind.

Vogelkinder muß man schonen,

weil sie so empfindlich sind.

Tirilei, die Drosselmutter

sucht tagein tagaus nach Futter.

 

Eben strahte noch die Sonne;

husch, da kommt der Regenmann

und mit aufgeblasenen Backen

spuckt er dich von hinten an.

Keiner weiß recht was er will,

denn wir haben jetzt April.

 
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