RWE strafft die Konzernstruktur weiter
Essen (aktiencheck.de AG) - Der Energieversorger RWE AG (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) strafft seine Konzernstruktur weiter und kündigte außerdem am Donnerstag unter anderem eine Neuordnung des Deutschland-Geschäfts sowie eine Veränderung im Konzernvorstand an.
In diesem Zusammenhang habe der Vorstand den Aufsichtsrat auf seiner heutigen Sitzung über die geplante Neuorganisation des Konzerns informiert. Ein wichtiges Element der Neuorganisation sei die geplante Bündelung des Deutschland-Geschäfts. Dazu sollen Querschnitts- und Steuerungsfunktionen für das deutsche Geschäft in der heutigen Rheinland Westfalen Netz AG konzentriert werden. Über diese Gesellschaft, die als Stammhaus agiert, werden dann die Vertrieb AG, die Regionalgesellschaften, die Effizienz GmbH und die Beteiligungen der bisherigen Netzgesellschaft RWN geführt. Die Neuordnung trete zum 1. Januar 2011 in Kraft. "Unser Ziel ist es, mehr Mitarbeiter im direkten Kontakt mit den Kunden vor Ort einzusetzen - sei es für die Haushalts- und Gewerbekunden, sei es bei unseren Partnern in den Kommunen und Stadtwerken. Also da, wo sie Mehrwert schaffen, der sich in konkreten Ergebniszahlen ablesen lässt", erläuterte der RWE-Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Großmann. "Der Anteil zentraler Querschnitts- und administrativer Funktionen soll zugunsten spannender, unternehmerischer Aufgaben mit operativer Verantwortung gesenkt werden. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsstärke von RWE zu erhalten."
Der Vorstand rechne dabei mit der Verlagerung von Aufgaben aus der Konzernholding in andere Bereiche, so auch in die Wachstumssegmente wie beispielsweise RWE Innogy oder die RWE Effizienz. Als Ziele wurden die Senkung der Mitarbeiterzahl in der RWE-Holding auf gut 400 sowie eine Reduzierung der Anzahl der Bereiche um knapp die Hälfte genannt. Weiterhin stehen nach Aussage des Konzerns Überlegungen zur Kürzung von Investitionen, zur Veräußerung einzelner Geschäftsbereiche und die Anpassung der Bilanz- und Dividendenplanung auf dem Prüfstand.
Dieselben Ziele gelten den Angaben zufolge auch für die internationalen Aktivitäten des Konzerns. Die Landesgesellschaften im Geschäftsbereich Zentralost-/Südosteuropa werden unter dem Dach der RWE East mit Sitz in Prag gebündelt. Der Bereich Business Development, in dem die Entwicklung und das Management von internationalen Wachstumsprojekten angesiedelt sind, werde ebenfalls Teil dieser Gesellschaft, so RWE.
RWE sieht sich eigenen Angaben zufolge mit unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Belastungen im Kerngeschäft konfrontiert. Verschärfungen der Klimaschutzziele, steigende Rohstoffpreise bei stagnierenden Strom- und Gaspreisen sowie in Deutschland zu erwartende zusätzliche fiskalische Eingriffe (z.B. Kernbrennstoffsteuer) würden außerdem die Ertragskraft belasten.
Wie aus der Pressemitteilung des Energiekonzerns weiter hervorgeht, werde der Konzernvorstand Dr. Ulrich Jobs das Unternehmen am 30. September in beiderseitigem Einvernehmen verlassen.
Die Aktie von RWE notiert aktuell mit einem Minus von 1,20 Prozent bei 50,07 Euro. (23.09.2010/ac/n/d)

