195 Länder suchen Mittel gegen Erderwärmung

30. November 2015, 19:40 Uhr · Quelle: dpa

Paris (dpa) - Zum Auftakt des UN-Klimagipfels bei Paris hat Gastgeber François Hollande die Konferenz eindringlich zu ehrgeizigen Beschlüssen gedrängt.

«Auf Ihren Schultern ruht die Hoffnung der gesamten Menschheit», appellierte Frankreichs Präsident an die mehr als 150 versammelten Staats- und Regierungschefs. Rückendeckung bekam er von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. «Ein politischer Moment wie dieser kommt vielleicht nicht wieder», sagte Ban zu Beginn der Gespräche im Pariser Vorort Le Bourget. US-Präsident Barack Obama mahnte, die nächste Generation habe ein Recht auf eine lebenswerte Welt.

Bis zum 11. Dezember sprechen die Vertreter von 195 Ländern und der EU über ein Klimaabkommen, das den Ausstoß von Treibhausgasen begrenzen soll. Ziel ist es, die Erderwärmung unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu halten.

Bei aller betonten Entschlossenheit wurde bereits am ersten Tag Konfliktpotenzial deutlich: Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi forderte im Namen der afrikanischen Staaten eine Verdopplung der bisher zugesagten längerfristigen Finanzhilfen für Entwicklungsländer. Bis 2020 müssten die Entwicklungsländer 100 Milliarden Dollar jährlich zur Verfügung haben, «was nach 2020 zu verdoppeln wäre», sagte al-Sisi.

Der chinesische Staatschef Xi Jinping forderte ebenfalls Solidarität der Industriestaaten mit den übrigen Ländern ein. Bei den Klimaschutzzielen sollten unterschiedliche Gegebenheiten berücksichtigt werden. Weniger entwickelte Staaten müssten trotz Klimaschutz den Lebensstandard ihrer Bevölkerung steigern können.

Die unterschiedliche Ausgangslage von Industrie- und Entwicklungsländern belastet die Klimaverhandlungen seit Jahren. Ärmere Länder verlangen etwa finanzielle Unterstützung der entwickelten Staaten, die für den Löwenanteil des bisherigen Ausstoßes an Treibhausgasen verantwortlich sind.

Die Bundesregierung kündigte mehr Geld für den internationalen Waldschutz an. Deutschland, Norwegen und Großbritannien wollen bis 2020 insgesamt eine Milliarde US-Dollar pro Jahr dafür ausgeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drängte ebenfalls zu Fortschritten: «Wir wissen, wir müssen heute handeln. Das muss der Anspruch dieser Konferenz sein», sagte Merkel. Umweltschützer reagierten enttäuscht auf ihre nüchterne Rede. Martin Kaiser von Greenpeace kritisierte: «Kein Wort zum nötigen Kohleausstieg, der die hehren Worte der Kanzlerin von der Dekarbonisierung (dem Abschied von fossilen Brennstoffen) erst konkret machen würde.» Der WWF und Germanwatch äußerten sich ähnlich.

Emotionaler war US-Präsident Barack Obama, der vor nationalem Egoismus warnte. Der nächsten Generation müsse eine lebenswerte Welt hinterlassen werden. Die USA erkenne nicht nur ihre Rolle bei der Schaffung des Problems an: «Wir nehmen auch die Verantwortung an, etwas dagegen zu tun.» Er warb für eine Vereinbarung, die regelmäßige Anpassungen der Ziele vorsieht - unterstrich aber, diese dürften den Staaten nicht diktiert werden.

Auf freiwilliger Basis gründeten am Montag 121 Länder ein Bündnis für Solarenergie. Hollande und der indische Premier Narendra Modi brachten die «Solarallianz» auf den Weg. Sie soll die Zusammenarbeit zwischen industrialisierten und Entwicklungsländern verbessern.

Die französischen Gastgeber hatten sich vom Auftritt der höchsten Repräsentanten gleich zu Beginn einen Schub für die komplizierten Gespräche erhofft. Bis Samstag sollen die Delegationen einen neuen Textentwurf für ein neues Klimaabkommen vorlegen. Über die dann noch strittigen Punkte wird kommende Woche auf Ministerebene verhandelt.

Nach der jüngsten Terrorserie war wegen verschärfter Sicherheitsbestimmungen der Verkehr deutlich eingeschränkt. Demonstrationen im Großraum Paris sind während des Treffens verboten.

Klima / UN / Klimagipfel / Frankreich
30.11.2015 · 19:40 Uhr
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