Sammelthread Streiks bei der Telekom

News-Bot

klamm-Bot
25 April 2006
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Folgende News wurde am 11.04.2007 um 08:15:04 Uhr veröffentlicht:
Ver.di ruft Telekom-Mitarbeiter zum Warnstreik auf
DPA-News

Bonn (dpa) - Im Konflikt um die geplante Auslagerung von rund 50*000 Mitarbeitern bei der Deutschen Telekom hat die Gewerkschaft ver.di zu neuen Warnstreiks aufgerufen. Heute sollen rund 1000 Beschäftigte an sechs Standorten in Berlin-Brandenburg, Niedersachsen und Bremen die Arbeit niederlegen. Die Telekom-Führung und ver.di wollen die Gespräche über den Konzernumbau morgen fortsetzen. Neben Einschnitten bei den Löhnen plant der Bonner Konzern die Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 34 auf ...
 
[N] Warnstreiks bei der Telekom in Berlin und Niedersachsen

Folgende News wurde am 11.04.2007 um 10:56:41 Uhr veröffentlicht:
Warnstreiks bei der Telekom in Berlin und Niedersachsen
DPA-News

Berlin (dpa) - Im Konflikt um die geplante Auslagerung von rund 50*000 Mitarbeitern bei der Telekom haben rund 1000 Beschäftigte in Berlin und Niedersachsen die Arbeit niedergelegt. Telekom-Führung und ver.di wollen heute ihre Verhandlungen über den Konzernumbau fortsetzen. Das Bonner Unternehmen will seine Pläne gegebenenfalls auch ohne Zustimmung der Gewerkschaft verwirklichen. Neben Einschnitten bei den Löhnen plant der Konzern die Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 34 Stunden auf ...
 
[N] Streik bei der Telekom gegen Auslagerung von Personal angekündigt

Folgende News wurde am 11.04.2007 um 11:50:00 Uhr veröffentlicht:
Streik bei der Telekom gegen Auslagerung von Personal angekündigt
Shortnews

Am heutigen Mittwoch sollen die ersten Mitarbeiter der Telekom in einen Warnstreik treten. Etwa 1.000 Angestellte des Telekommunikationskonzerns sollen damit gegen die Auslagerungspläne von Beschäftigten protestieren. Von diesen Auslagerungen sind rund 50.000 Beschäftigten betroffen. Den Streikenden geht es um die Sicherung vor dramatischen Einschnitten bei den geplanten Auslagerungen. Die Telekom-Führung plant eine Reduzierung der Vergütung bei mehr Arbeitszeit. Am kommenden Donnerstag und ...
 
Aus den News-Kommentaren ...

Die sollen erstmal für Ihr Geld ordentlich arbeiten und die Leute anständig beraten. Wenn ein Mitarbeiter nach 1 Stunde nicht rausbekommt, dass eine Firewall die DSL-Verbindung lahmlegt (weil sonst nämlich alles ging), dann weiß ich auch nicht. Fast alles Noobs mit viel zu viel Geld!!!

Soviel Dummfug hab ich lange nicht mehr gelesen ...

Wenn ein Noob zu blöde ist und seine Firewall nicht konfigurieren kann und deshalb einen Noob an der Hotline als "Noob mit viel zu viel Geld" beschimpft dann ist das wohl eher ein Problem des Benutzers und nicht der Hotline ...

Mal davon abgesehen, dass ein Grossteil der Telekom-Callcenter nicht der Telekom gehören sondern solchen Giganten wie Bertelsmann oder Walther-Telemedien.
Die dortigen "Spezialisten" arbeiten vormittags für Arcor, mittags für 1&1, abends für die Telekom und zwischendurch für Karstadt/Quelle.
 
Streik bei der Telekom

Folgende News wurde am 09.05.2007 um 09:58:52 Uhr veröffentlicht:
Hohe Beteiligung an Urabstimmung bei Telekom
DPA-News

Bonn (dpa) - Begleitet von Warnstreiks ist der letzte Tag der Urabstimmung über einen Arbeitskampf bei der Deutschen Telekom angelaufen. Bundesweit nähmen erneut rund 12*000 Mitarbeiter an den Warnstreiks teil, sagte Streikleiter Ado Wilhelm auf Anfrage. Morgen will ver.di das Ergebnis verkünden. Bei einer Zustimmung von mindestens 75 Prozent stehen die Zeichen auf Streik. In dem Konflikt geht es um die Auslagerung von 50*000 Mitarbeitern. Sie sollen für weniger Geld mehr arbeiten.
 
... morgen ist der grosse Tag der Entscheidung ...

Aber wer glaubt noch daran, dass ein Streik abgewendet werden kann ... ? :roll:
 
Wennse anfangen zu streiken, verkauft der Obermann die Piepels halt an eine Call-Center-Company und die Streikenden haben statt 9% Lohneinbußen und 38 Wochenstunden eben eine 42 Stunden-Woche bei 25 % weniger Gehalt.

So sehe ich das.

Eigentlich ist es unverantwortlich, dass Verdi versucht die 34 Stunden-Woche zu verteidigen... :ugly:
 
Eigentlich ist es unverantwortlich, dass Verdi versucht die 34 Stunden-Woche zu verteidigen... :ugly:

Da haste aber nicht ganz aufgepasst ... ;)

Es geht nicht um die Verteidigung der 34h/Woche sondern - da wäre die Gewerkschaft nämlich überhaupt nicht böse wenn es hiesse, dass nur die Arbeitszeit verlängert wird.

Die Kombination macht es ...

2004 Arbeitszeitverkürzung auf 34h/Woche mit 6% Lohnverzicht
2007 Arbeitszeitverlängerung auf 38h/Woche ohne Lohnausgleich

->>> entspricht Reallohnverlust in 3 Jahren von fast 15% 8O

Weiterhin soll das Gehalt um 9 % abgesenkt werden.

Von diesem abgesenkten Gehalt (entspricht 91% fix / 9% variabel bei 100% Zielerreichung) sind dann nicht mehr 9% variabler Anteil sondern 20% !
Gleichzeitig sind die 100% Zielerreichung abhängig zu 60% von persönlicher Leistung, 40% vom Unternehmenserfolg.

Mal als Beispiel in Zahlen ...

Techniker Gehaltsstufe T4
Jahresgehalt aktuell fix 35.718
Jahresgehalt neu fix 27.656

Jahresgehalt aktuell vari (100% Ziel) 2271
Jahresgehalt neu vari (100% Ziel) 6914

Macht unterm Strich eine Einbuße von 4000 Euro Brutto im Jahr bei 100% Zielerreichung ... :ugly:
Bei Zielerreichung 80% wären die Einbuße nochmal 1000 Euro höher.

Von den anderen Konditionen (Verlust der Betriebszugehörigkeit und damit verbundener Kündigungsschutz usw.) will ich lieber nicht reden.
 
Dann fang ich auch mal an.

arbeitsloser Techniker ehemals T4(0 Wochenstunden):
Jahresgehalt aktuell: Alg 1 - max. 20.000 Euro
Jahresgehalt neu: Hartz-4-Regelsatz etwa 8.000 Euro + kleiner Zuschüss.

Was ist besser?
 
Dann fang ich auch mal an.
arbeitsloser Techniker ehemals T4(0 Wochenstunden):
Jahresgehalt aktuell: Alg 1 - max. 20.000 Euro
Jahresgehalt neu: Hartz-4-Regelsatz etwa 8.000 Euro + kleiner Zuschüss.

Was ist besser?

Es geht nicht darum, dass man die Leute nicht mehr braucht und man sie einfach entlassen möchte & kann.
Ganz im Gegenteil - es sollen noch 7000 Leute eingestellt werden.

Mit Deiner Mentalität hoffe ich mal, dass Dein Chef Dir erst das Geld kürzt und Dich weniger arbeiten lässt, danach Dich länger arbeiten lässt aber nicht mehr Geld bezahlt und Dir danach nochmal das Geld kürzt ...

Wenn Du das in Ordnung findest darfst Du weiter solche "Alternativen" bringen ... :ugly:

edit:

Hier gibts nochmal ein weiteres Beispiel ...

Wer bei einem angeordneten Gehaltsverzicht von über 500 Euro im Monat noch "dankbar" ist, dass man ihn statt dessen nicht auf die Strasse setzt darf sich gern melden.;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Halrald Schmidt schrieb:
Die besten Sprüche vom Donnerstag, 10. Mai 2007

Wichtige Information für die vier Kunden der Telekom: Die Telekom streikt ab morgen! Das ist der große Test für Telekom-Chef René Obermann: Ab morgen wird gestreikt – und ab wann fällt es auf?

Wenn Sie zu den Kunden des Power-Unternehmens aus Bonn gehören, es ändert sich für Sie nichts: Trotz Streiks geht es weiter. – 50.000 Service-Kräfte sollen ja ausgelagert werden. Den Service hat man schon vor Jahren abgeschafft...

Warum wird gestreikt? Telekom-Chef Obermann will die Kosten reduzieren. Das wollen natürlich auch die Kunden, die der Telekom weglaufen...

Ich bin sehr gespannt, wie der Streit ausgeht. Um eine abschließende Meinung zu bilden, fehlen mir zu viele Hintergrundinfos. Das Problem ist wahrscheinlich für die Arbeitnehmer in den CallCentern, dass sie zu einfach austauschbar sind.
Ich vernmute, es wird auch auf die Solidarität unter den Mitarbeitern konzernweit ankommen... man denke nur an die vielen Beamten....
 
Telekom Mitarbeiter verdienen aktuell bis zu einem Drittel mehr als vergleichbare Angestellte, was auch erklärt, warum Telekom Marktanteile verliert, sinkende Umsätze und Gewinne hat.

Und da Gewerkschaften in der Regel denkbefreit sind, streiken die hier.

Einfach am ausgestreckten Arm verhungern lassen, irgendwann ist jede Streikkasse leer.

gruss kelle!
 
Der Streik wird die Auslagerung in Servicegesellschaften eh nicht verhindern und die Telokom verliert noch mehr Klein-, Firmen- und Großkunden.

Da sägen sich einige das Bein ab auf dem sie stehen.
 
Und da Gewerkschaften in der Regel denkbefreit sind, streiken die hier.

Würdest Du Dir, weil die Mitarbeiter der Branche im Schnitt 20-30% weniger verdienen, in die Geldbörse fassen lassen und einen Bruttolohnverlust / Monat ausschliesslich durch Lohnsenkung & -variabilisierung von 500 Euro hinnehmen ? :ugly:

Das Problem sind nicht die angeblich so hohen Personalkosten sondern die ineffizienten Prozesse und Fehlentscheidungen des Managements.

Heut gabs im Spiegel dazu einen sehr interessanten Kommentar dazu.

Auszug
Doch im Kern geben Fachleute den betriebsinternen Kritikern Recht: Das zentrale Problem der Telekom löst auch eine übergeordnete Servicegesellschaft nicht. Ein Telekom-Experte aus Bonn bringt es auf den Punkt: "Der Konzern wird von Provinzfürsten beherrscht, die mehr damit zu tun haben, ihren eigenen Machtbereich abzusichern, als zum Wohle es Ganzen beizutragen."
 
Würdest Du Dir, weil die Mitarbeiter der Branche im Schnitt 20-30% weniger verdienen, in die Geldbörse fassen lassen und einen Bruttolohnverlust / Monat ausschliesslich durch Lohnsenkung & -variabilisierung von 500 Euro hinnehmen ? :ugly:

Wenn ich sehe, dass meinem Chef die Umsätze wegbrechen, dass Gewinne zurückgehen, dass Kunden zur Konkurrenz gehen, dann würde ich mir schon überlegen, wie ich meinen Job längerfristig sichern kann.

Ob es nun eine reelle Lohnsenkung ist, indem ich wirklich am Ende des Monats weniger Geld bekomme, ob es eine Arbeitszeitverlängerung ist, ohne Lohnausgleich, ob es ein Verzicht auf ein paar Tage Urlaub ist, ob ..., ist eine andere Frage.
Nur auf irgendetwas würde ich mich im Interesse einer längerfristigen Weiterbeschäftigung mit meinem Chef einigen wollen.

Das Problem sind nicht die angeblich so hohen Personalkosten sondern die ineffizienten Prozesse und Fehlentscheidungen des Managements.

Selbst wenn die Prozesse gestrafft und verschlankt werden und Fehlentscheidungen durch Kontrollgremien abgefangen werden, bleiben immer noch zwei Sachen:
1.) Höhere Personalkosten als die Konkurrenz, damit Wettbewerbsnachteil.
2.) Stellenabbau durch die Straffung der Prozesse.

Und schon wieder ist der "kleine Mann" der Gelackmeierte.

gruss kelle!
 
Wenn ich sehe, dass meinem Chef die Umsätze wegbrechen, dass Gewinne zurückgehen, dass Kunden zur Konkurrenz gehen, dann würde ich mir schon überlegen, wie ich meinen Job längerfristig sichern kann.

Ob es nun eine reelle Lohnsenkung ist, indem ich wirklich am Ende des Monats weniger Geld bekomme, ob es eine Arbeitszeitverlängerung ist, ohne Lohnausgleich, ob es ein Verzicht auf ein paar Tage Urlaub ist, ob ..., ist eine andere Frage.
Nur auf irgendetwas würde ich mich im Interesse einer längerfristigen Weiterbeschäftigung mit meinem Chef einigen wollen.

Wenn es ausschliesslich ein Gehaltsverzicht oder eine Arbeitszeiterhöhung wäre, würde die Gewerkschaft nicht diesen Rückhalt zum Streik bekommen.

Vielmehr dreht es sich um die Kombination einer Arbeitszeiterhöhung PLUS Gehaltsverzicht PLUS höhere Variabilisierung des Gehalt PLUS Verlust der Betriebszugehörigkeit (und damit verbunden der verlorene Kündigungsschutz bzw. Abfindungsregelung).

Das Angebot der Gewerkschaft beinhaltete nach meinen Informationen die Arbeitszeiterhöhung + Einfrierung der Gehälter + Variabilisierung des Gehalts + variable Zusatz-Stundenkontingente bei gleichzeitigem Verzicht der Auslagerung
Dieses Angebot war aber scheinbar für den Arbeitgeber nicht "interessant".

Bis heute konnte kein Manager die Frage schlüssig beantworten, warum und vor allem mit welchen Mitteln in einer ausgelagerten Gesellschaft der Service besser werden soll und vor allem wie zu diesen Konditionen die Mitarbeiter motiviert besseren Service leisten sollen.

Für mich steht eindeutig fest, dass dieses ganze Theater nur dazu dient, 50.000 Leute auf billige Art und Weise loszuwerden um die ausgelagerte Gesellschaft in 2-3 Jahren verkaufen zu können.