News Street View: Fans bewerfen 'verpixelte Häuser' mit Eiern

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klamm-Bot
25 April 2006
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Folgende News wurde am 22.11.2010 um 16:23:33 Uhr veröffentlicht:
Street View: Fans bewerfen 'verpixelte Häuser' mit Eiern
IT-News

ESSEN (Dnews. de/J. Jehnen) - Unbekannte Google-Street-View-Befürworter haben am Wochenende im Essener Stadtteil Bergerhausen die Fassaden mehrerer Reihenhäuser mit rohen Eiern beworfen. Außerdem klebten sie Zettel mit der Aufschrift "Google’s cool“ (dt. Google ist cool) an die Briefkästen der Geschädigten. Das berichtet die Website Der Westen. Offenbar suchten sich die Täter gezielt jene Häuser aus, die ihre Besitzer auf Google Street View hatten verpixeln lassen. Die Polizei weiß um die Eierattacke, doch von Sachbeschädigung könne keine Rede sein, so zitiert die Website einen Polizeisprecher: Schließlich hätten die Wurfgeschosse, bis auf die Schmierereien, keinen Schaden angerichtet. Der Internet-Dienst Google Street View war am Donnerstag offiziell in 20 deutschen Städten gestartet, darunter auch in Essen.
 
Die bösen, bösen verpixler.

Da ich in Essen wohne, habe ich auch erst mit dem Gedanken gespielt zu verpixeln, aber weil es absolut nichts spannendes/schützenswertes zu sehen gibt, habe ich es dann doch gelassen.

Bin da etwas hin und hergerissen. Einerseits ist das Feature schon sehr nett, andererseits finde ich es ziemlich uncool, dass die eigenen vier Wände ungefragt abgebildet werden.
Dass Leute, die das nicht dulden wollen und ihre Privatsphäre schützen, nun gezielt in ihrer Privatsphäre gestört werden finde ich auf jeden Fall mehr als uncool.

Wenigstens haben die "Fans" keine "Google for President"-Aufkleber benutzt. Aber das kommt sicherlich auch noch. :roll:
 
Einerseits ist das Feature schon sehr nett, andererseits finde ich es ziemlich uncool, dass die eigenen vier Wände ungefragt abgebildet werden.
Trotzdem ist und bleibt es keine Persönlichkeitsverletzung. Man könnte nach deutschem Recht sich dagegen nicht wehren :(
Dass Leute, die das nicht dulden wollen und ihre Privatsphäre schützen, nun gezielt in ihrer Privatsphäre gestört werden finde ich auf jeden Fall mehr als uncool.
Ja, mache Leute können sich echt lächerlich machen. Ich persönlich finde es schade, das Google (wohl aus PR-Gründen) diese Verpixelung angeboten hat.

LG
 
Das ganze artet zu einer Hysterie aus.
Wahrscheinlich waren es die gleichen Hausbesitzer, die früher stolz darauf gewesen wären, wenn (ausgerechnet) ihr Haus in der Zeitung oder gar auf Ansichtskarten veröffentlicht wurde.
Nun ja: jetzt sind einzelne wahrscheinlich in der Lokalpresse mit ihrem Eidotter-verschmierten Haus :renobg:
 
Trotzdem ist und bleibt es keine Persönlichkeitsverletzung. Man könnte nach deutschem Recht sich dagegen nicht wehren :(

Also ich habe mich mal in einigen Gegenden, in denen ich war, nochmals per Street-View umgesehen und musste dabei auch feststellen, dass gerade in engen Straßen gerne auch mal nicht nur die Fassade, sondern auch die dahinterliegenden Zimmer sehr gut zu erkennen waren.
Dahingehend ist der Begriff Persönlichkeitsverletzung schon angebracht.

Und ja, ich habe auch mein Haus per Widerspruch verpixeln lassen, vorsorglich, da man eben nicht vorher wissen kann, wie weit da die Kamerasicht ging.
Und nach deutschem Recht kann man sich sogar sehr gut wehren, da die Kamera auf den Fahrzeugen in einer Höhe sind, die man mit normaler Sichtweise nicht erhält, somit ist hier nicht die Panoramafreiheit das Schlagwort, was greift (weil es da ja gilt, aus der Sicht eines regulären fotografierenden Passanten OHNE Hilfsmittel abzulichten).
Und genau deswegen musste Google in Deutschland auch das Einspruchsrecht gelten lassen ..
 
Ein verpixeltes Haus unter hundert nicht verpixelten fällt doch sowieso mehr auf... Das Verpixeln hat demnach genau einen gegenteiligen Effekt.
 
Ob es merh auffällt, sei mal dahin gestellt, aber eben gewisse Kleinigkeiten sind nicht ersichtlich.

Gehen wir von einer Paranoia aus:

Hauseigentümer Müller hat Angst um sein Hab und Gut und hat es mit einer Vielzahl an Sensoren und Kameras geschützt, diese wären nun bei Street View ohne Probleme erkennbar, also verpixelt er sein Haus.

Einwand:
Das kann jeder potentielle Einbrecher aber auch vor Ort erkunden.

Stimmt, aber er muss dazu die Gefahr in Kauf nehmen, dabei auffällig zu werden und im Vorfeld durch aufmarksame Nachbarn oder eben den besagten Kameras erwischt zu werden.

OK, das wäre nun ein worst case, da gerade Einbrecher eher weniger den Dienst nutzen würden (denke ich mal), aber es wäre einer von vielen Fällen, die denkbar wären.


Gut, nun kann man sagen, ein jeder Einbrecher würde sich nun auf verpixelte Objekte stürzen, dann hätten diese aber mehr als genug zu tun.



Aber man kann es drehen und wenden, wie man will, die Verpixelung ist nichts weiter, als Googles Einlenken auf verschiedene EU-Bestimmungen zum Datenschutz und anderer Rechte.
Nur, weil das Deutsche Recht dem modernen Medium Internet hinterher läuft, heißt das ja nicht, dass die Deutschen sich hier rechtelos geschlagen geben müssen, da die EU-Richtlinien und Gesetze glücklicherweise auch deutsche Gesetze ergänzen und teilweise sogar überwiegen.
 
Das war irgendwie zu erwarten. Nicht, dass ich das "Egging" gutheiße, aber in gewisser Weise versteh ich das.
Leute, die ihre Häuser verpixeln haben lassen (und noch werden), nehmen auf Dauer - die Daten sind nach Verpixelung auf ewig weg - Qualität von diesem kostenlosen(!) Service von Google, der in meinen Augen sehr viel Nutzen bringt.

Achso - vorsorglicher Hinweis: Nein, ich bin kein Einbrecher, der gerne die Häuser für den nächsten Bruch auskundschaftet :p Ich benutz auch Google Maps (früher Straßenkarte) nicht, um Fluchtrouten für meinen nächsten Bankraub zu planen :LOL:
 
Ich verstehe das idiotische verpixeln der Häuser auch nicht.
Die Bilder sind teilweise über zwei Jahre alt und was soll ich bitte schön da sehen? Die Bildqualität ist einfach zu schlecht um zu sehen was die Menschen zuhause machen.

Wieso macht eigentlich keiner was gegen Navteq ? Achja stimmt, es stand ja nicht in der Bild Zeitung.
 
... Ich benutz auch Google Maps (früher Straßenkarte) nicht, um Fluchtrouten für meinen nächsten Bankraub zu planen :LOL:
Das würde Dir auch nix nutzen. Wenn Du heutzutage in ne deutsche Bank/Sparkasse reinstürmst, mit ner großen Tasche und vermummst, und brüllst: "Keine Mätzchen! Sofort alles Geld hier in die Tasche!" Dann wird Dir der Kassierer/die Kassiererin entgegen grinsen und antworten: "Ok, 5.000 € können Sie sofort mitnehmen, für den Rest müssen Sie in ner Stunde nochmal wiederkommen." Die haben mittlerweile alle Zeitschlösser für ihre Tresore. :mrgreen:

Bankraub war schon immer was für Amateure. Profis gründen Banken.
 
Leute, die ihre Häuser verpixeln haben lassen (und noch werden), nehmen auf Dauer - die Daten sind nach Verpixelung auf ewig weg - Qualität von diesem kostenlosen(!) Service von Google, der in meinen Augen sehr viel Nutzen bringt.
In vor-Internet-Zeiten konnte man seinen Eintrag im Telefonbuch auch entfernen lassen - der Inhalt dieses kostenlosen(!) Services hat dadurch nicht gelitten.

Für Einkaufsstrassen und Sehenswürdigkeiten mag Streetview ja noch Sinn machen, aber welchen tieferen Sinn macht es, Strassenansichten von Wohngebieten online zu stellen?
 
In vor-Internet-Zeiten konnte man seinen Eintrag im Telefonbuch auch entfernen lassen - der Inhalt dieses kostenlosen(!) Services hat dadurch nicht gelitten.
Richtig. Aber wenn im selben Haus jemand ausgezogen is, ein anderer eingezogen is, konnte der einen neuen Telefonanschluss beantragen und sich eintragen lassen.

Zieht der "Ich will aber, dass gepixelt wird"-Freak aus und zieht ein anderer ein, der gerne sein Haus in Google StreetView angucken will, dann hat der Pech gehabt. Weg is weg.
Für Einkaufsstrassen und Sehenswürdigkeiten mag Streetview ja noch Sinn machen, aber welchen tieferen Sinn macht es, Strassenansichten von Wohngebieten online zu stellen?
StreetView benutzt du doch nicht nur, um Sehenswürdigkeiten anzugucken. Da is StreetView auch zu beschränkt dafür. Da bist du mit Wikipedia oder solche Foto-Plattformen besser dran.

StreetView macht in Wohngebieten, genau wie in Non-Wohngebieten Sinn: Ich möchte mich umgucken und unbekanntes Gebiet vorher erforschen, dass ich mich später nicht verlaufe.
Die Chance, dass ich den Big Ben in London nicht finde, weil ich ihn vorher ned mit StreetView angeguckt hab, is wohl wesentlich keiner, als dass ich 123 Fakestreet nicht finde, weil ich mich dort nicht auskenne.
 
Stimmt, aber er muss dazu die Gefahr in Kauf nehmen, dabei auffällig zu werden und im Vorfeld durch aufmarksame Nachbarn oder eben den besagten Kameras erwischt zu werden.

Dieses Argument habe ich schon des öfteren gehört, und halte es einfach nur für Geschwafel.

Ich war mal mit dem Auto an meiner Schule, bin dann irgendwann losgefahren, um festzustellen, dass ich nen Platten hatte.
Da ich keinen Bock hatte, direkt vor meiner Schule das Rad zu wechseln, bin ich so weit gefahren, dass ich die Aufmerksamkeit der Mitschüler nicht mehr hatte, und hab dann in aller Ruhe das Rad gewechselt.

Vor ein paar Wochen waren wir mit den Motorrädern unterwegs.
Die Maschine vom Kumpel hat gestreikt, da ist er zum nächsten Haus und hat höflich gefragt, ob er das Motorrad auf dem umfriedeten Gelände abstellen kann, er holt es die nächsten Tage ab.

Sicherlich keine alltäglichen Fälle, aber eine KFZ Panne kann jeder mal haben, somit kein auffälliges Verhalten, und dass jemand nen halbes Jahr vor dem Einbruch in Deinem Haus ne Reifenpanne hatte, fällt Dir bestimmt als letztes ein.

Weiter geht es mit alltäglichen Jobs wie Müllfahrer, Post/Zeitungs/Werbungszusteller. Alle verdächtig?

Jemand der einmal die Woche joggt oder abends sein Hund gassi führt, ist nichts ungewöhnliches, jemand der gegenüber in eine Einliegerwohnung zieht?

Nur zur Erinnerung: Der Vorbereitungen an das Attentat gegen Alfred Herrhausen waren als Baustelle getarnt, und es ist niemandem aufgefallen.

Was das Thema Persönlichkeitsrechte angeht...
Ich glaube kaum, dass Aufnahmen von Gegenständen ohne eindeutige Beziehung zu den Besitzern, die zu einem ungewissen Zeitpunkt aufgenommen worden sind, unter den gleichen gesetzlichen Schutz fallen wie z.B. Personenaufnahmen oder Aufnahmen von Fahrzeugen mit Kennzeichen.

gruss kelle!
 
Werden die Bilder eigentlich irgendwann erneuert, oder sind es auch nach 10-15 Jahren immernoch die gleichen? :mrgreen:
 
Irgendwann werden die sicherlich getauscht.

Denn die Pizzeria neben meinem Parco in Italien ist nun ein Autohandel, und bei Street View ist der auch zu sehen.