Fußball: Herbert Fandel fordert härteres Durchgreifen bei Ellenbogeneinsatz

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25 April 2006
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Folgende News wurde am 11.01.2011 um 18:49:00 Uhr veröffentlicht:
Fußball: Herbert Fandel fordert härteres Durchgreifen bei Ellenbogeneinsatz
Sport-News

Der Leiter der Schiedsrichterkommission des DFB, Herbert Fandel, hat Ellenbogenschläge im Fußball scharf verurteilt. Sie seien die größte Sauerei und man müsse diese Unsitte ausrotten. So sollte ein Ellenbogenschlag mindestens eine gelbe Karte nach sich ziehen. Sollte sich der Spieler jedoch verletzt haben sollte sogar Rot gezogen werden. Eine Schulung der Kommission hatte vor der Saison das Thema "Ausfahren des Ellenbogens beim Kopfballspiel" thematisiert. Man habe auch versucht, die Fußball-Profis über das Thema aufzuklären. Dies habe jedoch nichts gebracht.
 
Seltsame Wortwahl (Sauerei, ausrotten), aber nun ja. Aber ich versteh nicht, warum das als solch ein großes Problem angesehen wird. Gibt es da wirklich viele Verletzungen im Vergleich zu anderen Fouls?

Außerdem sehe ich Schwalben und andere Schauspieleinlagen als die "größte Sauerei" im Fußball.
 
Kopfverletzungen haben schon eine ganz besondere "Qualität". Lieber einen Beinbruch als ein Auge weniger.

Zudem kann man bei vielen anderen Fouls noch unterstellen, es sei um den Ball gegangen. Das ist beim Einsatz des Ellenbogens nicht möglich, da man mit Arm/Hand den Ball sowieso nicht spielen darf.

Für mich ist der Einsatz des Ellenbogens kein Foul im herkömmlichen Sinne, sondern am Rande der Tätlichkeit angesiedelt. Stimme daher Herrn Fandel zu.

Wie wohl jedem anderen Fußballfan auch scheint mir die Verhältnismäßigkeit zwischen den Strafen für die einzelnen Vergehen noch immer nicht zu stimmen, obwohl die daran schon Jahrzehnte rumdoktern. Du kannst jemanden quasi absichtlich schwer verletzen (z.B. mit dem Ellenbogen), und bekommst höchstens eine gelbe Karte. Aber wehe, Du beleidigst den Schiri, also das System - dann bist sechs Wochen weg vom Fenster. Typisches Funktionärsdenken.
 
Also dagegen hätte ich nichts, wenn es wenigstens einmal umfassend umgesetzt wird. Ich erinnere dabei nur an die fast jährlichen Aussagen zum Trikotziehen. Und auch hier wird die eigene Ermessung weit höher liegen als die Bestrafung dieses Vorgehens...
 
Nun, gerade beim Ellenbogeneinsatz gibt es nicht nur Schwarz und Weiss, sondern auch eine Grauzone.

Ich denke, bei einem reinen Ellbogen-Check ist die Sachlage klar, aber gerade im "Luftkampf" wird es schwierig. Es sieht nämlich sehr dämlich aus, wenn man mit angelegten Armen zum Kopfball geht, wie jemand aus der Blechbüchsenarmee, nur um keine gelbe Karte zu riskieren.

Da wäre es letztendlich nur eine Frage der Zeit, bis man seinen Gegner beim Fussball gar nicht mehr berühren darf.8)
 
Da übertreibst Du aber. Vor 10, 20 Jahren hat es diesen ganz bewußten Einsatz des Ellenbogens noch nicht in dem Maß gegeben. Und wohl niemand will behaupten, daß damals ein körperloser Fußball gespielt wurde.

Gerade dieses Ausnutzen von Grauzonen hat ein ekelhaftes Ausmaß angenommen, so daß es richtig ist, da klare Regelungen zu schaffen, insbesondere, wenn es um die Gesundheit geht.

Daß so etwas durchaus Erfolg haben kann, sieht man daran, daß die unnatürlichen Armbewegungen im Strafraum, um eine Flanke "ganz aus Versehen" und nie, nie, nie mit Absicht abzufangen, deutlich nachgelassen haben, seit es dafür - völlig zu Recht - Strafstoß gibt. Das Ziehen am Trikot ist zugegebenermaßen ein Beispiel dafür, wie Vorhaben und Maßnahmen relativ erfolglos verpuffen können.
 
Ich rede ja auch nicht von dem bewussten Einsatz, sondern von dem Einsatz, der beim Hochsteigen nun einmal dazu gehört.

Wer will da wo die Grenze ziehen, oder sich anmassen, zu erkennen, was regelkonform ist, oder nicht?
 
Halte ich eigentlich für ziemlich einfach. Ellenbogen in Gesichtshöhe und voraus - das ist keine Bewegung, die zwangsweise zum Hochspringen gehört. Das mag dann zwar nicht bewußt im Sinne von Vorsatz sein, nimmt aber Verletzungen des Gegners billigend und gern in Kauf. Und jeder, der selbst Fußball spielt, weiß, daß es bei solchen Armbewegungen nicht um die Sprunghöhe geht, sondern darum, sich dem Gegner gegenüber Vorteile zu schaffen, ihn sich fernzuhalten, einzuschüchtern oder eben - wenn ihn das nicht beeindruckt - körperlich zu beeinträchtigen, auf daß er es das nächste Mal vielleicht läßt, zum Ball gehen zu wollen.

Dein - an sich berechtigter - Einwand, wo Grenzen sein sollen und wer die bestimmt, gilt für nahezu jede Regel beim Fußball. Sollte es deshalb lieber keine geben? Auch da müssen wir wieder - wie eigentlich immer - auf das Einschätzungsvermögen der Schiris vertrauen.
 
Da übertreibst Du aber. Vor 10, 20 Jahren hat es diesen ganz bewußten Einsatz des Ellenbogens noch nicht in dem Maß gegeben. Und wohl niemand will behaupten, daß damals ein körperloser Fußball gespielt wurde. Gerade dieses Ausnutzen von Grauzonen hat ein ekelhaftes Ausmaß angenommen, so daß es richtig ist, da klare Regelungen zu schaffen, insbesondere, wenn es um die Gesundheit geht.
Ich finde du und Fandel übertreibst ("Sauerei", "ekelhaft"). Ob das früher anders war, ist mir nicht bewußt, aber ich kann nicht erkennen, daß es heutzutage häufig passiert und vor allem nicht, daß daraus häufig(er) Verletzungen daraus resultieren.

Und wie bitte willst du in diesem Falle klare Regelung schaffen? Wie hier schon geschrieben, ist es eine natürliche Bewegung beim Sprung, daß die Arme nach oben gehen. Klare Regelung würde ja bedeuten, daß jede Berührung Kopf-Ellenbogen mit einer Karte zu ahnden ist. Das ist doch absurd.

Und zum Thema Gesundheit: Vergleiche hinken, aber in anderen Sportarten wie Handball oder Baskettball kommen sich Ellenbogen und Köpfe häufig näher. Das es dabei häufig zu schweren Verletzungen - gar mit irreperablen Schäden kommt - ist mir nicht bekannt.

Sollte es deshalb lieber keine geben?
Hä? Es gibt doch bereits eine Regelung.
 
Wenn Dir nicht bewußt ist, daß das früher anders war, kannst Du logischerweise auch nicht erkennen, daß es heute häufiger passiert. Natürlich ist Einiges von der subjektiven Sichtweise abhängig, aber ich war schon der Meinung, der vermehrte Einsatz der Ellenbogen sei eine Mode-Unsportlichkeit in einer Grauzone und ein Problem, lange bevor sich Funktionäre dazu geäußert haben. Also muß mir ja irgendetwas aufgefallen sein. Man sieht mittlerweile an jedem Spieltag solche unschönen Szenen. Und Spieler mit Gesichtsmasken wegen entsprechender Verletzungen, deren Aussehen man früher als Kuriosität belächelt hat, gehören längst zum Alltag. Die Verletzungen sind also schon häufiger geworden.

Es ist eben keine wirklich natürliche Bewegung. Wird es auch nicht dadurch, daß das hier schon geschrieben wurde und Du es wiederholst. ;) Hast Du überhaupt gelesen, was ich hierzu geschrieben hatte?

Beim Basketball und auch beim Handball kann man außerdem das Spielgerät auch kaum auf Hüfthöhe spielen. Und beim Basektball sieht man die Spieler auch nicht mit vom Körper rechtwinklig abgewinkelten Arm in den Gegner springen, was im übrigen auch in jedem Fall geahndet werden würde. Und NBA-Basketball ist sicher kein Ringelpiez mit Anfassen.
 
Beim Basketball und auch beim Handball kann man außerdem das Spielgerät auch kaum auf Hüfthöhe spielen.

Du willst doch nicht wirklich basketball und handball mit fussball vergleichen.

Also so weit ich weiß werden im basketball sämtliche körperlichen berührungen abgepfiffen. auch wenn ich mit dir übereinstimme das der sport kein zuckerschlecken ist.

Und handball ist nicht mit fussball zu vergleichen da der körperkontakt hier unumgänglich ist. Jeder zug zum tor erfordert zwangsläufig körperkontakt und führt zu schlägen ins gesicht oder in den bereich des oberkörpers (im otimalfall auf den ball).
greetz
 
Du willst doch nicht wirklich basketball und handball mit fussball vergleichen.
Ne, will er nicht. Aber ich. Also ich hab's sogar gemacht. Mir ging es dabei auch nicht um den "Körperkontakt (beim Basketball liegst du übrigens falsch), sondern um die Gefahr von Ellenbogen. mE übertreibt hier Fandel und KeinKommentar bei der Gefahr ("als ein Auge weniger").
Wenn Dir nicht bewußt ist, daß das früher anders war, kannst Du logischerweise auch nicht erkennen, daß es heute häufiger passiert.
Haste natürlich auch Recht. Ich seh es aber trotzdem nicht als Problem an.
Man sieht mittlerweile an jedem Spieltag solche unschönen Szenen.
Find ich nicht bzw. habe ich nicht so wahrgenommen. Ist natürlich ne Frage, wie groß der Unterschied in der Bewertung der Szenen ist. Mir scheint, du unterstellst den Spielern hier eine gewisse Absicht ("Ausnutzen von Grauzone"). Für mich sind es halt meist normale Zweikämpfe.
Und Spieler mit Gesichtsmasken wegen entsprechender Verletzungen, deren Aussehen man früher als Kuriosität belächelt hat, gehören längst zum Alltag.
Gab's denn früher solche Gesichtsmasken? Ich mein, vielleicht liefen die Spieler bei ähnlichen Verletzungen einfach nicht auf und waren schlichtweg verletzt. Und nicht jede Gesichtsmaske resultiert aus einem "Ellenbogentreffer". Ich find die Masken auch eigentlich immer noch kurios.

Es ist eben keine wirklich natürliche Bewegung. Wird es auch nicht dadurch, daß das hier schon geschrieben wurde und Du es wiederholst. ;)
Es wird aber auch keine unnatürliche bloß weil du es hier wiederholt schreibst. ;) Ob es nun um Höhe oder Weite geht, mE ist der Einsatz der Arme förderlich. Aber vielleicht trollt sich hier ein Physiker oder ähnliches, der das klären kann.

Hast Du überhaupt gelesen, was ich hierzu geschrieben hatte?
Nö, sollte ich. :mrgreen:

Und beim Basektball sieht man die Spieler auch nicht mit vom Körper rechtwinklig abgewinkelten Arm in den Gegner springen, was im übrigen auch in jedem Fall geahndet werden würde.
Im Fußball doch auch. Das wird mit Gelb geahndet, wenns nach Absicht aussieht oder zu gefährlich ist, dann mit Rot. Fandel will die Regel aber verschärfen. Jeglichen Kontakt mit Gelb und bei Verletzungen Rot. Besonders letzteres halte ich schlichtweg für unseriös. Die Härte eines Fouls richtet sich schlichtweg nicht an Verletzungen.

Kurz: Die Schiris sollten den Schwerpunkt auf andere Unsportlichkeiten legen als auf diese Randerscheinung.
 
humbolfd, sag das perlini. Er hat den nicht ganz passenden Vergleich hier eingeführt. ;)
Was Du zitiert hast, sollte eben gerade darauf hinweisen, daß sich die Sportarten nur schlecht miteinander vergleichen lassen.

Hm, perlini, ich glaube, daß wir nicht auf einen Nenner kommen, liegt großteils daran, daß wir unterschiedlicher Ansicht sind, ob die Arme in der Höhe eine natürliche Bewegung sind oder nicht. Also, ich brauche die Arrme nicht da oben. Finde ich für den Kopfball selbst sogar eher hinderlich. Aber ich spiele natürlich auf einem anderen - niedrigeren - Niveau.

Du kannst es gern meiner rein subjektiven Wahrnehmung zuschreiben, aber ich habe auch das Gefühl, daß solche Szenen im Verhältnis weniger oft im Strafraum vorkommen als anderswo, obwohl es da doch zu den meisten Kopfballduellen kommen dürfte. Möglicherweise aus Angst vor Strafstößen wegen Handspiels.

Kurz: Für mich ist es keine Randerscheinung und ja, ich unterstelle eine teilweise Absicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also für den Sprung selbst benötigt man auf jeden Fall den Armeinsatz, soweit korrekt. Nur beim Fussball ist wie KeinKommentar schon sagt, dass "oben lassen" der Arme für den Kopfball einfach hinderlich. Probier es einfach mal aus perlini. Du schwingst natürlich die Arme mit, aber im Gegensatz zum Volleyball z.B. wird die Armbewegung eben nicht (wobei sie hier auch völlig anders ist) durchgezogen. Desweiteren lässt man die Arme am Körper (umso schmaler desto weniger Reibungsmöglichkeit mit der Luft, manche gehen ja noch weiter und rasieren ihr Köpfchen kahl (aber ob das hilft?)), damit man noch höher springen kann...zumindest laut Theorie, und winkelt die Arme nicht nach aussen ab (welches aber immer häufiger durchgeführt wird, um sich aufzustützen oder eben dem Gegenspieler eine mitzugeben). Und desweiteren möchte ich nicht nur Kopfverletzungen hier gebracht haben, denn durch Ellbogeneinsatz kann durchaus in luftiger Höhe auch das Gleichgewicht verloren gehen und man kann unsanft nach unten stürzen, dass sollte man m.E. nicht vergessen. Denn nicht in jeder Situation rechnet man damit dass auf einmal ein Ellbogen von hinten/vorn etc. am/im Hinterkopf/Gesicht sich breit macht.