Der Papst als Diplomat und Staatsmann

bennsenson

Makkabi
28 April 2006
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Was sich in den letzten Tagen in der Türkei abgespielt hat, ist schon sensationell. Dass dieser Papst, der als Kardinal Ratzinger noch als ein absoluter Hardliner und weltfremder Theoretiker galt, zu Beginn seiner Amtszeit erst auf die die jüdischen Menschen zuging und eine Synagoge besuchte (wie schon Papst Johannes Paul II), und jetzt die Herzen der muslimischen oder zumindest türkischen Glaubenswelt durch seinen Besuch in der blauen Moschee in Istanbul gewinnt, ist wirklich bemerkenswert. Dazu kommt seine Annäherung an die orthodoxe Kirche mit dem historischen Vertrag, der es als höchstes Ziel ausruft, die westliche und östliche christliche Kirche zu vereinen. Große ökumenische Gesten, ausgerechnet vom Papst. Er bleibt der Überraschungs-Papst.

Die große Frage ist jetzt nur, was glaubt ihr: Waren die brillanten Gesten des Papstes eine penibel einstudierte, diplomatisch bedingte Schauspielerei - der Papst als Politiker also - oder eine echtes, inneres Bedürftnis des Papstes, die Weltreligionen so aneinander zu binden. Wie weit wird der Papst gehen, um zB die ökumenische Kirche zu einen, wird er Konzessionen machen?

Und sind wir wirklich Zeugen eines religiösen Neubeginns, oder nur einer diplomatischen Episode?
 
Der Papst als Diplomat und Staatsmann.
ich mag diesen papst,denn er hat in seiner regensburger rede gezeigt,dass
er sich nicht scheut,auch unbequeme wahrheiten auszusprechen.
er ist nicht nur durch seinen lebenslauf sondern auch sein enormes
wissen ein schwergewicht,mit dem die christen wuchern können.
er war und er ist in keinster weise ein fundamentalist.
dass er als bewahrer des glaubens und ein christlicher wissenschaftler
nicht dem launischen zeitgeist unterliegt,sollte man ihm hoch anerkennen.
europa braucht die kirche und die einheit der christen,
diesem zweck allein diente die reise des papstes in türkei,die
er trotz schmährufe und herabwürdigung durch die türkische
regierung und öffentlichkeit mit bravur gemeistert hat.
danke benedikt
 
er sich nicht scheut,auch unbequeme wahrheiten auszusprechen.

ich bezweifle, dass er mit seinem zitat gezielt auf etwas hinweisen wollte...
wenn er gewusst hätte, welche wogen das zitat schlägt, hätte er es weggelassen...

das problem war, dass man es sich in der medienwelt von heute nur so hingelegt hat, als wäre es gegen den islam als ganzes gerichtet...
die presse hat das hochgeputscht und somit erst zu einem thema gemacht.

dass eine "unbequeme wahrheit" in einem zitat aus dem frühen mittelalter steht, will ich bezweifeln. es sind menschen und blender, die religion benutzen, um an ihre ziele zu gelangen. nicht die religion selbst. sie ist nur das werkzeug, das benutzt wird...




aber sonst bin ich auch recht froh darüber, dass sich das verhältnis ein wenig entspannt.
ich warte allerdings nur darauf, bis irgendein fundamentalistischer idiot wieder verlauten lässt, dass diese "hunde von christen so feige sind, dass sie sich in den staub werfen..." was ja natürlich ein untrügliches zeichen für die stärke des islam ist :roll:
 
ich bezweifle, dass er mit seinem zitat gezielt auf etwas hinweisen wollte..
das ist aber gerade der sinn des zitierens..
wenn er gewusst hätte, welche wogen das zitat schlägt, hätte er es weggelassen...
ach die paar wild gewordenen islamisten...
als wäre es gegen den islam als ganzes gerichtet...
na klar war das eine entlarvung des islam,der damals wie heute nur mit dem schwert durchzusetzen war.

es sind menschen und blender, die religion benutzen, um an ihre ziele zu gelangen. nicht die religion selbst. sie ist nur das werkzeug, das benutzt wird....
wohl wahr!
 
hat etwa das christentum sich denn im friedlichen missionieren von heiden hervorgetan? wohl kaum...

Nur, dass Jesus das bestimmt nicht gutgeheißen hätte und Mohammed selbst einige Kriege geführt hat... (aber man darf ja nicht Äpfel (Mensch) und Birnen (Gottes Sohn) miteinander vergleichen... :mrgreen: )
 
Nur, dass Jesus das bestimmt nicht gutgeheißen hätte und Mohammed selbst einige Kriege geführt hat... (aber man darf ja nicht Äpfel (Mensch) und Birnen (Gottes Sohn) miteinander vergleichen... :mrgreen: )


aber du musst dazu dann auch sagen, dass es keine religiösen Kriege waren. Es ging nur um Machtverhältnisse. Der Islam als Religion wurde erst viel später gegründet.

und die christlichen Kreuzzüge waren NUR religiös motiviert. Ein kleiner, aber doch gewichtiger Unterschied.
 
und die christlichen Kreuzzüge waren NUR religiös motiviert. Ein kleiner, aber doch gewichtiger Unterschied.

Wie bitte? :roll:

Die Kreuzzüge wurden unter dem DECKMANTEL der Religion ausgeübt, wofür sich die christliche Kirche hat prostituieren lassen. In Wahrheit war es die große wirtschaftliche und politische Krise in Europa, die viele Menschen aus Hunger und Landflucht in einen Krieg gegen den reichen Orient getrieben hat.
 
das ist war.
aber zurück zum thema.

ich hoffe dass es der auftakt eines religiösen neubeginns ist ! würden somit doch viele probleme gelöst werden können. aber dazu gehören natürlich auch alle anderen "parteien". ich denke solange speziell der islam nicht "entradikalisiert" wird (entschuldigt bitte die wortwahl, aber ich wusste mich nicht besser auszudrücken ;) ) bleibt dieser neubeginn eine illusion, leider! ob der papst aus einem inneren verlangen handelt, oder nur versucht die wogen zu glätten, die er mit seiner rede hervorgerufen hat, bleibt abzuwarten. wer kennt schon die wahren motive eines mannes, der viel macht hat ;)

achja, bevor hier wieder irgendwelche eiferer kommen um mir das wort im munde um zudrehen: ich finde das zitat des byzantinischen königs aus der regensburger rede als absolut zutreffend und aktuell. aber das nur mal so am rande ;)
 
In Wahrheit war es die große wirtschaftliche und politische Krise in Europa, die viele Menschen aus Hunger und Landflucht in einen Krieg gegen den reichen Orient getrieben hat.

Selbst wenn, eine Krise ist doch keine Entschuldigung?

Außerdem ging es mir um den Vergleich röm-kath. Kirche geg. Mohammed.
Die Christen sind ausgezogen, um die Heiden zu töten. (Wie heute die Terroristen)
Dazu kam das Denken, dass Gott einen dafür belohnen würde. Und dazu noch, dass die sich nebenbei ihre Privatvermögen aufbesserten, is ja logisch. Musste man ja nur noch die Hand aufhalten und zugreifen, nachdem alle tot waren.
 
Ich will ja auch auf keinen Fall sagen, dass der Islam kriegerischer ist als das Christentum. Aber die Kreuzzüge waren ursächlich Beutezüge, der "heilige Krieg" wurde nur als Rechtfertigung herangezogen.
 
Religiöse Motive waren aber der Antrieb der Kreuzzüge...

wiki schrieb:
Aufbauend auf den Kreuzzugsaufruf Papst Urbans II. auf der Synode von Clermont im Jahr 1095 (begleitet von dem Zuruf „Deus lo vult“ - Gott will es) waren viele Kreuzfahrer überzeugt, durch die Vertreibung der Nichtchristen aus dem Heiligen Land Gottes Willen zu erfüllen und die Erlassung aller ihrer Sünden zu erreichen. Dies muss vor dem Hintergrund christlicher Berichte über Greueltaten der islamischen Machthaber gegen die christliche Bevölkerung des heiligen Landes gesehen werden und der Verwüstung christlicher Stätten, beispielsweise der Grabeskirche 1009 in Jerusalem. Die religiösen Motive traten im Laufe der Zeit in den Hintergrund - besonders deutlich wird das bei der Eroberung und Plünderung der christlichen Stadt Konstantinopel im Vierten Kreuzzug. Bezüglich der Kreuzzüge in den Orient verschwanden sie jedoch nie ganz.
 
https://www.iphpbb.com/foren-archiv/6/382400/381320/kreuzzge-57111234-16924-275.html

Nein. 1. Grund: Politische Interessen und Machtfestigung:

[...]Mit den Seldschuken konnten die Byzantiner nicht fertigwerden. Als 1095 sogar die Hauptstadt ihres Reiches bedroht wurde, wandte sich Kaiser Alexios I. an Papst Urban II. und bat ihn um Hilfe gegen die "Ungläubigen", die auch das Heilige Land verwüsteten. Er sollte ihm doch gegen die Horden von Seldschuken und gegen die Petschenegen helfen, die den Balkan unsicher machten.

Der Papst sagte ihm diese Hilfe zu, obwohl er weniger Alexios helfen, sondern auch seinen Anspruch als einziger "Stellvertreter Gottes auf Erden" festigen wollte. Urban II. predigte daraufhin einen Kreuzzug.[...]

2. Grund: Armut

Im sogenannten "Armenkreuzzug", der dem eigentlichen ersten Kreuzzug vorausging, zog eine große Anzahl von armen Bauern und anderer Leute, die meist tief verschuldet waren, nach Jerusalem, um mit frommer Begeisterung dem Aufruf des Papstes zu folgen und die heiligsten Stätten der Christen von der seldschulkischen Besetzung zu befreien.

Man nannte es damals "expeditio" (Pilgerfahrt). Es waren an die 50.000 bis 70.000 Männer, weil der Papst reiche Beute und den Erlaß ihrer Sünden versprochen hatte, wenn sie im Kampf fallen würden (und es fielen eine Menge der sehr schlecht ausgerüsteten Bauern). Er ernannte Adhémar von Le Puy zu seinem Stellvertreter auf dem Kreuzzug.

Den größten Teil der Strecke legten die Kreuzfahrer zu Fuß zurück. In Mainz, Speyer und anderen Städten töteten sie zunächst die Juden und zogen dann über Regensburg und Nisch nach Konstantinopel. Auf diesem Marsch plünderten sie aus Hunger, manche allerdings auch wegen der Beute, in vielen Dörfern, die sie durchquerten.
 
Ich glaub den Kreuzzügen kann man die religiöse Motivation nicht völlig absprechen, auch wenn für viele andere Gründe auch eine Rolle gespielt haben.

Allerdings ist an der Stelle zu erwähnen, dass auch der Islam in der Vergangenheit nicht friedlich war, und das auch lange nach Mohammed, nur so konnte er sich so weit verbreiten. Da wurde so manches Volk zwangskonvertiert und so mancher Feldzug unter dem Banner des Glaubens geführt.

Wer das Christentum für die Kreuzzüge verurteilt muss den Islam für dessen Vergangenheit genauso verurteilen. (Nicht dass ich meine man könne eine Religion für die Taten der Menschen verurteilen, aber wenn man es tut, dann gilt das für alle)
 
@Leoric
Da hast du vollkommen Recht, jedoch wenn man davon spricht, die Christen waren nie gewaltig etc. und dies aber einer ganzen Glaubensgemeinschaft unterstellt, und nun versucht auch zu zeigen das die Christen in aehnlicherweise vorgegangen ist, dann finde ich macht man nichts falsch. Anders waere es wenn man sagen wuerde, die Christen waren gewaltig und die Islamangehoerigen (in diesem Fall) sind nur friedlich in ihrer Verbreitung gewesen. Das ist dann auf jeden Fall falsch.

Aber beide Faelle sind ein himmelweiter Unterschied, und diesem Unterschied muessen sich manche hier im Forum jeden Tag stellen, da sie Beispiele suchen fuer Kritik auch der anderen Seite, und dann gefallen lassen muessen als Terroristenversteher, Antisemit, etc. etc. tituliert zu werden, da sie in ihren Beitraegen nicht ausdruecklich nochmal auf die andere Seite eingegangen sind. Obwohl diese Meinungen schon seit Anfang an bestehen, aber jeden Tag muss man sich dafuer neu rechtfertigen.
 
Ich hab es doch indirekt gemacht indem ich auf Leorics Statement eingegangen bin.
Zum Papst selber sage ich nicht viel, da ich sonst wieder in irgendeine Ecke gedrängt werde und ich mich über eine vielzahl von Seiten rechtfertigen muss.
Ich sag es so, ich befürworte keine Religion. Nur bin ich für gleiche Maßstäbe somit auch gleiche "Verurteilungen", ich weiß das passt Dir nicht in den Kram.
aber egal.
 
Ich sag es so, ich befürworte keine Religion. Nur bin ich für gleiche Maßstäbe somit auch gleiche "Verurteilungen", ich weiß das passt Dir nicht in den Kram.
aber egal.

Achso. Na im Gegensatz zu Dir bin ich religiös, und verteidige wo ich kann Judentum, Christentum und Islam als das, was sie sind, nämlich sehr wertvolle Schriftlehren. Sogar hier verteidige ich das Christentum, weil ich klarstelle, dass der Kreuzzug kein Krieg der Religionen, sondern Krieg von weltlichen Päpsten und verbrecherischen Warlords war.
 
du kannst doch nicht verteidigen, was offensichtlich falsch war 8O
Krieg, Mord und Totschlag ist immer scheisse :ugly:

:ugly: ?

Ich verteidige die christliche Schriftreligion, und das viel Gutes in der Bibel steht, aber oft umgedeutet wurde, nur damit man Krieg führen und versklaven kann.

Du bist aber auchn ganz gediegener Wortverdreher oder :roll: