Sammelthread Berliner Kassiererin verliert Job wegen 1,30 Euro

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25 April 2006
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Folgende News wurde am 24.02.2009 um 13:52:48 Uhr veröffentlicht:
Berliner Kassiererin verliert Job wegen 1,30 Euro
DPA-News

Berlin (dpa) - Wegen 1,30 Euro hat eine Berliner Supermarkt- Kassiererin nach mehr als 30 Jahren ihren Job verloren. Die 50- Jährige soll zwei Pfandbons über 48 und 82 Cent unterschlagen haben. Sie verlor den Kündigungsschutzprozess jetzt auch in zweiter Instanz. Das Berliner Landesarbeitsgericht erklärte die fristlose Kündigung für rechtens (Az. : 7 Sa 2017/08). Die dreifache Mutter und zweifache Großmutter brach während der Urteilsverkündung in Tränen aus. Mit einem solchen Richterspruch habe sie nicht gerechnet, sagte sie später auf dem Flur, wo die Wogen der Empörung hochschlugen. Gewerkschafter und Freunde der Frau verließen den Gerichtssaal mit Zornesröte im Gesicht. «Die soziale Existenz und Zukunft einer Kassiererin, die 31 Jahre für Kaisers geschuftet hat, wiegt weniger als das Eigentum eines unbekannten Kunden an 1,30 Euro Pfandgeld, das er in einer Supermarktfiliale liegen gelassen haben soll», beklagte Gregor Zattler. Er gehört zu einem Solidaritätskomitee, das sich vor Monaten zur Unterstützung der Kassiererin gegründet hatte. Aus Sicht des Komitees war der wahre Grund für die Kündigung ein ganz anderer, nämlich die Beteiligung der 50-jährigen Frau an Streikaktionen im Einzelhandel. Die Unterstützer sind davon überzeugt, dass die Supermarkt-Kette (Kaisers Tengelmann-Gruppe) mit der Geschichte um die Pfandbons eigentlich eine missliebige, gewerkschaftlich organisierte Angestellte loswerden wollte. Ans Aufgeben denken die Gewerkschafter nicht. «Wir wollen weiter durch alle Instanzen gehen, notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte», kündigte der Anwalt der Kassiererin, Benedikt Hopmann, an. Es dürfte ein beschwerlicher Weg werden. Denn eine Revision beim Bundesarbeitsgericht ließen die Berliner Richter nicht zu. Hopmann müsste zunächst dagegen Beschwerde einlegen. Wenn es um Verfehlungen von Arbeitnehmern geht, insbesondere wenn das Strafrecht berührt ist, kennt das Arbeitsrecht kaum Pardon. Wer etwa eine Druckerpatrone am Arbeitsplatz mitgehen lässt oder ohne Erlaubnis des Chefs privat telefoniert, muss stets damit rechnen, vor die Tür gesetzt zu werden. Dann geht es nach der herrschenden Rechtsprechung in Deutschland um Vertrauensverlust und die Frage, ob dem Arbeitgeber eine Weiterbeschäftigung noch zuzumuten ist. Das stellte auch das Berliner Landesarbeitsgericht im Fall der 50- Jährigen klar. Auf den geringen Wert der Pfandbons komme es nicht an. Schon der dringende Verdacht einer Straftat könne ein Kündigungsgrund sein. Es gelte das Prognoseprinzip, das berücksichtige, ob dem Arbeitgeber die Weiterbeschäftigung noch zumutbar sei. Gewerkschafter wie die Freunde der gekündigten Kassiererin sehen darin aber eine einseitige Bevorzugung von Eigentümerinteressen. Die Berliner Richter sahen es als erwiesen an, dass die Kassiererin die Pfandmarken für sich selbst einlöste. Die Gekündigte hat eine Unterschlagung stets bestritten. Sie war aber im Gerichtssaal von Kolleginnen belastet worden. Die Richter stuften deren Aussagen auch als glaubhaft ein. Eine Kassiererin müsse unbedingte Zuverlässigkeit zeigen, erklärte das Gericht. Der Umgang mit Geld setze eine absolute Ehrlichkeit voraus, darauf müsse sich der Arbeitgeber verlassen können. Der Vertrauensverlust sei im vorliegenden Fall umso gravierender, weil die Kassiererin falsche Angaben gemacht und eine Kollegin zu Unrecht belastet habe, hieß es in der Urteilsbegründung. Die Supermarkt-Kette sah sich bestätigt. Das Unternehmen verwies auf seine Werte und Regeln der Zusammenarbeit, die gemeinsam mit dem Betriebsrat festgelegt worden seien. (Internet: www. emmely. org)[Landesarbeitsgericht]: Magdeburger Platz 1, 10785 Berlin

www. emmely. org
 
Die Überschrift ist mehr als irreführend.

Sie ist wegen Vertrauensbruch gekündigt wurden, nicht wegen 1,30 €.

gruss kelle!
 
Wird halt von den Medien und ein paar Gewerkschaftlern im Moment extrem gepusht und die Frau als Opfer der bösen Konzerne dargestellt ...

Ich mag Kaisers & die ganze Discounterketten überhaupt nicht, aber was da abgezogen wird ist lächerlich. So viel Angst haben die (leider?) vor Gewerkschaften auch nicht, dass sie einzelne Mitarbeiter umständlich über irgendwelche Vorwände rausschmeißen müssen.
 
:think: Wenn Discountketten keine Angst vor Arbeitnehmervertretungen haben müssen, warum verhindert z.B. Schlecker so vehement einen Betriebsrat? Oder bespitzelt Lidl seine Mitarbeiter, oder... oder... oder... :shifty:
 
:think: Wenn Discountketten keine Angst vor Arbeitnehmervertretungen haben müssen, warum verhindert z.B. Schlecker so vehement einen Betriebsrat? Oder bespitzelt Lidl seine Mitarbeiter, oder... oder... oder... :shifty:

Ich hoffe, du beziehst dich nicht auf mich ... "So viel Angst haben die [...] auch nicht" ist schließlich etwas komplett anderes als "keine Angst haben" :p
 
Wird halt von den Medien und ein paar Gewerkschaftlern im Moment extrem gepusht und die Frau als Opfer der bösen Konzerne dargestellt ...

Ich mag Kaisers & die ganze Discounterketten überhaupt nicht, aber was da abgezogen wird ist lächerlich. So viel Angst haben die (leider?) vor Gewerkschaften auch nicht, dass sie einzelne Mitarbeiter umständlich über irgendwelche Vorwände rausschmeißen müssen.

Merkwürdiger Kommentar, wenn man die von darkhurt aufgezählten Dinge berücksichtigt. Und zum Urteil: der Diebstahl ist ja noch nicht einmal bewiesen worden, sondern Zeugen sollen etwas verdächtiges gesehen haben. Das Urteil ist jedenfalls ein Witz, denn die Frau hätte beweisen müssen, dass sie nichts geklaut hat. Also eine Umkehr der Beweislast.
Und natürlich haben die Angst vor Betriebsräten, denn die würden Schluß machen mit unbezahlter Arbeit, erzwungenen Schuldeingeständnissen, Lohnkürzungen usw., denn es fehlt einfach das Gegengewicht zu diesem System aus Profitgeilheit.
mfg kaos
 
:think: Wenn Discountketten keine Angst vor Arbeitnehmervertretungen haben müssen, warum verhindert z.B. Schlecker so vehement einen Betriebsrat? Oder bespitzelt Lidl seine Mitarbeiter, oder... oder... oder... :shifty:

Ich hab auch keine Angst vor Mücken, dennoch sind diese lästig. Ebenso denke ich nicht, dass Schlecker Angst vor einem Betriebsrat hat, es wäre einfach nur lästig einen zu haben. Diese kosten immerhin Geld, vermindern die Produktivität und Betriebsratsmitglieder sind zumeist störend. Kenne kaum gute Betriebsräte, die wirklich den Dialog zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer suchen um durch ein verbessertes Klima auch bessere Bedingungen schaffen.

Bei der "Bespitzelung" frag ich mich eh immer, wo eigentlich das Problem ist. Wieso unser Gesetzgeber sich da auch immer so vehemennt einmischt. In den Pausen hat man sicherlich das Recht private Sachen zu machen, aber in der Arbeitszeit verpflichtet man sich nunmal berufsspezifische Sachen zu machen. Und wenn ein Chef ebend diese beruflichen Sachen überprüft, sollte das doch auch in Ordnung sein. Ich stör mich ja auch nicht daran, dass mein Chef direkt gegenüber von mir sitzt. Immerhin kann er dadurch den ganzen Tag sehen, was ich wirklich mache. Eigentlich sollte ich mich darüber beschweren, dass der mich überwacht. Somit kann ich garkeine Computerspiele auf Arbeit spielen :(
 
So viel Angst haben die (leider?) vor Gewerkschaften auch nicht, dass sie einzelne Mitarbeiter umständlich über irgendwelche Vorwände rausschmeißen müssen.
Hast Du Bekannte im Einzelhandel? Frag da mal rum, ich denke Du wirst Dich wundern. :roll:
Auch in anderen (HiTec) Branchen werden Mitarbeiter entsorgt, wenn sie einen Betriebsrat oder sich zu stark in der Gewerkschaft engagieren anstreben. Ich habe das selbst schon in einer Firma erlebt.
Karrierefördernd war das nie!

Ich halte nicht sonderlich viel von vielen Betriebsräten die ich kennen gelernt habe und Gewerkschaften schießen irgendwie auch oft über das Ziel hinnaus. Daher kann ich es den Firmen offen gesagt nichtmal verübeln.
Für die Mitarbeiter, die meistens ja auch etwas Gutes für ihre Kollegen tun wollen, ist es aber schon schade.
 
Der Vertrauensverlust sei im vorliegenden Fall umso gravierender, weil die Kassiererin falsche Angaben gemacht und eine Kollegin zu Unrecht belastet habe, hieß es in der Urteilsbegründung.

Ich verstehe nicht wo hier das Problem sein soll. Ein Urteil in 2. Instanz in dieser Form ist bei deutschen "arbeitnehmerfreundlichen" Arbeitsgerichten bezeichnend.
 
Ein Urteil in 2. Instanz in dieser Form ist bei deutschen "arbeitnehmerfreundlichen" Arbeitsgerichten bezeichnend.

Naja...

Das Bundesarbeitsgericht hat erstmal entschieden, dass Arbeitnehmer E-Mails von der Gewerkschaft auch während der Dienstzeit lesen dürfen, selbst wenn der Mitarbeiter nicht Mitglied einer Gewerkschaft ist.

gruss kelle!
 
Ebenso denke ich nicht, dass Schlecker Angst vor einem Betriebsrat hat, es wäre einfach nur lästig einen zu haben.
Sicher, man müsste sich ja dann an Gesetze halten und an berechtigte Forderungen der Betriebsräte. Man müsste sowas ekliges wie "Mitbestimmung" zulassen. Das muss extrem schrecklich sein.

Diese kosten immerhin Geld, vermindern die Produktivität und Betriebsratsmitglieder sind zumeist störend. Kenne kaum gute Betriebsräte, die wirklich den Dialog zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer suchen um durch ein verbessertes Klima auch bessere Bedingungen schaffen.
In wievielen Unternehmen hast Du aktiv an der Betriebsratsarbeit teilgenommen, um solch ein Urteil zu fällen?

Bei der "Bespitzelung" frag ich mich eh immer, wo eigentlich das Problem ist.
Es handelt sich um einen Gesetzesverstoss, da liegt das Problem.

Und wenn ein Chef ebend diese beruflichen Sachen überprüft, sollte das doch auch in Ordnung sein.
Und wenn Du Dich dabei am Sack kratzt oder in der Nase bohrst, dann soll Dein Chef das ruhig sehen dürfen. Und auch, wie oft Du auf Toilette warst und ob Du da wirklich geschissen hast, muss festgehalten werden.

Marty
 
Sicher, man müsste sich ja dann an Gesetze halten und an berechtigte Forderungen der Betriebsräte. Man müsste sowas ekliges wie "Mitbestimmung" zulassen. Das muss extrem schrecklich sein.

Sag ich ja. Lästig.

In wievielen Unternehmen hast Du aktiv an der Betriebsratsarbeit teilgenommen, um solch ein Urteil zu fällen?

Wie sehr ich doch dieses Argument liebe. Im Grunde dürfen nur Leute diskutieren, die etwas mitmachen. Subjektive/Objektive betrachtungen von außen sind nicht gestattet? Sorry, du bringst mal wieder das Argument, der Argumentlosen.

Aktiv an der Betriebsratarbeit habe ich nicht teilgenommen. Aber aus Unternehmerischer Sicht wird ein Betriebsrätler sicherlich weniger Produktiv sein wenn dieser freigestellt ist für seine Aufgaben oder sogar ganz als ein Mitarbeiter, der 8 Stunden seinen vollen Dienst tut. Zudem haben mir die externen Aufstacheleien der Betriebsräte teils gereicht, so dass ich ihre interne Arbeit nicht unbedingt mitbekommen musste...

Es handelt sich um einen Gesetzesverstoss, da liegt das Problem.

Nicht über jeden Gesetzesverstoß wird gleichermaßen berichtet ;)

Und wenn Du Dich dabei am Sack kratzt oder in der Nase bohrst, dann soll Dein Chef das ruhig sehen dürfen. Und auch, wie oft Du auf Toilette warst und ob Du da wirklich geschissen hast, muss festgehalten werden.

Mich können den ganzen Tag Leute sehen. Entweder weil ich mit ihnen im Raum sitze oder aber weil sie mich durch das Fenster sehen. Aber ebenso wie ich glaube, dass die Menschen um mich herum was besseres zu tun haben als mich zu beobachten, glaube ich das bei meinem Chef. Und wenn er dann zufällig bei Sichtung einen Verstoß sieht, dann soll es halt so sein. Wenn ein Verdacht besteht, dass ich was angestellt habe und er durch den Videobeweiß sieht, dass es haltlos ist, dann bin ich auch zufrieden. Zudem kenne ich noch keinen Fall, bei dem auf Toilette eine Kamera gefunden wurde. Das heißt, durch die Videoaufnahmen weiß man nur, dass ich zur Toilette gegangen bin und das bekommt sicherlich auch mal so einer mit. Und bis jetzt habe ich das überlebt.
 
Wie sehr ich doch dieses Argument liebe. Im Grunde dürfen nur Leute diskutieren, die etwas mitmachen. Subjektive/Objektive betrachtungen von außen sind nicht gestattet? Sorry, du bringst mal wieder das Argument, der Argumentlosen.

Klar, über die Politik der BRD dürfen schließlich auch nur Leute aus dem Bundestag schimpfen, über pfuschende Handwerker nur Handwerksmeister urteilen und die Musik von Amy Winehouse dürfen auch nur die Leute gut oder schlecht finden, die selber scheiß Musik machen.... ist doch logisch, man!
 
Klar, über die Politik der BRD dürfen schließlich auch nur Leute aus dem Bundestag schimpfen, über pfuschende Handwerker nur Handwerksmeister urteilen und die Musik von Amy Winehouse dürfen auch nur die Leute gut oder schlecht finden, die selber scheiß Musik machen.... ist doch logisch, man!

Sorry, das vergess ich immer wieder :(
 
Wie sehr ich doch dieses Argument liebe. Im Grunde dürfen nur Leute diskutieren, die etwas mitmachen. Subjektive/Objektive betrachtungen von außen sind nicht gestattet? Sorry, du bringst mal wieder das Argument, der Argumentlosen.
Wie willst Du denn "von aussen" eine Arbeit beurteilen, noch dazu branchen- und firmenübergreifend? Wie willst Du die Zusammenarbeit eines Betriebsrats mit einer Unternehmensführung beurteilen, wenn Du nur das Ergebnis mitgeteilt bekommst als Aussenstehender?

Du hast geschrieben
Kenne kaum gute Betriebsräte, die wirklich den Dialog zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer suchen um durch ein verbessertes Klima auch bessere Bedingungen schaffen.
Das heisst, Du kennst viele Betriebsräte und kannst etwas zu deren internen Arbeit sagen? Oder kannst Du das nicht?

Zudem haben mir die externen Aufstacheleien der Betriebsräte teils gereicht, so dass ich ihre interne Arbeit nicht unbedingt mitbekommen musste...
Dann mal Butter bei die Fische: Wo wurde von einem Betriebsrat gegen das eigene Unternehmen aufgestachelt? Das wäre eine Pflichtverletzung des Betriebsrates.

Aber ebenso wie ich glaube, dass die Menschen um mich herum was besseres zu tun haben als mich zu beobachten, glaube ich das bei meinem Chef.
Und wenn Dein Chef also einen Detektiv beauftragen würde, Dich zu überwachen, dann würdest Du also glauben, er wäre gar nicht daran interessiert zu erfahren, was Du so machst? Er macht das nur, um den Detektiv zu ernähren?

Du meinst also, die Mitarbeiterüberwachung bei Lidl wurde gemacht, weil man gar kein Interesse daran hatte, die Mitarbeiter zu überwachen, man wollte nur Kamerahersteller subventionieren?

Und wenn er dann zufällig bei Sichtung einen Verstoß sieht, dann soll es halt so sein.
Tja, "zufällig" sieht er es dann eben nicht mehr.

Zudem kenne ich noch keinen Fall, bei dem auf Toilette eine Kamera gefunden wurde.
In Umkleideräumen der Belegschaft, in Pausenräumen der Belegschaft (für UNBEZAHLTE Pausen) war das aber anscheinend in den Supermärkten durchaus normal.

Klar, über die Politik der BRD dürfen schließlich auch nur Leute aus dem Bundestag schimpfen, über pfuschende Handwerker nur Handwerksmeister urteilen und die Musik von Amy Winehouse dürfen auch nur die Leute gut oder schlecht finden, die selber scheiß Musik machen.... ist doch logisch, man!
Dann erklär mir doch mal, wie Du die Zusammenarbeit in einem Bundestagsausschuss beurteilen kannst, wenn Du nur das Ergebnis kennst?

Marty
 
Also ich bin gestern zufällig bei "Kerner" gelandet (beim zappen in der Werbepause), die gute Frau hat mehr als zweideutige Aussagen gemacht.
Mehr oder weniger lief es darauf hinaus das die 31 Jahre Betriebszugehörigkeit überhaupt keine berücksichtigung fanden.
 
Also ich bin gestern zufällig bei "Kerner" gelandet (beim zappen in der Werbepause), die gute Frau hat mehr als zweideutige Aussagen gemacht.
Mehr oder weniger lief es darauf hinaus das die 31 Jahre Betriebszugehörigkeit überhaupt keine berücksichtigung fanden.

Macht bei einer fristlosen Kündigung auch keinen Sinn. Die Frage, die bleibt, ist: Hat sie geklaut oder nicht? Und dafür gab es wohl nur eine Zeugin, die angeblich unter Druck gesetzt wurde.

Marty
 
Wie willst Du denn "von aussen" eine Arbeit beurteilen, noch dazu branchen- und firmenübergreifend? Wie willst Du die Zusammenarbeit eines Betriebsrats mit einer Unternehmensführung beurteilen, wenn Du nur das Ergebnis mitgeteilt bekommst als Aussenstehender?


Der Betriebsrat nimmt unter anderen auch Aufgaben war (zumindest habe ich das bis jetzt miterlebt), die in direkten Kontakt mit den Arbeitnehmern standen. Dazu gehört das Beisitzen bei Mitarbeitergesprächen, Betriebsversammlungen bei denen er seine Arbeit vorstellt etc. Was er hinter verschlossenen Türen abklärt, weiß ich natürlich nicht. Ebenso wie bei dem Beispiel von Delphiking mit dem Bundestag, wo man nur das mitbekommt, was durch die Parteien und die Medien kommuniziert wird, bekomme ich natürlich nur das Kommunizierte mit. Und das, was bei einigen Mitarbeitergesprächen so rum kommt. Durfte bei einigen auch dabei sein, auf Arbeitnehmerseite dann allerdings um Leistungen zu beurteilen.

Du hast geschrieben
Das heisst, Du kennst viele Betriebsräte und kannst etwas zu deren internen Arbeit sagen? Oder kannst Du das nicht?

Ich kann was zu deren Arbeit sagen, die ich nach außen hin mitbekommen habe. Zudem kann ich was zu den gewählten Leuten sagen, denn ich habe mal bei der Gründung eines Betriebsrates in einer Firma gearbeitet und es war lustig welche gestalten da rein gekommen sind.

Dann mal Butter bei die Fische: Wo wurde von einem Betriebsrat gegen das eigene Unternehmen aufgestachelt? Das wäre eine Pflichtverletzung des Betriebsrates.

Meinst du ich rede nun über irgendeine Firma in der ich angestellt war in einem öffentlichen Forum? Wenn ich sage, dass ich die Wortwahl des Betriebsrates auf einigen Versammlungen als fragwürdig empfunden habe, dann sollte dir das genügen.

Du meinst also, die Mitarbeiterüberwachung bei Lidl wurde gemacht, weil man gar kein Interesse daran hatte, die Mitarbeiter zu überwachen, man wollte nur Kamerahersteller subventionieren?

Nein, ich denke, dass das ebenso abwegig wäre, wie die These, dass der Chef gerne 8 Stunden seinen Mitarbeitern zusieht. Um seine Mitabeiter im Toilettenverhalten zu überwachen kann er ebenso jemanden im Laden hocken lassen, wie dass er jemanden die Monitore auswerten lassen lässt. Wahrscheinlich wird er die Videos dazu benutzen, um bei Verdacht festzustellen ob die Mitarbeiter was aus der Kasse nehmen oder bei anderen Verdachtsmomenten diese zu überprüfen. Und wie gesagt, man kann es auch positiv sehen. Wäre die Frau Videoüberwacht geworden, dann hätte sie ja eindeutig beweisen können, dass sie nichts gestohlen hat. Wäre doch supi für sie. Sie ist ja nunmal unschuldig *räusper*

Tja, "zufällig" sieht er es dann eben nicht mehr.
Ich habe in meinem Leben immer die Devise gehabt für Mist den ich baue auch gerade zu stehen ;)

In Umkleideräumen der Belegschaft, in Pausenräumen der Belegschaft (für UNBEZAHLTE Pausen) war das aber anscheinend in den Supermärkten durchaus normal.

In Umkleideräumen (sofern man da nicht nur die Jacke anzieht) würde ich wie gesagt Empörung verstehen. Wenn es nur ein Raum ist mit Spinnt, in der man eine Weste gegen eine Jacke tauscht, wäre das wieder was anderes. Das wäre ja der Ideale Ort um gezocktes in die Privatsachen zu stecken.

Dann erklär mir doch mal, wie Du die Zusammenarbeit in einem Bundestagsausschuss beurteilen kannst, wenn Du nur das Ergebnis kennst?

Wenn Abgeortneter A über Abgeortneten B bei Kerner her zieht, dass er absolut Inkompetent ist und Abgeortneter C über A sagt, dass dieser einen Pickel auf der Nase hat und sich Abgeortneter E mit Abgeortneten F bei mir auf der Einfahrt prügelt, dann würde ich tendentiell sagen, dass die sich eventuell alle nicht so gut verstehen und auch die Arbeit wohl darunter leiden wird...
 
Um seine Mitabeiter im Toilettenverhalten zu überwachen kann er ebenso jemanden im Laden hocken lassen, wie dass er jemanden die Monitore auswerten lassen lässt. Wahrscheinlich wird er die Videos dazu benutzen, um bei Verdacht festzustellen ob die Mitarbeiter was aus der Kasse nehmen oder bei anderen Verdachtsmomenten diese zu überprüfen.

In Umkleideräumen (sofern man da nicht nur die Jacke anzieht) würde ich wie gesagt Empörung verstehen.
Dann lies Dir doch einfach mal durch, wie, durch wen und wo Mitarbeiter überall überwacht worden sind und welche Berichte Detektive an Vorgesetzte geliefert haben:

https://www.zoomer.de/news/topthema/ueberwachung/discounter/artikel/lidl-ueberwacht-beschaeftigte

Wer geht wann auf Toilette? Worüber unterhalten sich Mitarbeiter in ihren unbezahlten Pausen? Wer hat mit wem privat zu tun etc.

Würde Dir das auch egal sein, wenn Dein Chef das alles hinter Deinem Rücken über Dich wissen wollte?

Marty