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#1 (permalink) |
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Benutzer
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Hallo,
ich würde gerne mal wissen, was ihr von der Grundrechtecharta haltet. Sinnvoll ? Was sollte verbessert werden ? Eure Kommentare würde ich gerne für meinen Vortrag nehmen. Bitte gibt eure Erlaubnis in eurem Post. Es werden nur die Kommentare vorgelesen - KEINE Usernamen oder sonstige Infos über euch! Danke euch im Vorraus für eure Erlaubnis. Außerdem: Leider finde ich nirgends im Internet (auch nicht unter Google), was für Arbeitnehmer und -geber im Grundrechtecharta steht. Ich würde mich sehr freuen und wäre euch sehr Dankbar, wenn ihr was gefunden habt oder selbst es wisst und mir es erklären könntet. Bedanke mich im Vorraus sehr bei euch. Mfg seg98 |
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#2 (permalink) | |||
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mostly harmless
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Welche Charta meinst du? Die der EU, die der UN?
In der der EU findet man z.B. folgendes zum Thema Arbeit: Zitat:
Zitat:
Zitat:
Quelle: http://www.europarl.europa.eu/charter/pdf/text_de.pdf Text der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen: http://www.ohchr.org/EN/UDHR/Pages/L...spx?LangID=ger |Meine Bücherkiste|Willi an der Macht?|asoziales Netz?|Mehr Signatur|Hörbuch gefällig?"Wir spielen jetzt Krieg!" "Warum spielen wir nicht Frieden?" "Zu wenig Rollenmuster!!!" (aus Calvin & Hobbes) Sammelartikel, Bücher, Geschirr & mehr! |
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#3 (permalink) |
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Reg: 06.03.2008
Beiträge: 273
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Die Menschenrechte? Eine Sammlung von Forderungen mit Universalitätsanspruch (den sie freilich nicht erfüllen können). Wenn man böse wäre könnte man sie auch als neokolonial bezeichnen.
Warum sie dennoch in höchstem Maße sinnvoll, erstrebens- und verteidigenswert sind? Steht in deren Präambel.
Mit besten Grüßen - der gelbe Käfer!
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#4 (permalink) |
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mostly harmless
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Die vordringlichste Frage zur Grundrechtscharta ist nicht, ob sie sinnvoll ist, sondern, warum sie nötig ist.
Man sollte doch glauben, dass die Menschheit nach 2000 Jahren in der Lage sein müsste, jedem einzelnen ein Mindestmaß an Freiheiten zuzugestehen. |Meine Bücherkiste|Willi an der Macht?|asoziales Netz?|Mehr Signatur|Hörbuch gefällig?"Wir spielen jetzt Krieg!" "Warum spielen wir nicht Frieden?" "Zu wenig Rollenmuster!!!" (aus Calvin & Hobbes) Sammelartikel, Bücher, Geschirr & mehr! |
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#5 (permalink) |
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Class AAA General
Reg: 26.06.2009
Beiträge: 54
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Derartige Aussagen hört man oft. Oft, auch wenn ich dir dies nicht unterstellen will, dienen sie der Legitimation von Verbrechen, die im Namen bestimmter Kulturen und Religionen begangen werden, beispielsweise der Unterjochung der Afghanen durch die Taliban und deren Auslegung der Scharia. Doch was sind Menschenrechte? Meines Erachtens essenzielle Grundrechte wie die auf Freiheit, körperliche Unversehrtheit und die Früchte der eigenen Arbeit. Kein Mensch, egal wo er lebt, darf von einem anderen versklavt, verletzt oder bestohlen werden. Diese Rechte gelten für jeden Menschen, egal ob sie ihm von einem Staat oder einer anderen Autorität gewährt werden oder nicht - allein durch seine Existenz hat er einen Anspruch darauf. Jeder Mensch erwartet, dass andere ihm diese Rechte gewähren, woraus sich selbstverständlich eine Verpflichtung seinerseits ergibt, sie auch anderen zu gewähren. Daraus leitet sich ganz einfach die Universalität der Menschenrechte ab.
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#6 (permalink) |
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Reg: 06.03.2008
Beiträge: 273
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@GeneralTao
Naja, die Menschenrechte sind Ausdruck einer auf das Individuum, das "Ich" zentrierten Gesellschaftsorganisation. Das ist eine Art Gesellschaften zu organisaieren - aber sicher nicht die einzige. Die Frage wann etwas gerecht ist und wann ein Verbrechen, wird sich mangels absoluster Distanz, die das entscheiden könnte, nicht beantworten lassen. Gerechtigkeit wird immer Teil einer gesellschaftlichen Erzählung sein, die aber nie die absolute Wahrheit für sich beanspruchen kann.
Mit besten Grüßen - der gelbe Käfer!
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#7 (permalink) | ||
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Class AAA General
Reg: 26.06.2009
Beiträge: 54
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Zitat:
Was ein Verbrechen ist, ist meiner Meinung nach leicht beantwortet: Nämlich eine Handlung eines Menschen an einem anderen Menschen gegen dessen Willen. Alles, was Gewalt und Zwang beinhaltet und nicht zur Selbstverteidigung oder der Abwehr noch größeren Unrechts geschieht, ist ein Verbrechen. Wenn du jedoch schreibst Zitat:
Daher meine Gegenfrage: Ist es deines Erachtens vom von der Gesellschaft, in der ein Mensch lebt, abhängig, ob an ihm verübte Handlungen Verbrechen sind oder nicht? Gibt es deines Erachtens Gesellschaften, in denen z.B. Ehrenmord, Genitalverstümmelung, Zwangsehen und Unterdrückung von Frauen oder Homosexuellen akzeptabel sind, da sie von den gesellschaftlichen Konventionen gefordert werden und die bestehende Gesellschaftsordnung möglicherweise sogar auf ihnen basiert? Zusätzlich noch zwei allgemeine Fragen: Wie definierst du Gesellschaft? Wie grenzt sich eine Gesellschaft deines Erachtens von einer anderen ab? |
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#8 (permalink) | ||
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Krieg & Krawall
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Zitat:
Zitat:
It was a dream big enough to fit the whole world.
It was a dream where everyone was equal under the eyes of God. Bono - 28.03.2005 San Diego |
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#9 (permalink) | |
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Class AAA General
Reg: 26.06.2009
Beiträge: 54
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@komerzhasi
Ich stimme dir zu, doch die Frage richtete sich spezifisch an GelberKaefer. Ich scheine mich zudem missverständlich ausgedrückt zu haben: Als ich schrieb Zitat:
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#10 (permalink) | |||
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Reg: 06.03.2008
Beiträge: 273
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Zitat:
Zitat:
Das Problem ist ja folgendes: auch ich wurde in dieser Gesellschaft sozialisiert und halte die Menschenrechte und überhaupt eine freiheitliche Grundordnung sowie die Möglichkeit zur freien Entfaltung jedes Einzelnen für vollumfänglich richtig. Nur wird jemand der einen Ehrenmord verübt ebenfalls keine Bedenken bezüglich der moralischen Richtigkeit seines Handelns haben. Jetzt kann ich mit demjenigen diskutieren und ihm klar machen, dass sein Handeln falsch ist - ich habe dazu allerdings nichts als die Menschenrechte als Argument, die ich mir ja selber ausgedacht habe. Und die behandeln das Themenfeld "Ehre" gar nicht. Es kommt mir seltsam vor, die in diesem Moment herrschende Gesellschaftsordnung als universell geltend anzunehmen. Schließlich tun dies die meisten Gesellschaftsordnungen und auch das "westeuropäische" Wertesystem war schon diversen Wandlungen unterworfen im Laufe der Geschichte. Ich bin mir sicher wir werden uns noch weiterentwickeln und Praktiken die heute selbstverständlich sind irgendwann strikt ablehnen. Schon die Auslegung der heute geltenden Meinung ist überall unterschiedlich. In Amerika ist es rechtens Menschen zu töten. Hier kann auch der letzte Kinderschänder seinen Lebensabend in vom Staat finanzierten Einrichtungen verbringen. Ich weiß nicht was angemessener ist. Von absoulten Wahrheiten aber sollte man sich eher verabschieden. Damit macht man es sich zu einfach. Zitat:
Mit besten Grüßen - der gelbe Käfer!
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#11 (permalink) | |
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MASSIVE AGGRESSIVE
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Zitat:
Eine Frage zum ersten Punkt: Ist Wehrpflicht ein Verbrechen? Der erste Punkt hat so viele Wenn und Aber, dass es schön dehnbar wird - auch für die Justiz eines Landes. Denn in einer Diktatur ist die Inhaftierung der Kritikern und (friedlichen) Demonstraten gängige Praxis. Das läuft dann unter "Abwehr noch größeren Unrechts". Was Unrecht ist und was nicht, legt nämlich der Staat und dessen (gewählte Volks-) Vertreter fest, nicht etwa der gesunde Menschenverstand oder das Rechtsempfinden. Was uns zum zweiten Punkt bringt. Ich bin der Ansicht, dass eine Gesellschaft selbst bestimmen muss, wie sie leben will. Und das völlig unabhängig von dem, was ich, wir oder sonstwer für richtig oder falsch hält. Allerdings immer unter der Prämisse, dass andere Lebensweisen und Gesellschaften davon unangetastet bleiben. Was eben auch Kriege (auch und gerade von den USA bezeichnete "Präventivkriege") ausschließt, weil das Gesellschafts- und Religionsmodell des anderen nicht in das eigene passt. Was ich persönlich für richtig und was ich für verrückt halte, ist dabei doch völlig unerheblich. Die Natur wird schon "entscheiden", wer oder was das Recht hat zu überleben und was nicht. Und ich bin mir ganz sicher, dass wir mit unserer modernen überzüchteten Wegwerfgesellschaft, die um jeden Preis ihren Willen auch gegen die Natur bekommen will, nicht besonders hoch im Kurs stehen. Denn der Mensch erinnert mich mit seinem Gebaren eher an einen Parasiten als an ein hoch entwickeltes Lebewesen. Daher käme ich persönlich auch nie auf die Idee, einem anderen Volk seine Lebensweise vorzuwerfen. Sollen andere ruhig einen anderen Weg einschlagen. Vielleicht ist der auf lange Sicht besser als unserer, vielleicht nicht. Ich bin nicht so arrogant zu behaupten, dass eine Lebensweise, Staatsform oder Religion besser oder richtiger ist als eine andere. Ich kann nur entscheiden, wie ich leben will, und nicht wie andere leben sollen. Und da Du populäre Themen aufgreifst, wie Unterdrückung von Minderheiten, Patriachat und Ehrenmorde: Das ist auch nach meinen Maßstäben Unrecht. Allerdings sehe ich auch, wo uns die moderne Emanzipation, Moral- und Sittenverfall hinführen könnte (und meiner Ansicht nach unweigerlich wird). Weil eben der Mensch nie das richtige Maß findet. Der Mensch rutscht leider immer wieder in ein Extrem ab. Wie ein Kind, das die Grenzen austesten muss. Daher kann ich gar nicht allgemein sagen, dass meine (unsere) Lebensweise die bessere ist. Ich kann nur sagen, dass ich mich hier augenblicklich wohler fühle als woanders.
Alte Edda, Havamal (Des Hohen Lied)
15 Der unwerte Mann meint ewig zu leben, wenn er vor Gefechten flieht. Das Alter gönnt ihm doch endlich nicht Frieden, obwohl der Speer ihn spart. 21 Der Armselige, Übelgesinnte hohnlacht über alles Und weiß doch selbst nicht was er wissen sollte, dass er nicht fehlerfrei ist. 38 Nie fand ich so milden und kostfreien Mann, der nicht gern Gab' empfing. Mit seinem Gute so freigebig keinen, dem Lohn wär' leid gewesen. |
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#12 (permalink) | ||||||||
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Class AAA General
Reg: 26.06.2009
Beiträge: 54
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Zitat:
Zitat:
Zitat:
Mir geht es auch nicht darum zu sagen, dass bestimmte Handlungen objektiv richtig oder falsch sind. Im Gegenteil, der einzige universelle Wert, den ich fordere, ist der Recht der menschlichen Individuums auf sich selbst. Jeder hat das Recht, mit seinem Leben zu machen was er will. Subjektiver geht es eigentlich nicht. Zitat:
Zitat:
Das ist nun etwas OT, doch dies ist eine unzulässige Verallgemeinerung. In den USA hat jeder Bundesstaat seine eigenen Gesetze. Es gab Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe lange vor Deutschland abgeschafft wurde, und es gab Bundesstaaten, in denen es nie die Todesstrafe gab. In Deutschland wurde die Todesstrafe zum letzten Mal in den 50ern vollzogen, also bereits zu Zeiten der Bundesrepublik. Zitat:
In meinen Augen ohne Zweifel ja. Zitat:
Zitat:
Richtig, und genau das ist mein Punkt bei dieser ganzen Diskussion, denn dies gilt für jeden Menschen. Viele Menschen würden gern anders leben, als es ihnen vorgeschrieben wird. Werterelativismus lässt diese Menschen allein und sagt ihnen, dass sie sich der jeweiligen "Gesellschaft", d.h. in der Praxis dem Willen ihrer Unterdrücker, zu beugen haben. Geändert von GeneralTao (26.11.2009 um 11:51:07 Uhr) |
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#13 (permalink) | |
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MASSIVE AGGRESSIVE
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Zitat:
Gesetze <b>sollten</b> lediglich den kleinsten gemeinsamen Nenner definieren. Zumindest sind sie so gedacht gewesen. Dass es natürlich in der Praxis wieder in ein Extrem fällt, ist eine andere Sache. Unterschiedliche Länder sind unterschiedliche Gruppen von Menschen. Unterschiedliche Gruppen von Menschen können unterschiedliche Wertevorstellungen haben. Die Menschenrechte sollen nun eigentlich den kleinsten gemeinsamen Nenner aller Gemeinschaften darstellen. Aber wer zur Hölle hat das Recht, eine Gesellschaft zu verurteilen, die das nicht als kleinsten gemeinsamen Nenner akzeptiert? Also ich nicht. Ich provoziere einfach mal: Ich stelle mir nämlich mal vor, eine Gesellschaft würde den Menschen auf die Stufe "zurück"-stellen, auf die er eigentlich gehört: Mitten in den Kreislauf des Lebens und der Natur. Damit stünde er auf gleicher Stufe wie ein Hund, Hamster, Baum oder Regenwurm. Entweder man verfasst dann eine neue Charta, die allen Lebewesen die gleichen Grundrechte einräumt oder man lässt es. Natürlich wäre das völlig unpopulär, unchristlich und politisch völlig inkorrekt - aber eigentlich (aus meiner Sicht) richtig. Damit würden die "Menschenrechte" ignoriert oder geändert werden müssen. Wäre das ein Verbrechen?
Alte Edda, Havamal (Des Hohen Lied)
15 Der unwerte Mann meint ewig zu leben, wenn er vor Gefechten flieht. Das Alter gönnt ihm doch endlich nicht Frieden, obwohl der Speer ihn spart. 21 Der Armselige, Übelgesinnte hohnlacht über alles Und weiß doch selbst nicht was er wissen sollte, dass er nicht fehlerfrei ist. 38 Nie fand ich so milden und kostfreien Mann, der nicht gern Gab' empfing. Mit seinem Gute so freigebig keinen, dem Lohn wär' leid gewesen. |
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#14 (permalink) | ||||
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Class AAA General
Reg: 26.06.2009
Beiträge: 54
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Zitat:
Aber sich unterordnen? Unter wen? Die anderen? Die müssten sich ja auch unterordnen. Unter das Gesetz? Das artet in einer Gesellschaft von Sklaven aus, wenn Leute es in die Hand nehmen, die es für ihre Zwecke missbrauchen. Unter die Willkür von Staat oder anderen Autoritäten? Besser nicht. Zitat:
Zitat:
Eine "Gesellschaft" kann ja gar nichts akzeptieren oder ablehnen. Jede Gesellschaft besteht aus ihren Mitgliedern, und die lehnen bestimmte Handlungen entweder ab oder stimmen ihnen zu. Doch dabei geht es auch nicht um Mehrheitsentscheide, falls du diese als Legitimation betrachtest (ich wie gesagt nicht): In vielen afrikanischen Gesellschaften ist Gentialverstümmelung weit verbreitet. So gut wie jede Frau und wohl auch viele Männer, also wahrscheinlich die Mehrheit, lehnen diese ab. Trotzdem ändert sich nichts. Warum? Weil es um Macht geht und Frauen in diesen Gesellschaften nichts zu sagen haben. Was auf ein weiteres Problem bei der Definition von "Mehrheit" und der Meinung einer "Gesellschaft" verweist: Wessen Meinung zählt? Wenn es darum geht, wer die Mehrheit ist, wer zählt dabei dann mit und wer nicht? Frauen z.B. hatten auch hierzulande bis vor nicht allzu langer Zeit kein Wahlrecht und auch sonst nicht viel zu sagen. Zitat:
Ja, da es gegen den Willen der Betroffenen geschehen würde. |
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#15 (permalink) | ||||
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MASSIVE AGGRESSIVE
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Zitat:
Wenn nun ein Teil einer Gesellschaft (in diesem Fall ja eines Staates oder eines Regimes) nicht mit den Zuständen leben kann, muss sie sich zur Wehr setzen. Oder es eben zähneknirschend ertragen, so wie wir eben auch diverse Sachen zähneknirschend ertragen. In jedem Fall kann ich dazu eine Meinung haben und auch den Kopf schütteln. Ich habe hingegen nicht das Recht, mich einzumischen - schon gar nicht militärisch. Denn ich will ebenso wenig, dass mir ein Mufti sagt, dass ich ab sofort nach anderen Gesetzen zu leben habe, die von ihm abgesegnet gottgefällig sind. Warum sollte ich also verlangen wollen, dass jemand meine Sicht der Welt und der Dinge übernimmt? Was ich persönlich für richtig und falsch halte, spielt dabei nicht die geringste Rolle. Wenn jemand unter jemand anderem oder etwas leidet, muss er sich schon selbst darum kümmern, diesen Zustand zu ändern. Zitat:
Zitat:
Zitat:
Im Übrigen: Der Spruch "Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau" ist (in abgewandelter Form) schon wesentlich älter als das Wahlrecht der Frauen. Unter der Prämisse, dass sie nicht selbst wählen gehen dürfen, haben sich viele für ihre Männer engangiert und im Hintergrund die Fäden gezogen. Ob das besser oder schlechter, richtig oder falsch ist, kann ich nicht beurteilen - meine Weiber haben mich immer belogen und betrogen. Aber es ist eine andere Form der Machtausübung, die auch lange funktioniert hat. Was anderes, was ich persönlich als viel problematischer ansehe, ist das katholisch-kirchliche Dogma. Da wird es heute noch strikt abgelehnt, dass eine Katholikin sich scheiden lässt. Noch schlimmer wird es, wenn sie einen neuen Kerl gefunden hat und wieder heiraten will. Das sind Zustände in meinem Land, die ich nicht unterstütze. Ich sage es. Mit der Begründung, dass der Mensch weder die "Krone der Schöpfung", noch irgendwas ist, das ihn berechtigen würde, sich als Herrscher über alles aufzuspielen. Der Mensch ist ein Lebewesen unter Milliarden anderer. Ihn zeichnet seine gegenüber anderen Lebewesen erhöhte Intelligenz aus. Dennoch ist der Mensch auch nur aus einer Mutation heraus entstanden und konnte sich behaupten. Zumindest bis jetzt, denn im Augenblick sieht das Experiment "Mensch" doch eher wie ein Fehlschlag aus. Vielleicht sogar als schlimmer Patzer, der den Planeten "den Kopf kosten" könnte... Wenn Du es nur auf die Willenserklärung der Betroffenen herunter reduzierst, dann besteht unsere Gesellschaft, in der wir leben, in der Hauptsache aus Verbrechen. Denn was mir und allen, die mit mir hier leben alles verboten ist und was ich gleichzeitig alles gegen meinen Willen tun muss, wäre nach Deiner Definition ein "staatliches Verbrechen". Sogar das Zahlen der Steuer wäre dann ein Verbrechen.
Alte Edda, Havamal (Des Hohen Lied)
15 Der unwerte Mann meint ewig zu leben, wenn er vor Gefechten flieht. Das Alter gönnt ihm doch endlich nicht Frieden, obwohl der Speer ihn spart. 21 Der Armselige, Übelgesinnte hohnlacht über alles Und weiß doch selbst nicht was er wissen sollte, dass er nicht fehlerfrei ist. 38 Nie fand ich so milden und kostfreien Mann, der nicht gern Gab' empfing. Mit seinem Gute so freigebig keinen, dem Lohn wär' leid gewesen. |
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