Zu früh, um Aktien zu kaufen? - "Bond King" Jeffrey Gundlach warnt vor voreiliger Euphorie am Aktienmarkt

• S&P 500 könnte noch tiefer fallen
• Bärenmarkt macht Aktienkauf attraktiv, Analysten warnen
• Erholung der Märkte kann nicht kurzfristig erwartet werden

S&P 500 ist noch nicht am Tiefpunkt angekommen

Die Weltwirtschaft steckt aufgrund der Corona-Pandemie in einer Krise, so stürzte auch der S&P 500 von 3.386 Punkten, seinem Allzeithoch vom 19. Februar 2020, auf ein Drei-Jahres-Tief von 2.237 Punkten. Allein im März verlor der S&P 500 12,52 Prozent, seit 2008 war dies der größte prozentuale Verlust innerhalb eines Monats, damals waren es 16,94 Prozent.

Doch Experten warnen, dass der Tiefpunkt noch nicht erreicht worden und mit weiteren Einbrüchen zu rechnen sei. Zu ihnen zählt auch der sogenannte "Bond König" ("Anleihen-König") Jeffrey Gundlach, Chief Executive bei DoubleLine Capital. Er glaube nicht, dass sich die Wirtschaft so schnell wieder erholen, wie Banken das prognostizieren, äußert Gundlach im Online-Interview mit Reuters.

"Ich glaube, wir werden so etwas sehen, dass das panische Gefühl im April erneut aufkommen lässt", kommentiert Gundlach. "Das Tief, welches wir Mitte März erreichten, wird nochmal unterboten, darauf würde ich wetten", ergänzte er.

Erholung der Märkte nur langfristig wahrscheinlich

Gundlach vergleicht den aktuellen Crash mit dem von 1929, als der Markt ebenfalls nach einem Crash einen gewissen Tiefstwert erreichte, auf das Tief folgte eine kurze Erholung, bevor ein zweiter Crash den Markt noch tiefer stürzte.

Dementsprechend sieht er den Bärenmarkt für den S&P 500 noch nicht am Ende. Auch die finale Erholung wird nicht kurzfristig zu erwarten sein. Zwar wird der Markt "eine bessere Position einnehmen, aber er wird nicht einfach v-förmig zurück auf die Werte von Januar springen", prognostiziert Gundlach.

Schon Anfang März rechnete der Investor mit einer Rezession für die US-Wirtschaft, welche aufgrund des Corona-Virus ausgelöst würde. Konjunkturhilfen im zweistelligen Billionen-Dollar-Bereich seien zu erwarten, zudem werde laut Gundlach die nationale Arbeitslosenquote auf über 10 Prozent ansteigen und der US-Dollar an Wert verlieren, alles mögliche Indikatoren einer bevorstehenden Rezession.

Bärenmarkt lädt zum Kaufen ein - Experten warnen

Auch andere Experten warnen davor, nicht zu voreilig in den Bärenmarkt einzusteigen. Howard Marks, Mitbegründer von Oaktree Capital kommentierte im Gespräch mit CNBC, dass die Aktien günstig genug seien, um kaufen zu können, doch "es ist nicht schwarz oder weiß, kaufen oder verkaufen", vor allem sei Vorsicht geboten.

Ähnlich kommentiert Eric Robertsen von Standard Chartered die Situation in einem Kundenbrief, wie CNBC berichtet, "Die vollen Ausmaße des wirtschaftlichen Fallouts sind noch immer unbekannt und Aktien- sowie Kreditmärkte stehen immer noch erheblichen Ertragsrisiken gegenüber." Robertsen ergänzt, "[…] wir glauben die Folgen der Unternehmensprofitverluste werden noch länger anhalten als der kurzfristige Schock der Gesundheits-Krise."

Robertsen vergleicht abschließend die aktuelle Krise mit der Finanzkrise 2008: "Man darf nicht vergessen, dass sich die Aktien auch im November 2008 erholten, als Hilfsmaßnahmen angekündigt wurden, doch dann fielen sie im März 2009 auf neue Tiefstwerte. Erst danach begann die Erholung."

Henry Ely /

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 07.04.2020 · 19:53 Uhr
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