Zalando-Aktie verliert stark: Zalando verdoppelt Nettogewinn - 2020 "weiter stark investieren"

Auch der Umsatz wuchs prozentual zweistellig.

Das im August ausgegebene Ziel, beim bereinigten operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) in der oberen Hälfte der Prognosespanne von 175 bis 225 Millionen Euro zu landen, erreichte der Berliner MDAX-Konzern. Auch beim Umsatzplus blieb das Unternehmen wie angekündigt am unteren Ende der Spanne 20 bis 25 Prozent.

Im laufenden Geschäftsjahr will Europas nach Umsatz größter Online-Modehändler das bereinigte EBIT auf 225 bis 275 Millionen Euro steigern, das Umsatzplus soll zwischen 15 und 20 Prozent betragen, der Bruttowarenwert um 20 bis 25 Prozent steigen.

Im vierten Quartal betrug das bereinigte EBIT 110,4 Millionen Euro, ein Rückgang um gut 6 Prozent. Der Nettogewinn stieg um 52 Prozent auf 85,4 Millionen Euro, der Umsatz um knapp 20 Prozent auf 1,986 Milliarden Euro.

Im Gesamtjahr erreichte Zalando beim bereinigten EBIT 224,9 Millionen Euro, ein Anstieg um knapp 30 Prozent. Der Nettogewinn verdoppelte sich fast, auf 99,7 Millionen Euro von 51,2 Millionen. Der Umsatz legte um 20,3 Prozent auf 6,483 Milliarden Euro zu.

Allerdings bleiben weitere Baustellen: So lag die Zahl der Bestellungen pro Kunde bei 4,7 und damit um 6,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig ging die durchschnittliche Warenkorbgröße mit 56,6 Euro leicht zurück. Mehr Bestellungen verursachen mehr Kosten. Dem Unternehmen ist daher an größeren Warenkörben und weniger Einzelbestellungen gelegen. "Wir haben deshalb Mindestbestellwerte in 9 unserer 17 Märkte eingeführt", sagte Ritter. Deutschland ist nicht dabei.

Zalando erweitert Angebot um Luxusmarken und Secondhand-Mode

Zalando will auch 2020 "weiter stark investieren" und erweitert sein Angebot zum einem im Luxusmode-Bereich, zum anderen bei Secondhand-Mode, wie der MDAX-Konzern mitteilte. Das Sortiment an Premium- und Luxusmode soll bis 2023 verdoppelt werden.

Im Bereich Secondhand-Mode soll ab dem dritten Quartal 2020 "Pre-Owned" als neue Kategorie im Zalando Fashion Store eingeführt werden. Hierbei können Kundinnen und Kunden auf der Zalando-Plattform "kuratierte Secondhand-Mode" kaufen und eigene Modeartikel an Zalando verkaufen.

Darüber hinaus will Zalando das europäische Logistiknetzwerk ausbauen und ein lokales Logistikzentrum in Spanien eröffnen, das auch die Basis für weiteres Kundenwachstum in der Region legen soll. Insgesamt plant Zalando für 2020 Investitionen von rund 330 Millionen Euro.

Zalando-Aktien rutschen ab - Händler: 'Zahlen okay, Ausblick verhalten'

Die deutliche Erholung der Zalando-Aktien vom Zwischentief Ende 2018 ist weiter ins Stocken geraten. Nachdem die Aktien des Online-Modehändlers in dieser Woche bereits wegen der Corona-Krise in den Sog des abstürzenden Gesamtmarktes geraten waren, sorgten am Donnerstag nun wenig inspirierende Geschäftszahlen und vor allem ein enttäuschender Ausblick für einen Kursrutsch.

Die Papiere von Zalando sacken auf der Handelsplattform XETRA letztlich um 8,78 Prozent auf 40,93 Euro ab und waren damit eines der Schlusslichter im schwachen MDAX der mittelgroßen Werte.

Zalando hatte 2019 unter dem Strich fast doppelt soviel verdient wie im Vorjahr. Dabei wurden vor allem im Schlussquartal deutliche Zuwächse verzeichnet. Dennoch hielt sich die Euphorie der Experten in Grenzen. Die 2019er-Zahlen seien "okay" gewesen, urteilten Marktteilnehmer. Der Zwischenbericht sei kein "Feuerwerk", schrieb der Fachmann Andrew Ross von der britischen Investmentbank Barclays.

Im neuen Jahr erwartet Zalando weitere Zuwächse beim Umsatz und operativen Ergebnis. Nicht enthalten in der Prognose sind aber mögliche negative Effekte durch das Coronavirus, wobei sich das Unternehmen derzeit aber nicht betroffen sieht. Der Ausblick sei wenig hilfreich, hieß es dazu am Markt. Die Ziele des Onlinehändlers hätten etwas enttäuscht, urteilte Analystin Olivia Townsend von der Schweizer Großbank UBS.

Dabei überschlagen sich derzeit weltweit die Meldungen zum Coronavirus: Immer mehr Länder melden Infektionen, beispielsweise Brasilien, die Philippinen und Algerien. Immer mehr Unternehmen treten bei ihren Prognosen für die künftigen Geschäfte auf die Bremse. Italien befürchtet derweil wegen der steigenden Zahl von Infektionen, in die Rezession abzurutschen.

Die Aktien von Zalando hatten im Juli 2018 bei gut 50 Euro ein Rekordhoch erreicht, bevor sie im Dezember desselben Jahres auch im Zuge der damaligen generellen Schwäche an den Aktienmärkten auf ein Zwischentief bei knapp 21 Euro gefallen waren. Von da an ging es in mehreren Schüben nach oben bis auf gut 49 Euro vor einer Woche.

Nach dem jüngsten Kursrutsch sind die Anteilsscheine inzwischen unter die 21- und die 50-Tage-Durchschnittslinien gerutscht, die den kurz- beziehungsweise mittelfristigen Trend beschreiben. An diesem Donnerstag sackten die Aktien sogar unter die 200-Tage-Linie, die als Indikator für die langfristige Entwicklung gilt.

FRANKFURT (Dow Jones / dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 27.02.2020 · 17:53 Uhr
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