ZachXBTs Kritik an Hardware-Wallets entfacht Debatte über Krypto-Selbstverwahrung

Der bekannte Krypto-Ermittler ZachXBT hat eine Diskussion ausgelöst, nachdem er auf seinem Telegram-Kanal behauptete, dass Hardware-Wallets für ernsthafte Krypto-Nutzung "vollkommen unbrauchbar" seien.
Seiner Meinung nach sollten Personen, die regelmäßig mit großen Beträgen umgehen, besser ein Ersatz-iPhone als Anmeldegerät verwenden.
ZachXBT beschreibt die täglichen Herausforderungen von Hardware-Wallet-Nutzern
In seiner Nachricht auf Telegram äußerte sich ZachXBT unverblümt:
"Hot take: All hardware wallets are complete garbage and I do not advise using them for important tasks like signing transactions or storing funds," he wrote.
Er ging weiter und argumentierte, dass ein separates iPhone, das ausschließlich als Wallet genutzt wird, eine bessere Erfahrung bieten könnte als jede derzeit auf dem Markt befindliche Hardware. Dabei kritisierte er insbesondere Ledger.
"Ledger is the worst and Ledger Live has regular updates for UI/apps for no good reason that break simple actions," claimed ZachXBT.
Auf der Plattform X listete er mehrere Probleme auf, mit denen Hardware-Wallet-Nutzer bei zeitkritischen Transaktionen mit hohem Wert konfrontiert sein könnten. Zu den Problemen zählten leere Batterien, obligatorische Updates der Geräte und Software, Änderungen der Benutzeroberfläche und Website-Fehler, die das Signieren von Multisig-Transaktionen verhindern.
Sicherheitsexperten, Wallet-Entwickler und reguläre Krypto-Nutzer reagierten schnell auf ZachXBTs Beitrag. Axel Bitblaze stimmte der Kritik an Hardware-Wallets zu, stellte jedoch in Frage, ob ein Telefon wirklich eine bessere Alternative sei, da es immer noch "ein Gerät und einen Seed als einzigen Schwachpunkt" hinterlassen würde.
Er empfahl stattdessen ein 2-von-3-Multisig-Setup mit separaten Signaturgeräten. Zudem riet er Krypto-Besitzern, ihre Seed-Phrasen offline zu speichern und vor dem Transfer großer Beträge einen Test durchzuführen, während sie ihre Ausgabewallets von langfristigen Beständen trennen sollten.
Roman Storm, Mitbegründer von Tornado Cash, stimmte der Idee hinter ZachXBTs Vorschlag zu, argumentierte jedoch, dass mobilen Wallets eine wichtige Funktion fehlt: die Unterstützung der BIP39-Passphrase.
Der Entwickler, der nach seiner Verurteilung wegen des Betriebs eines nicht lizenzierten Geldübertragungsdienstes im Jahr 2025 mit einer langen Haftstrafe konfrontiert ist, wies darauf hin, dass die zusätzliche Passphrase-Schicht der Hauptvorteil von Hardware-Wallets ist und forderte Software-Wallet-Hersteller auf, diese Unterstützung hinzuzufügen, um sie nützlicher für die Selbstverwahrung zu machen.
Die Debatte zog auch Reaktionen von Hardware-Wallet-Unternehmen an. Eines der größten, Trezor, erklärte, dass ein Telefon aufgrund seines vollständigen Betriebssystems viele potenzielle Angriffspunkte habe. Ein Hardware-Wallet hingegen sei als dediziertes Gerät konzipiert, das private Schlüssel von allgemeinen Computerumgebungen fernhält.
Keystone Wallet nahm eine ausgewogenere Position ein. Das Team erkannte an, dass ZachXBT mit dem Potenzial eines isolierten Telefons nicht falsch lag, argumentierte jedoch, dass die meisten Nutzer mit speziell entwickelten Einheiten besser bedient seien, da die Sicherheit eines Telefons stark von der strikten Disziplin des Nutzers abhängt.
Stellungnahme von Ledger
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung hatte Ledger nicht direkt auf die Behauptungen von ZachXBT reagiert. Allerdings veröffentlichte das Unternehmen einen gut getimten Beitrag auf seinem X-Konto, in dem es erklärte, dass sein Sicherheitsmodell darauf basiert, private Schlüssel von internetfähigen Geräten fernzuhalten.
"A private key that never touches the internet can’t be phished, deepfaked, or prompt-injected out of existence," it wrote. "That’s the whole bet on hardware."
Dennoch sind solche Geräte nicht vollständig gegen menschliche Fehler gefeit. So verlor ein Opfer Anfang des Jahres durch einen Social-Engineering-Betrug $282 Millionen in BTC und LTC von seinem Offline-Gerät.

