Yerba Buena: Dieser surreale Puzzle-Plattformer lässt dich die Realität einfach kopieren und einfügen
San Francisco in den 1970ern – schon die Kulisse klingt nach einer Welt, die mehr Schichten hat, als sie auf den ersten Blick preisgibt. Mit Yerba Buena haben Focus Entertainment und das Entwicklerstudio Mad About Pandas nun einen Puzzle-Plattformer vorgestellt, der diese Prämisse auf eine Art und Weise ausreizt, die man so schlicht noch nicht gesehen hat. Der Reveal-Trailer zur Future Games Show macht neugierig – und das ist noch sehr zurückhaltend formuliert.
Barb, die NPC wurde, ohne es zu wissen
Im Mittelpunkt von Yerba Buena steht Barb, eine junge Frau, die ihr gesamtes bisheriges Leben als Nebenfigur in einer verwaisten Spieleproduktion verbracht hat – ohne es je zu ahnen. Bis sie plötzlich zur Protagonistin wird. In einer Welt, die sie nie als ihre eigene betrachtet hat, sieht sie sich nun mit einer finsteren Verschwörung konfrontiert, einer gefährlichen Biker-Gang und einer rätselhaften Störung, die sich unaufhaltsam durch die Stadt frisst. Gemeinsam mit Verbündeten liegt es an ihr – und damit an dir – die Wahrheit hinter diesem Chaos zu entblößen und San Francisco zu retten. Die Prämisse klingt vertraut, entfaltet in ihrer spielerischen Umsetzung jedoch eine Originalität, die sofort ins Auge sticht.
Der Oszillator: Copy & Paste für die Realität
Was Yerba Buena von anderen Vertretern des Genres fundamental unterscheidet, ist die Kernmechanik rund um den sogenannten Oszillator. Dieses Werkzeug erlaubt es dir, physikalische Eigenschaften und Bewegungsvektoren von Objekten in deiner Umgebung zu kopieren – und sie an beliebig anderer Stelle wieder einzusetzen. Klingt abstrakt? Im Spiel bedeutet das: Du verleihst einem gewöhnlichen Tisch die Sprungkraft eines Trampolins. Du schleuderst ganze Gebäude quer über Stadtteile. Du verwandelst massive Mauern in schlichte Luft. Diese Mechanik ist keine bloße Spielerei, sondern das tragende Fundament sämtlicher Rätsel – und sie ist so konsequent durchdacht, dass sich die Möglichkeiten nahezu unerschöpflich anfühlen. Mad About Pandas hat hier nicht einfach ein bekanntes Konzept recycelt, sondern eine echte Eigenentwicklung auf die Beine gestellt, die das Rätseldesign des Genres ein gutes Stück weiterdenkt.
Surreale Welt, knallbunte Logik
Die Kulisse des San Francisco der 1970er-Jahre ist dabei weit mehr als nur ästhetische Entscheidung. Sie gibt Yerba Buena eine visuelle Sprache, die zwischen verspielt und verwirrend pendelt – und das mit sichtlicher Absicht. Die Spielwelt versteht sich selbst als Konstrukt, als System mit Regeln, die ausdrücklich zum Brechen einladen. Diese Meta-Ebene zieht sich durch die gesamte Erzählung und verleiht dem Spiel eine ironische Selbstbezüglichkeit, die in dieser Form erfrischend selten ist. Wer auf Puzzle-Plattformer steht, die nicht nur fordern, sondern auch zum Nachdenken über das Medium selbst anregen, dürfte hier auf seine Kosten kommen. Yerba Buena erscheint am 26. Mai für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC – und gehört schon jetzt zu den ungewöhnlichsten Ankündigungen des Jahres.

