Workflow-Management – ein wissenschaftlicher Ordnungs- und Gestaltungsrahmen für die Gesundheitsversorgung
Warum die zunehmende Komplexität der Krankenhausversorgung neue wissenschaftliche Ansätze erfordert

12. August 2026, 14:58 Uhr · Quelle: Pressebox
Das IWiG entwickelt einen wissenschaftlichen Rahmen zur Analyse und Gestaltung komplexer Versorgungsprozesse in Krankenhäusern.

Telgte, 12.08.2026 (PresseBox) - Die Gesundheitsversorgung befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Krankenhausreform, Ambulantisierung, Leistungsgruppen, Fachkräftemangel, Digitalisierung und steigende wirtschaftliche Anforderungen verändern die Rahmenbedingungen der Patientenversorgung grundlegend. Krankenhäuser stehen heute vor der Herausforderung, medizinische Qualität, organisatorische Leistungsfähigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit gleichzeitig sicherzustellen.

Während viele dieser Entwicklungen bislang isoliert betrachtet werden, wächst die Erkenntnis, dass sie nur im Zusammenhang verstanden und gestaltet werden können. Genau hier setzt das Institut für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG) an.

Workflow-Management neu denken

Workflow-Management wird häufig auf Prozessoptimierung oder digitale Arbeitsabläufe reduziert. Aus Sicht des IWiG greift dieses Verständnis jedoch zu kurz.

Die zunehmende Komplexität moderner Versorgungssysteme erfordert einen wissenschaftlichen Ordnungs- und Gestaltungsrahmen, der medizinische, organisatorische und gesundheitsökonomische Fragestellungen systematisch zusammenführt und datenbasierte Managemententscheidungen unterstützt.

„Wir verstehen Workflow-Management nicht als einzelne Methode oder Softwarelösung. Vielmehr beschreibt es einen wissenschaftlichen Rahmen, innerhalb dessen komplexe Versorgungsprozesse analysiert, bewertet, simuliert und zielgerichtet weiterentwickelt werden können“, erläutert Prof. Dr. Michael Greiling, Geschäftsführer des IWiG.

Von der Prozessanalyse zur Managemententscheidung

Die Gestaltung zukünftiger Krankenhausstrukturen beginnt nicht mit Vergütungssystemen oder Organisationsplänen, sondern mit einem tiefen Verständnis der tatsächlichen Versorgungspfade.

Workflow-Management verbindet hierzu unterschiedliche methodische Bausteine:

  • Prozessanalyse und Prozessmodellierung,
  • gesundheitsökonomische Bewertung,
  • simulationsgestützte Szenarioanalysen sowie
  • datenbasierte Entscheidungsunterstützung.
Dadurch entstehen belastbare Grundlagen für strategische Fragestellungen, beispielsweise: 
  • Welche Leistungen können zukünftig ambulant erbracht werden?
  • Welche Auswirkungen ergeben sich auf Personal, Infrastruktur und Ressourcen?
  • Welche Versorgungsmodelle sind medizinisch sinnvoll und wirtschaftlich tragfähig?
Statt ausschließlich bestehende Strukturen zu bewerten, ermöglicht Workflow-Management die Simulation zukünftiger Versorgungsszenarien und unterstützt damit eine vorausschauende Krankenhausentwicklung.

Wissenschaft und Praxis verbinden

Das IWiG entwickelt seit über zwanzig Jahren Methoden zur Analyse komplexer Versorgungsprozesse und überführt wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Entscheidungsinstrumente für Krankenhäuser, Industrie und Gesundheitseinrichtungen.

Hierzu gehören unter anderem Analysen klinischer Behandlungspfade, gesundheitsökonomische Bewertungen, Prozesskostenrechnungen nach der Systematik der verursachungsgerechten Kostenzuordnung (SPGA) sowie simulationsgestützte Entscheidungsmodelle.

Diese Methoden verfolgen ein gemeinsames Ziel: Managemententscheidungen nachvollziehbar, transparent und evidenzbasiert zu unterstützen.

Ein neues wissenschaftliches Kompetenzfeld

Mit der zunehmenden Vernetzung medizinischer, organisatorischer und ökonomischer Fragestellungen entwickelt sich Workflow-Management nach Auffassung des IWiG zu einem eigenständigen wissenschaftlichen Kompetenzfeld.

Es ergänzt bestehende Disziplinen, indem es deren Erkenntnisse in einem gemeinsamen Ordnungs- und Gestaltungsrahmen zusammenführt und auf die Gestaltung komplexer Versorgungssysteme ausrichtet.

Das Institut möchte diesen Ansatz künftig gemeinsam mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Praxispartnern weiterentwickeln und zur wissenschaftlichen Diskussion stellen.

„Wir verstehen diesen Ansatz ausdrücklich als Einladung zum wissenschaftlichen Dialog. Die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung werden so komplex, dass wir neue Denkmodelle benötigen. Workflow-Management kann hierfür einen wichtigen Beitrag leisten“, so Prof. Dr. Michael Greiling.

Über das Institut für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG)

Das Institut für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG) entwickelt seit 2004 wissenschaftliche Methoden zur Analyse, Gestaltung und Bewertung komplexer Versorgungsprozesse. Gemeinsam mit Krankenhäusern, Industriepartnern und Hochschulen entstehen praxisnahe Lösungen für Prozessanalyse, Gesundheitsökonomie, Digitalisierung und strategische Krankenhausentwicklung. Ziel ist es, medizinische Qualität, organisatorische Exzellenz und wirtschaftliche Tragfähigkeit in einem integrierten Workflow-Management zusammenzuführen.

Anmeldung zur kostenlosen Sprechstunde

“IWiG gehört zu Deutschlands Top-Innovationschampions 2025 aus Forschung, Entwicklung und Wissenschaft gemäß der FOCUS-Business-Bestenliste des Verlags Hubert Burda Media.“

Workflow-Management / Krankenhausreform / Prozessanalyse / Gesundheitsökonomie / Digitalisierung / Krankenhausentwicklung / Medizintechnik
[pressebox.de] · 12.08.2026 · 14:58 Uhr
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