Wirecard-Aktie höher: Wirecard zieht es nach China - "Vision 2020 konservativ"

Der Konzern aus Aschheim bei München kooperiert künftig mit dem Kreditkartenanbieter Unionpay und verspricht sich davon kräftige Zuwächse. "Der chinesische Markt ist gigantisch, wir erwarten ein signifikantes Wachstum durch die Zusammenarbeit mit UnionPay", sagte Firmenchef Markus Braun in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Die Kooperation sei ein wichtiger Baustein in der internationalen Expansionsstrategie. "Die Region Asien, insbesondere China, hat eine große Bedeutung für uns und birgt großes Potenzial."

Wirecard schafft unter anderem die technische Voraussetzung, dass Händler im Ausland Kreditkarten von Unionpay akzeptieren können. Zudem erhalten nicht-chinesischen Staatsangehörigen die Möglichkeit, in China mit Unionpay-Karten zu bezahlen. Laut dem Branchendienst Nilson Report ist Unionpay der mit Abstand größte Kreditkartenemittent gefolgt von Visa und Mastercard.

Wirecard arbeitete bereits in ein paar Ländern mit Unionpay zusammen, nun kooperieren die beiden auf globaler Ebene. "Das Volumen, das künftig über unsere Systeme abgewickelt wird, dürfte in die Milliarden gehen", erläuterte Braun. Bei jeder Unionpay-Transaktion nimmt Wirecard Gebühren ein. Inwieweit sich das auf die Umsätze des DAX-Konzerns auswirkt, ließ Braun offen. Er fügte allerdings hinzu: "Es gibt viele Faktoren, die die Vision 2020 konservativ aussehen lassen."

Der 20 Jahre alte Finanzkonzern, erst seit rund einem Jahr Mitglied im DAX, steigerte die Umsätze im ersten Halbjahr um mehr als ein Drittel auf gut 1,2 Milliarden Euro. 2020 sollen die Erlöse den aktuellen Plänen zufolge dann auf 3,2 Milliarden Euro anziehen. Wirecard hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Partnerschaften mit weltweit tätigen Konzern abgeschlossen, unter anderem mit dem Discounter Aldi und dem japanischen Technologieinvestor Softbank.

Baader Bank belässt Wirecard auf 'Buy'

Die Baader Bank hat die Einstufung für Wirecard angesichts der erweiterten Partnerschaft mit Unionpay aus China auf "Buy" mit einem Kursziel von 230 Euro belassen. Diese und ähnliche Meldungen stützten seine Einschätzung, dass die Beschleunigung des organischen Wachstums in vergangenen Jahr und im bisherigen Jahresverlauf kein einmaliger Erfolg war, schrieb Analyst Knut Woller in einer am Montag vorliegenden Studie. Vielmehr spreche dies für eine verlängerte Phase höheren Wachstums.

Kepler Cheuvreux belässt Wirecard auf 'Buy'

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat die Einstufung für Wirecard angesichts der erweiterten Partnerschaft mit Unionpay aus China auf "Buy" mit einem Kursziel von 225 Euro belassen. Der Zahlungsdienstleister schaffe sich auf Umwegen die Möglichkeit, am großen chinesischen Markt teilhaben zu können, der für ausländische Anbieter eigentlich verschlossen sei, schrieb Analyst Sebastien Sztabowicz in einer am Montag vorliegenden Studie.

Die Wirecard-Aktie stand am Montagmittag 1,23 Prozent höher bei 151,70 Euro. Bis zum Handelsende wurde das Plus auf 2,54 Prozent bei einem Aktienkurs von 153,65 Euro ausgeweitet.

Frankfurt (Reuters) / MÜNCHEN/FRANKFURT (dpa-AFX Broker)

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[finanzen.net] · 16.09.2019 · 17:44 Uhr
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