Wieso der GameStop-Hype den USA künftig hunderte Milliarden Dollar einbringen könnte

• Diskussion über Finanztransaktionssteuer wieder aufgeflammt
• 1 Dollar je 1.000 Dollar Transaktionsumsatz im Gespräch
• Dreistelliger Milliardenbetrag für die Staatskasse

Es war ein Jahresstart, der turbulenter kaum hätte sein können: Kleinanleger, die sich über das Reddit-Unterforum WallStreetBets abgesprochen hatten, kauften in Massen Aktien von Hegefonds-Shorts wie GameStop und Nokia und brachten auf diesem Weg etablierte Großanleger, die auf fallende Kurse gewettet hatten, in teils arge finanzielle Bedrängnis. Inzwischen läuft die Aufarbeitung der Ereignisse der vergangenen Wochen und im Zuge der Rekapitulation der Angelegenheit kommt auch die Sprache darauf, wie man ein solches Ereignis in Zukunft ausschließen oder dessen Wahrscheinlichkeit deutlich reduzieren kann, zumindest aber unter Umständen sogar Kapital aus dem Hype schlagen könnte.

Kommt die Finanztransaktionssteuer in den USA?

Immer mehr US-Abgeordnete, insbesondere von der Demokratischen Partei, sehen das GameStop-Debakel als Argument für eine Finanztransaktionssteuer für Aktiengeschäfte. Wie CNN unter Berufung auf die US-Regierung berichtet, sei für einen derartigen Plan eine weitergehende Prüfung nötig, dies könnte Teil einer größeren Evaluierung einer solchen Steuerabgabe zur Stabilisierung des Marktes sein. Auch über die mögliche Höhe der Finanztransaktionssteuer wurde bereits diskutiert: So sei eine Abgabe von einem Dollar je 1.000 Dollar Transaktionshöhe im Gespräch.

Die Finanztransaktionssteuer wird jedoch bei weitem nicht von allen politischen Kräften in den USA unterstützt. Während Befürworter der Abgabe argumentieren, man könne auf diesem Weg räuberischen Handel eindämmen und das eingenommene Geld gleichzeitig für Programme verwenden, um das Problem der Ungleichheit in den USA abzumildern, fürchten Gegner der Steuerabgabe, dass ein solcher Schritt negative Folgen für die US-Börsen haben könnte. So könnten etwa die Handelskosten steigen, die Marktliquidität könnte hingegen sinken.

Aktuell haben die Skeptiker in den USA noch die Nase vorn, aber ihre Gruppe scheint kleiner zu werden: "Die Chancen stehen immer noch besser gegen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, aber zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt sollte dieser Vorschlag als praktikable politische Option betrachtet werden und nicht nur als ein weiterer Diskussionspunkt", zitiert CNN Isaac Boltansky, den Direktor für Politikforschung bei Compass Point Forschung & Handel.

Warmer Geldregen für die angeschlagenen US-Finanzen

Eine Finanztransaktionssteuer in dieser - für die meisten Privatanleger wohl verschmerzbaren - Höhe käme den klammen Kassen der US-Regierung zupass. Eine Steuer von 0,1 Prozent auf Aktien-, Anleihen- und Derivattransaktionen könnte nach einer Schätzung des unparteiischen Haushaltsamtes des Kongresses aus dem Jahre 2018 innerhalb von zehn Jahren 777 Milliarden US-Dollar in die Staatskassen spülen. "Eine Finanztransaktionssteuer wäre ein unglaublich effizienter und fortschrittlicher Weg, um Einnahmen zu erzielen", betonte auch Aaron Klein, ehemaliger Beamter des Finanzministeriums der Obama-Regierung, gegenüber CNN Business.

Zeitgleich würde man auch dem Problem der ungleichen Vermögensverteilung in den USA entgegentreten, denn die reichsten Haushalte in den USA, die rund 1 Prozent ausmachen, würden aufgrund ihres in dieser Gruppe überproportional ausgeprägten Aktienbesitzes rund 40 Prozent der Steuersumme zahlen.

Ausland
[finanzen.net] · 26.02.2021 · 14:23 Uhr
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