Werbung nervt? Darum hat Amazon-Chef Jeff Bezos seine Meinung geändert

Amazon konnte mit seiner Bilanz bei Anlegern nicht punkten, für die Aktie ging es abwärts. Zwar konnte der Konzern den Gewinn massiv steigern, die Prognose ließ Börsianer jedoch scharenweise aus den Papieren flüchten. Unter anderem gab CFO Brian Olsavsky bekannt, dass die Ausgaben steigen dürften und dabei wirkt ein Bereich besonders mit.

Werbeausgaben 2018 um 37 Prozent gesteigert

Besonders Amazons Werbebudget stieg im vergangenen Geschäftsjahr unvermittelt an. Wie aus dem Konzernbericht hervorgeht, hat Amazon 2018 13,8 Milliarden US-Dollar in die Hand genommen, aufgeführt unter dem Punkt "Marketing Expenses". Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 37 Prozent. Für die meisten scheint das überraschend, schließlich war Gründer Jeff Bezos bis jetzt ein bekennender "Werbung-Hasser".

Werbung braucht nur, wer sonst nichts kann - oder?

"Werbung ist der Preis, den du bezahlen musst, wenn du einen unscheinbares Produkt oder Service hast" - so wird Jeff Bezos zumindest häufig zitiert. Und dennoch scheint der Konzernchef die Ausgaben, um die hauseigenen Amazon-Produkte zu bewerben, drastisch erhöht zu haben. Wie CNBC berichtet, habe er auf die Frage eines Mitarbeiters geantwortet, er habe seine Meinung in dieser Sache geändert. Deutlich dürfte das insbesondere am Abend des Super Bowls geworden sein, einem der wichtigsten Sportereignisse in den USA. Hier machte Amazon mit einem 30-sekündigen Spot für die Sprachassistentin Alexa auf sich aufmerksam. Geschätzte Kosten je Ausstrahlung: 5,25 Millionen US-Dollar.

Die Gründe für den Sinneswandel

Kantar Media, ein Marktforschungsunternehmen, will den Grund für die neue Gesinnung des Amazon-Chefs ausgemacht haben. Kantar-Forschungsleiter Jow Swallen geht gegenüber CNBC davon aus, dass insbesondere die Konkurrenz zu schaffen machen könnte. "Auch mit seiner gewaltigen Kundenbasis und dem übermächtigen Marktanteil bei Online-Verkäufen, muss Amazon viel in Werbung investieren, um dem wachsendem Fokus der traditionellen Einzelhändler auf E-Commerce entgegenzuwirken", so Swallen. Damit sind in den USA insbesondere Konzerne wie Walmart, Best Buy und Target gemeint, welche unter großen Anstrengungen versuchen, der Online-Konkurrenz Herr zu werden.

Gerade die höheren Ausgaben bei Fernsehwerbung erklärt sich Harikesh Nair, Professor an der Stanford Universität, recht simpel. Gegenüber CNBC argumentierte er, dass das Fernsehen gerade in den USA eine größere Reichweite habe und auch mögliche Kunden ohne digitaler Versierung anspreche. Das dürfte für Amazon von enormer Wichtigkeit sein, da der Konzern eben nicht nur über das Kerngeschäft - der Online-Marktplatz - Geld verdient, sondern inzwischen über die Amazon Go-Läden als stationärer Händler agiert.

Ausland
[finanzen.net] · 11.02.2019 · 08:33 Uhr
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