Werbekonten werden seltener gesperrt: Google entfernte 2025 nach eigenem Sicherheitsbericht 8,3 Milliarden Anzeigen und 24,9 Millionen Konten
Ein Jahr zuvor waren es 5,1 Milliarden Anzeigen und 39,2 Millionen gesperrte Zugänge. Die Prüfung greift damit häufiger auf Ebene der einzelnen Anzeige und seltener auf Ebene des gesamten Zugangs eines Werbetreibenden.

12. September 2026, 11:00 Uhr · Quelle: Pressebox
Google entfernte 2025 mehr Anzeigen, sperrte aber deutlich weniger Konten als im Vorjahr.

Bietigheim-Bissingen, 12.09.2026 (PresseBox) - Die Durchsetzung von Werberichtlinien verschiebt sich von der Sperre ganzer Zugänge hin zur Ablehnung einzelner Motive. Google hat seinen Ads Safety Report für das Jahr 2025 am 16. April 2026 veröffentlicht. Danach blockierte oder entfernte das Unternehmen 8,3 Milliarden Anzeigen und sperrte 24,9 Millionen Werbekonten. Im Bericht für 2024 standen 5,1 Milliarden entfernte Anzeigen und 39,2 Millionen gesperrte Zugänge – mehr Anzeigen fallen also heraus, während weniger Konten geschlossen werden. Wovon der aktive Status eines Zugangs technisch abhängt, beschreiben Erläuterungen zum Aktivmerkmal eines Anzeigenkontos.

Die Prüfung greift früher und trifft seltener das ganze Konto

Der Bericht nennt zwei Kennzahlen, die zusammengehören. Laut Google wurden mehr als 99 Prozent der beanstandeten Anzeigen abgefangen, bevor sie ausgeliefert wurden. Gleichzeitig sank die Zahl der fehlerhaften Kontosperrungen nach Angaben des Unternehmens um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Beide Werte beschreiben denselben Umbau. Eine Sperre des gesamten Zugangs ist die härteste Maßnahme und trifft auch Kampagnen, die nichts mit dem beanstandeten Motiv zu tun haben. Wird stattdessen die einzelne Anzeige bei der Einreichung abgelehnt, bleibt das Konto eines Werbetreibenden bestehen. Google führt den Wechsel auf Prüfmodelle zurück, die Kontoalter, Verhaltensmuster und Kampagnenverlauf gemeinsam auswerten. Die Mehrzahl der responsiven Suchanzeigen erhielt nach Angaben des Berichts zum Jahresende eine sofortige Prüfung.

Betrugsmotive bilden den größten einzelnen Beanstandungsblock

Betrug ist im Bericht kein Randthema, sondern die am stärksten bezifferte Kategorie. Laut Google entfielen 602 Millionen blockierte Anzeigen auf Betrugsversuche, und vier Millionen Konten wurden aus diesem Grund gesperrt.

  • 8,3 Milliarden Anzeigen wurden 2025 blockiert oder entfernt.
  • 4,8 Milliarden Anzeigen wurden in ihrer Auslieferung eingeschränkt.
  • 24,9 Millionen Werbekonten wurden gesperrt.
  • 602 Millionen Anzeigen standen im Zusammenhang mit Betrug.
  • Vier Millionen Konten wurden wegen Betrugsverdachts geschlossen.
Andere Plattformen berichten ähnliche Größenordnungen. Nach Angaben von Meta entfernte das Unternehmen im Jahr 2025 mehr als 159 Millionen Betrugsanzeigen von Facebook und Instagram; 92 Prozent davon wurden nach eigener Darstellung entfernt, bevor sie jemand meldete. Zwei voneinander unabhängige Anbieter kommen damit auf dreistellige Millionenwerte allein für diese eine Kategorie.

Was der Umbau für die Kontoführung von Werbetreibenden bedeutet

Für Agenturen und Werbetreibende ändert sich der Ort, an dem Aufwand entsteht. Solange ganze Zugänge gesperrt wurden, war die Wiederherstellung des Kontos die zentrale Aufgabe. Werden einzelne Motive abgelehnt, verlagert sich die Arbeit in die Vorbereitung: Zielseite, Werbeaussage und Nachweisunterlagen müssen zum Zeitpunkt der Einreichung stimmen.

Ein zweiter Punkt kommt hinzu. Meta hat angekündigt, den Anteil verifizierter Werbetreibender am eigenen Anzeigenumsatz bis Ende 2026 auf 90 Prozent zu heben; derzeit liegt er nach Unternehmensangaben bei rund 70 Prozent. Die Prüfung wandert damit nach vorn, in die Aufnahme eines Kontos statt in dessen nachträgliche Kontrolle – eine Entwicklung, die auch gesammelte Beiträge zu absehbaren Verschiebungen im digitalen Anzeigengeschäft begleiten.

„Wer nur auf die Zahl der Sperrungen schaut, liest die Entwicklung falsch herum. Weniger geschlossene Konten bedeuten nicht weniger Kontrolle, sondern eine Kontrolle, die früher ansetzt und feiner unterscheidet“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Woran sich die Belastbarkeit der Zahlen bemisst

Die genannten Werte stammen aus Berichten der Plattformen selbst und sind nicht extern geprüft. Weder Google noch Meta legen offen, wie viele der gesperrten Werbekonten nach Einspruch wieder freigegeben wurden. Auch die Abgrenzung zwischen einer entfernten und einer eingeschränkten Anzeige folgt der jeweils eigenen Systematik der Anbieter und ist zwischen ihnen nicht direkt vergleichbar.

Für den September 2026 bleibt daraus ein praktischer Schluss: Der nächste Ads Safety Report wird im Frühjahr 2027 erwartet und wird zeigen, ob der Rückgang bei den Kontosperrungen anhält. Bis dahin ist die Zahl der abgelehnten Einzelanzeigen die aussagekräftigere Größe für die Planung von Kampagnen.

Google Ads / Werberichtlinien / Betrugsanzeigen / Meta Werbung / Anzeigenprüfung
[pressebox.de] · 12.09.2026 · 11:00 Uhr
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