Weltgrößter SPAC-Deal: Uber-Rivale Grab mit massiven Kursverlusten am ersten Handelstag

Die seit Donnerstag unter dem Tickerkürzel "GRAB" an der New Yorker Technologiebörse NASDAQ erhältlichen Aktien des Unternehmens fielen bei der Premiere zunächst deutlich. Im US-Handel verlor die Grab-Aktie am ersten Handelstag 20,53 Prozent auf 8,65 US-Dollar.

Grab hatte im April angekündigt, über die Verschmelzung mit einer sogenannten Special Purpose Acquisition Company - kurz SPAC - auf kurzem Wege an die US-Börse zu gehen. Grab nahm durch die Fusion mit der börsennotierten Zweckgesellschaft Altimeter 4,5 Milliarden Dollar ein und wurde insgesamt mit knapp 40 Milliarden Dollar (35,4 Mrd Euro) bewertet. Damit stemmte das südostasiatische Unternehmen im Frühjahr den bis dahin größten SPAC-Börsengang in den USA.

SPACs - häufig als Blankoscheck-Firmen bezeichnet - sind zunächst nur leere Unternehmenshüllen, die Aktien als Platzhalter listen, um später durch Fusionen Firmen an die Börse zu holen. In den USA boomten SPACs Anfang des Jahres wie nie zuvor, doch mittlerweile hat der Rummel stark nachgelassen. Experten warnten schon länger vor einer Spekulationsblase und erheblichen Risiken und Nachteilen für Kleinanleger. Auch Finanzaufseher betrachten SPACs mit Argwohn.

Grab startete 2012 in Malaysia als Mitfahrdienst und wurde bei der letzten Finanzierungsrunde noch mit rund 16 Milliarden Dollar bewertet. Weltweite Bekanntheit erlangte das wertvollste Startup der Region mit der Übernahme des regionalen Uber-Geschäfts 2018. Mittlerweile ist Grab in acht Ländern und 465 Städten aktiv, liefert auch Restaurantessen sowie Lebensmittel aus und bietet außerdem Bezahldienste an.

Der Expansionskurs verschlingt viel Geld und das Unternehmen schreibt rote Zahlen. Durch das Debüt fließen Grab rund 4,5 Milliarden Dollar zu - ein laut S&P "größerer Kapitalpuffer". Analysten gehen angesichts der zahlreichen Konkurrenten wie Sea oder GoTo aus Indonesien davon aus, dass Grabs Weg zur Profitabilität noch lang ist.

Um den Handelsstart an der Wall Street zu feiern, werden Grab wie auch die Nasdaq die Glocken in einem Singapurer Luxushotel läuten - mitten in der Nacht in Asien. Rund 250 Leute sind zu der Feier eingeladen - neben den frühen Investoren wie Softbank und Chinas Fahrdienst DiDi auch spätere wie Toyota, Microsoft und die japanische Bank MUFG. Für diese bringe das milliardenschwere Debüt einen "Goldregen", sagten Analysten.

Singapur (Reuters) / NEW YORK (dpa-AFX)

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