Gefährliches Virus

Weiterer Ebola-Patient in Deutschland - Zustand stabil

13. Juli 2026, 16:27 Uhr · Quelle: dpa
Ebola
Foto: Boris Roessler/dpa
Der mit dem Ebola-Virus infizierte US-Bürger wird in Frankfurt behandelt. (Archivbild)
Wieder hat sich ein US-Mediziner im Kongo mit dem gefährlichen Ebola-Virus angesteckt, wieder geht es zur Behandlung nach Deutschland. Die behandelnde Klinik gibt nur wenige Informationen zu dem Fall.

Frankfurt/Main (dpa) - Knapp zwei Monate nach der Ankunft eines an Ebola erkrankten US-Amerikaners wird ein zweiter infizierter US-Bürger in Deutschland behandelt. Die Person sei in der Nacht auf dem Frankfurter Flughafen gelandet und dann in die Universitätsklinik der hessischen Stadt gefahren worden, bestätigte ein Sprecher des Bundesministeriums für Gesundheit der Deutschen Presse-Agentur.

Der Zustand des Patienten oder der Patientin ist nach Auskunft der behandelnden Mediziner stabil. Die Person befinde sich seit drei Uhr morgens in Frankfurt in Behandlung, sagte der Leiter der Sonderisolierstation für hochpathogene Infektionserreger an der Universitätsmedizin Frankfurt, Timo Wolf, am Nachmittag. Zu den konkreten Symptomen sowie persönlichen Angaben wie Alter und Geschlecht will sich die Klinik nicht äußern.

Patient zeigt Ebola-Symptome

Der Patient oder die Patientin zeige die Symptome, die man bei Ebola erwarten würde, hieß es lediglich. Die Krankheit sei seit der Ankunft nicht fortgeschritten. Um einen Trend anzugeben, sei es noch zu früh.

Auch zur Behandlung äußerte sich Wolf nur allgemein, die Person werde mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt und je nach Symptomen behandelt. Wichtig sei die Virusmenge im Blut der Patienten und wie sich diese entwickele. Wie lange die Behandlung andauern werde, sei noch nicht absehbar.

Die Kosten trügen in der Regel bestehende Versicherungen, sagte Klinikdirektor Jürgen Graf vor Journalisten. Für die Bevölkerung bestehe keinerlei Anlass zur Besorgnis.

Wolf sagte, die Station habe mehrere Sicherheitsstufen, sodass nichts aus dem Krankenzimmer in die Umwelt gelangen könne. Auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien vor Ansteckung geschützt. Der Transport sei reibungslos verlaufen. 

Mitarbeiter von humanitärer Organisation 

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte mitgeteilt, dass ein US-Staatsbürger betroffen sei, der für eine humanitäre Organisation in der Demokratischen Republik Kongo arbeite. Die Person wurde demnach positiv auf die dort derzeit grassierende Bundibugyo-Variante des Virus getestet.

Ebola-Fieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus kann durch direkten Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen werden. Im Kongo in Zentralafrika, wo die beiden infizierten US-Ärzte tätig waren, ist der jüngste Ebola-Ausbruch besonders schwer einzudämmen. Einer der Gründe: Für den Bundibugyo-Typ gibt es bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie.

Für Transporte von Ebola-Patienten werden normalerweise Spezialflugzeuge eingesetzt. In Deutschland kommen die Patienten auf Sonderisolierstationen. Dabei handelt es sich um eine geschlossene, geschützte und vom regulären Klinikbetrieb getrennte Einheit, so dass Kontakt zu anderen Patienten ausgeschlossen werden kann. Auch laut Bundesgesundheitsministerium besteht daher weder für die Bevölkerung noch für andere Patienten Gefahr.

Erster US-Arzt überlebte, aber nur knapp

Der amerikanische Arzt, der am 20. Mai nach Deutschland gekommen war, wurde in die Berliner Charité aufgenommen. Nach ärztlicher Auskunft war sein Zustand zwischenzeitlich lebensbedrohlich, vor allem zwischen dem Abflug in Afrika und der Ankunft in Deutschland. Nach gut zwei Wochen Behandlung wurde er schließlich aus dem Krankenhaus entlassen. 

Auch seine Frau und seine vier Kinder kamen als «Hochrisikokontakte» in die Charité, hatten aber keine Symptome und befanden sich in einem getrennten Teil der Station in Quarantäne. Bei Kindern könne Ebola «sehr rasch» zum Tode führen, sagte damals Charité-Arzt Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin. 

Ende Juni war das Bundibugyo-Virus dann erstmals auch in Europa nachgewiesen worden. In Frankreich wurde ein aus dem Ostkongo zurückgekehrter Arzt einer humanitären Organisation positiv getestet. Nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums wurde der Mann unmittelbar nach seiner Ankunft isoliert. Anfang Juli wurde er nach negativen Tests und ohne Symptome aus dem Krankenhaus entlassen.

Lage im Kongo dramatisch

Im Kongo gibt es inzwischen 702 bestätigte Todesfälle, 1.926 Fälle wurden bis Sonntag im Labor nachgewiesen. Nach Angaben der kongolesischen Regierung gelten 318 Patientinnen und Patienten als genesen. Aktuell werden 753 Menschen in Krankenhäusern oder Isolierstationen behandelt. Gesundheitsexperten zufolge stiegen die Fallzahlen bei keinem früheren Ebola-Ausbruch so schnell an wie bei der derzeitigen Epidemie.

In den Jahren 2014 und 2015 waren bei der bisher schwersten Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Schon damals wurden drei Ebola-Kranke zur Behandlung nach Deutschland gebracht: Ein Mediziner aus Uganda wurde in Frankfurt behandelt, ein Mann aus dem Senegal in Hamburg; ein UN-Mitarbeiter, der in Leipzig behandelt wurde, überlebte die Krankheit nicht.

Krankheit / Gesundheit / Wissenschaft / Demokratische Republik Kongo / Ebola / Frankfurt / Universitätsklinik
13.07.2026 · 16:27 Uhr
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